Drei Tage – Drei Städte: Nach Bayern trotz des Terrors

Mag sein, dass Bayern zurzeit kein sicheres Herkunftsland ist. Doch als Urlaubsland muss man einfach seine Wege durch den Freistaat machen, wenn man die Kultur und die Geschichte des stolzen Bundeslands verstehen will. Regensburg, Augsburg und Nürnberg waren einst Städte von europäischem Rang. Alle drei sind im Laufe der Geschichte wieder ein paar Schritte zurückgetreten. Spuren dieser Prosperität finden sich jedoch genug. So viele, dass Touristen in drei Tagen nicht jeder Stadt gerecht werden können.

Für eine entspannte Anreise in alle drei Städte sollten potentielle Stadterkundler ihr Hauptquartier in der Nähe von Freising aufschlagen. Gerade Leipziger können dann den Besuch von Nürnberg als Zwischenstopp von oder gen Heimat nutzen. Augsburg lässt sich aus Richtung Freising kommend bequem, wenn auch langwierig über kleinere oder größere Landstraßen erreichen. Wer will, kann hier tief in das ländliche Bayern im Ballungsgebiet Augsburg, Freising, München eintauchen.

Seine Tour durch Augsburg kann man idealerweise außerhalb der Innenstadt beginnen. In der Jakobervorstadt steht seit nunmehr genau 495 Jahren die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt. Der 1521 von Jacob Fugger gestiftete Wohnkomplex wurde über die Jahrhunderte und zuletzt vor sechzig Jahren erweitert. Nunmehr leben hier in 140 circa 60 Quadratmeter großen Wohnungen bedürftige Menschen mit einfachem, aber angemessenem Standard. Die Bewohner genießen dabei ungeahnte Bestpreis-Sicherheit: Sie bezahlen noch immer den Preis von 1521, der heute umgerechnet 88 Cent (!!) beträgt – pro Jahr bitteschön. Es war ein Anliegen des reichen Jakob, auch den Armen der Stadt eine bezahlbare Bleibe zu geben. Ein gutes Image war schon damals wichtig.

Im Gegenzug für diesen Spottpreis sollen alle Bewohner auch heute noch täglich drei Gebete sprechen, um dem Hausherren zu danken. Logischerweise erfreut sich die Fuggerei einer großen Nachfrage bei Wohnungssuchenden. Aber: Nur wer katholisch ist, darf hier einziehen und muss in Kauf nehmen, dass täglich Touristen vor seinem Fenster entlang scharwenzeln, desinteressierte, aber laute Schulkinder eingeschlossen. Besucher, die der Geschichte wegen kommen, erhalten Einblick in eine Schauwohnung aus dem 16. und aus dem 21. Jahrhundert und können sich im Fuggerei-Museum einen Überblick zur Geschichte der Siedlung und des Hauses Fugger verschaffen. Die Kapelle steht ebenso allen offen – natürlich auch wenn es Gebete für eine neue, billige Wohnung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kapelle sein sollen. Noch heute wird die Fuggerei übrigens von den Fugger-Nachfahren verwaltet.

 

Die Fuggerei scheint nur arm an Menschen zu sein. Täglich ziehen hier zahlreiche Touristen durch. Foto: M. Hofmann

Die Fuggerei scheint nur arm an Menschen zu sein. Täglich ziehen hier zahlreiche Touristen durch. Foto: M. Hofmann

Wer im Umfeld auf dem Weg in die Innenstadt nichts zu essen findet, ist selbst schuld. Auch im Augsburger Stadtkern kommt man an der berühmtesten Familie der Stadt nicht vorbei. Die Fuggerhäuser erinnern in ihrem Baustil – wenn auch nach dem 2. Weltkrieg nicht so opulent wiederaufgebaut wie zuvor – an die guten Zeiten der Stadt im 16. und 17. Jahrhundert. Die direkt aneinander gebauten Kirchen St. Ulrich und Afra und evangelisch St. Ulrich weiten den Blick über die Fugger hinaus. Denn Augsburg spielte auch wegen der Glaubensauseinandersetzungen im 16. Jahrhundert eine gewichtige Rolle. Auf einem Reichstag sollte Martin Luther hier seine Thesen widerrufen, wenige Jahre später legten die lutherischen Reichsstände hier ein Grundwerk evangelisch-lutherischen Glaubens vor: die confessio augustana. Und das obwohl Augsburg auch ein Hort des Katholizismus war und ist. Die im rechten Winkel einander zugewandten Kirchen sind ein Abbild dieser Zwiespältigkeit, aber nicht der Hauptort der gedanklichen Auseinandersetzungen auf höchster Ebene.

Denn Luther wohnte nicht hier, als er in Augsburg seine Lehre widerrufen sollte, obwohl die Kirchen nur einen Steinwurf von den Fuggerhäusern, wo er den päpstlichen Gesandten Cajetan traf, entfernt sind. Er bezog Quartier im damaligen Karmeliterkloster St. Anna, das wenig später aufgelöst wurde und dessen Kirche nun evangelisch ist. Eine sehenswerte Ausstellung namens „Lutherstiege“ erinnert im Gebäude an Luthers Glaubensstärke und beleuchtet die Begleitumstände der Zeit. Einen erheiternden Tagesabschluss sollten sich Touristen in der Augsburger Puppenkiste gönnen und dabei auch durch die umliegenden Gassen stromern, die mit ihrer Bausubstanz einen Einblick in das alte Augsburg geben. Achtung: Die Augsburger Puppenkiste macht im Sommer Spielpause. Am besten vorher mal vorbeischauen.

