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Barmer-Auswertung für Sachsen bis 2019: Immer mehr Jugendliche in psychotherapeutischer Behandlung

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    Die soziale Einsamkeit im Corona-Jahr ist nicht der Auslöser, aber sie hat gerade für junge Menschen die psychischen Probleme massiv verstärkt, die im Zwiespalt zwischen wachsendem Leistungsdruck und sozialer Vereinsamung entstehen. Die Barmer hat jetzt neue Zahlen vorgelegt, die zeigen, wie die psychischen Probleme gerade junger Menschen in Sachsen seit Jahren zunehmen.

    Junge Frauen im Alter von 17 Jahren sind besonders häufig in psychotherapeutischer Behandlung. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Barmer unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 24 Jahre. Hochgerechnet nahmen 2019 mehr als vier Prozent der 17-jährigen Frauen aus Sachsen eine klassische Psychotherapie, auch Richtlinientherapie genannt, in Anspruch. Damit ist der Anteil fast dreimal so hoch wie bei den gleichaltrigen männlichen Jugendlichen mit 1,5 Prozent Betroffenen im selben Zeitraum.

    „Depressionen sind der häufigste Grund für eine psychotherapeutische Behandlung. Dass vor allem junge Frauen davon betroffen sind, könnte daran liegen, dass das Auftreten von Depressionen eng mit dem Hormonhaushalt verknüpft ist, der sich in der Pubertät ändert. Darüber hinaus spielen auch gesellschaftliche Einflüsse wie ein zweifelhaftes Schönheitsideal und soziale Medien eine Rolle“, erklärt sich Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer, diese Entwicklung. So seien junge Frauen vergleichsweise häufig wegen Essstörungen, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen in Behandlung.

    Während die jungen Frauen insbesondere ab dem Ende der Pubertät vermehrt in Behandlung seien, lägen die Jungen vor und zum Beginn der Pubertät noch vorn. Im Alter von zehn Jahren seien 2019 durchschnittlich rund 3,3 Prozent der Jungen in Behandlung gewesen. Dem stünden 2,1 Prozent der Mädchen gegenüber. Besonders häufig seien Jungen wegen Störungen des Sozialverhaltens, ADHS sowie Lese- und Rechtschreibstörungen in Therapie.

    „Je früher psychische Störungen erkannt werden, desto eher kann man sie behandeln, bevor sie sich dauerhaft manifestieren“, so Dr. Fabian Magerl.

    Zahlen innerhalb von elf Jahren verdoppelt

    Reaktionen auf schwere Belastungen, Angststörungen und Depressionen, sind eigentlich keine Erkrankungen, die man auf den ersten Blick mit jungen Menschen in Verbindung bringt.

    Und doch leiden immer mehr Kinder und Jugendliche in Sachsen so sehr darunter, dass sie psychotherapeutisch behandelt werden müssen. Innerhalb von elf Jahren hat sich die Zahl der jungen Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen im Freistaat mehr als verdoppelt. Das geht aus dem aktuellen Barmer Arztreport hervor.

    Demnach benötigten im Jahr 2019 insgesamt rund 36.000 sächsische Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Hilfe, 143 Prozent mehr als im Jahr 2009. Rund 15.000 waren es im Jahr 2009.

    „Sozialer Stress und wachsende Leistungsanforderungen können Gründe sein, weshalb sich junge Menschen häufiger unter Druck gesetzt fühlen, was ihnen buchstäblich auf die Seele schlägt“, sagt Dr. Fabian Magerl. Hilfe bei der Früherkennung biete das Kinder- und Jugend-Programm der Barmer, so Magerl.

    Es beinhalte unter anderem Vorsorgeuntersuchungen, die darauf abzielten, psychische Auffälligkeiten, gesundheitliche Defizite oder Entwicklungsstörungen junger Menschen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Derzeit nähmen deutschlandweit fast 580.000 Kinder und Jugendliche an dem BARMER-Programm teil, in Sachsen allein 15.000.

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