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Freitag, der 14. August 2020: Chemnitz cancelt Cancel Culture

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    Für alle Leser/-innenEs ist ein bisschen verwirrend, was heute in Chemnitz passiert ist, denn ob überhaupt etwas passiert ist, ist nicht so ganz klar. Im Mittelpunkt steht – wie so oft – „die“ Antifa. Genauer gesagt: eine geplante Ausstellung über sie. Außerdem: Die LVZ betreibt Bodyshaming und das Schulsystem in Sachsen ist mal wieder auf Platz 1. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 14. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

    Als Journalist freut man sich natürlich, wenn eine Geschichte am Ende richtig rund wird. Und so passt es ganz gut, dass wir in unseren Tagesrückblicken jüngst sowohl über die Ausladung der Kabarettistin Lisa Eckhart in Hamburg als auch die geplante Antifa-Ausstellung in Chemnitz recht ausführlich berichtet haben. Denn: Heute fanden diese beiden Handlungsstränge zusammen.

    Der taz-Journalist Erik Peter hatte zunächst auf Twitter berichtet, dass das „Peng!“-Kollektiv seine Ausstellung abbauen müsse. Dieses begründete den Schritt mit „staatlichen Anweisungen“. In Chemnitz ist gerade Wahlkampf; da seien parteipolitische Äußerungen, wie sie in der Ausstellung auftauchen, in staatlichen Einrichtungen nicht erlaubt. Auf Twitter war man sich schnell einig: Hier liegt nun ein wahrer Fall von „Cancel Culture“ (kurze Zusammenfassung des Begriffs auf Wikipedia) vor.

    Verweis auf das Neutralitätsgebot

    Doch dann trat der Account der Stadt Chemnitz in Erscheinung und verkündete, dass die Ausstellung erhalten bleibe – wovon sich viele überrascht zeigten, vor allem das „Peng!“-Kollektiv. Am späten Nachmittag teilten die Aktivist/-innen dann mit, dass das „Canceln gecancelt“ sei. In der „Freien Presse“ sagte Museumsdirektor Frédéric Bußmann, dass sich „Peng!“ nicht an das Neutralitätsgebot gehalten habe. Ob das letzte Wort damit gesprochen ist, ist unklar.

    Ein Text, dessen Veröffentlichung definitiv hätte gecancelt werden sollen, erschien heute im Lokalteil der LVZ. Eine Autorin beklagte sich darin über „Menschen, deren Körpergröße nicht ganz zu ihrem Gewicht“ passen würde, „die aber dennoch enge Kleidung tragen“, weil sie offenbar „nichts Passendes“ gefunden hätten. Erstaunlich, dass eine Tageszeitung solches Bodyshaming im Jahr 2020 noch verbreitet. Oder vielleicht wäre „provinziell“ das passendere Wort.

    Man kann nur hoffen, dass selbst die meisten Schüler/-innen schon wissen, dass Menschen tragen dürfen, was sie wollen. Ob das in Sachsen der Fall ist, wissen wir nicht. Da sich das Kultusministerium heute damit schmückte, zum 15. Mal in Folge im Leistungsvergleich der Bildungssysteme aller 16 Bundesländer den ersten Platz belegt zu haben, wäre es doch schön, wenn dieses Wissen dazugehören würde.

    Streit an der HTWK

    Worüber die L-IZ heute berichtet hat: Der Stura der HTWK hat sich in einem Offenen Brief an Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) gerichtet. Er bittet diesen darum, die kürzlich erneut zur Kanzlerin gewählte Swantje Rother nicht zu ernennen. Der Stura begründet dies mit „mangelnder fachlicher Kompetenz“ und einem „autoritären und unprofessionellen Umgang“ unter anderem mit Vertreter/-innen der Studierenden.

    Was heute außerdem wichtig war: An der A4 bei Görlitz und an der A17 sind Coronavirus-Testcenter für Reiserückkehrer/-innen in Betrieb gegangen. Die Einrichtungen sind von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) appelliert an alle Rückkehrer/-innen, sich testen zu lassen – egal, ob aus einem Risikogebiet oder aus anderen Gegenden.

    StuRA wendet sich jetzt mit einem Offenen Brief an Wissenschaftsminister Gemkow

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