10.4 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Der Tag: Bodo Ramelow ist wieder Ministerpräsident in Thüringen

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    Der Thüringer Landtag hat Bodo Ramelow erneut zum Ministerpräsidenten gewählt – allerdings ohne die Unterstützung von CDU (die sich enthielt) oder FDP (die der Abstimmung fernblieb). Derweil gibt es hitzige Diskussionen über einen LVZ-Artikel, in dem von Wahlkampfbedrohungen gegen die ehemalige OBM-Bewerberin Ute Elisabeth Gabelmann die Rede ist. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 4. März 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

    Bodo Ramelow hat es geschafft. Der ehemalige Ministerpräsident in Thüringen wurde heute mutmaßlich mit den Stimmen von Linken, Grünen und SPD im dritten Wahlgang erneut ins Amt gewählt. Zudem gab es zahlreiche Enthaltungen – wohl aus der CDU – und zahlreiche Gegenstimmen – wohl aus der AfD. Die FDP hatte sich an der Abstimmung nicht beteiligt.

    Nach der Wahl verweigerte Ramelow seinem Gegenkandidaten Björn Höcke (AfD) den Handschlag. Er begründete dies im Anschluss mit dem Verhalten der AfD bei der Ministerpräsidentenwahl am 5. Februar, als diese nicht für ihren eigenen Kandidaten, sondern für den FDP-Kandidaten und späteren, kurzzeitigen Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich stimmte.

    Bedrohte Kandidatin?

    Burkhard Jung und Ute Elisabeth Gabelmann bei der 1. Townhall am 23. 02. in der Peterskirche. Foto: L-IZ.de
    Burkhard Jung und Ute Elisabeth Gabelmann bei der 1. Townhall am 23. 02. in der Peterskirche. Foto: L-IZ.de

    Auch die Oberbürgermeisterwahl in Leipzig am vergangenen Sonntag liefert noch immer reißerische Geschichten für eine Leipziger Zeitung. So berichtet die LVZ heute über Einschüchterungen und Bedrohungen, die es im Wahlkampf gegen Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) gegeben haben soll, weil diese im zweiten Wahlgang erneut angetreten war. Die Richtung des Vorwurfs: die SPD müsse Angst um den Wahlerfolg gehabt haben und deshalb hätte man Gabelmann aus dieser Richtung bedroht.

    Konkrete Belege für Drohungen und Einschüchterungen liefert der Text, welcher angeblich die Erfahrungen der Kandidatin im Wahlkampf wiedergeben sollte, nicht. Auch auf Nachfrage in den sozialen Medien – etwa von Grünen-Stadtrat Jürgen Kasek und der SPD-Bundestagsabgeordneten Daniela Kolbe – nennt Gabelmann die Bedrohungen nicht.

    Stattdessen spricht sie von einer „subtilen Drohkulisse“, die es gegeben habe. Zudem erhebt sie in der LVZ den Vorwurf, die SPD habe wahrscheinlich „niedere Chargen“ auf sie „angesetzt“.

    Kolbe forderte Gabelmann auf Twitter daraufhin auf, mitzuteilen, um welche konkreten Tweets es sich handelt. Dann wolle sie recherchieren, ob es sich dabei um SPD-Mitglieder handelt. Dies lehnte Gabelmann ab.

    Ein Vorgang, der auch die gesamte Leipziger SPD zu einem Statement herausforderte. So stelle die SPD Leipzig gegen Abend des 4. März 2020 fest:

    „1. Entgegen dem im LVZ-Artikel erweckten Eindruck, gab es nichts Entsprechendes von Seiten der SPD Leipzig.

    2. U.E. Gabelmann hat bisher für Ihre Aussagen auch auf Nachfrage (s.Twitter u.) keinerlei Belege präsentiert.

    3. Wir haben entgegen ihrer im LVZ-Artikel geäußerten Aussage niemanden „auf Sie angesetzt“, noch gibt es bei uns „niedrige Chargen“, sondern selbstständig, denkende Menschen, die wissen, was sich gehört und was nicht.

    4. U.E. Gabelmann wurde nach dem 1. Wahlgang von den Jusos Leipzig für ein Podium in der UNIVERSITÄT LEIPZIG angefragt und saß mit Burkhard Jung bei der Townhall der Leipziger Internet Zeitung. Sie war für uns mithin eine gleichberechtigte Mitbewerberin.

    5. Erst am Montag hat Stadtverbandsvorsitzender Holger Mann den beiden Herausforder*innen seinen Respekt in einer Pressemitteilung zum Ausgang der OBM-Wahl gezollt.“

    Was heute außerdem wichtig war

    Die Abschiebehaftkontaktgruppe Dresden beklagt gemeinsam mit dem „Dorf der Jugend“ die Abschiebung eines offenbar bestens integrierten Mannes nach Algerien. Und: Die Soko LinX teilt mit, dass sie die Wohnung eines 36-Jährigen durchsucht hat, der am Rande der Indymedia-Demonstration am 25. Januar mehrere Journalist/-innen bedroht beziehungsweise angegriffen haben soll.

    Die Beamten hätten dabei Beweismittel beschlagnahmt.

    Video: Im Gespräch mit Leipzigs OB Burkhard Jung

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

    Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

    Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

    Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

    Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ

    Anzeige
    Anzeige