 

Das Augsburger Rathaus wird gerade saniert. Sieht man oder sieht man nicht? Foto: M. Hofmann

Das Augsburger Rathaus wird gerade saniert. Sieht man oder sieht man nicht? Foto: M. Hofmann

So theatralisch wie in Augsburg geht es in Regensburg nicht zu. Die Stadt an der Donau ist in ihrer Innenstadt zweigeteilt. Viel 70er Jahre Chic und viel Historie. So erhalten Geschichtsfreaks hier Einlass in die Räumlichkeiten des immerwährenden Reichstags, sprich: dem politischen Epizentrum der Frühen Neuzeit. Durch die vielen hochzeitlichen Verwicklungen im Europa dieser Zeit hatte im Prinzip jede Macht des Kontinents auf die eine oder andere Weise einen Vertreter beim Reichstag. In dem heute nur mit einer Führung zugänglichen, imposanten Saal wurde europäische Geschichte gemacht. Brüssel lag damals quasi an der Donau. Zwar sind Thron und Gestühl nicht mehr original, dafür aber die zahlreichen Verzierungen an den Wänden. Ein Besuch, der sich für alle lohnt, die die Historie des Orts zu schätzen wissen.

Fast schon nebenan steht der Regensburger Dom, in dem allerdings an normalen Tagen nichts darauf hinweist, dass hier Domspatzen singen sollen. Der Eintritt ist frei, penibel wird darauf geachtet, dass die Atmosphäre auch einem Gotteshaus entspricht. Wer danach eine Pause braucht, sollte sich einen Besuch im „Hans im Glück“ am Alten Rathaus nicht entgehen lassen oder beim „Stenz“ ein bekömmliches Eis auf die Faust nehmen und anschließend über das weitere Programm sinnieren. Falls der Kopfkanal noch nicht voll sein sollte, dann ab ins Historische Museum oder die Stadt verlassen und ins 10 Kilometer entfernte Donaustauf fahren. Hier geht’s zu Fuß (für die Faulen auch mit dem Auto) den Berg hinauf zur Wallhalla.

Eine im Auftrag des bayerischen Königs Ludwig I. 1842 fertiggestellte Ruhmeshalle verdienter Menschen mit „teutscher Zunge“. Hier stehen 130 Büsten über deren Auswahl selten Zweifel bestehen. Nur bei einzelnen Büsten entwickeln sich im Kopf Fragezeichen: Wer kennt eigentlich noch den niederländischen Mediziner Hermann Boeerhaave oder den Dichter Nikolaus Ludwig von Zinzendorf? Das Gute ist: Zu jeder Büste gibt der Audioguide Auskunft. Wer wirklich zu jeder Person etwas erfahren will, sollte Zeit einplanen: Zweieinhalb Stunden wird es dauern. Wer darauf keine Lust hat, sollte die 4,50 Euro seinem Gewissen entsprechend in der Halle „abschauen“ und dann nur bei gutem Wetter nach draußen treten. Von den rund 300 Stufen zur Wallhalla hat man einen bemerkenswerten Blick auf die Donau. Leipziger finden zudem Anknüpfungspunkte an die eigene Stadt: Wallhalla zählt unter anderem neben dem Niederwalddenkmal am Rhein und dem Völkerschlachtdenkmal zu einer Reihe von Gedenkbauten, die dem gewonnenen „deutschen“ Selbstbewusstsein in Stein gegossen Ausdruck verleihen.

Im Inneren der Wallhalla warten nicht nur 130 Büsten, sondern auch 65 Gedenktafeln. Foto: M. Hofmann

Im Inneren der Wallhalla warten nicht nur 130 Büsten, sondern auch 65 Gedenktafeln. Foto: M. Hofmann

Für deutsches Selbstbewusstsein stand im Nationalsozialismus auch Nürnberg. Hier fanden die Reichsparteitage statt und hier versuchten die Nationalsozialisten, ihre Art von Monumentalbauten auf einem weiträumigen Gelände südlich der Innenstadt zu errichten. Vom ehemaligen Reichsparteitagsgelände sind noch das Zeppelinfeld, ein Teil der Reichsparteitagstribünen, die Große Straße und die Kongresshalle übrig geblieben. Ein Dokumentationszentrum in letzterem Gebäude informiert umfassend nicht nur zur Baugeschichte des Geländes, sondern auch zur Geschichte des Nationalsozialismus. Interessierte sollten mindestens zwei Stunden für Ausstellung und Gelände einplanen – mindestens. Mit 5 Euro Eintritt für Erwachsene ist der Zugang zur Ausstellung zudem unfassbar günstig.

Vom Dokumentationszentrum sind es nur wenige Kilometer bis in die Nürnberger Innenstadt, die arg unter den Luftangriffen der Alliierten litt. Die Innenstadt der „Stadt der Reichsparteitage“ war nach einem Bombenangriff Anfang 1945 fast vollständig zerstört worden. Nach dem Krieg wurde allerdings beschlossen, die alte Stadtstruktur beizubehalten und der Stadt das gewohnte Antlitz zurückzugeben. So können gerade Leipziger eine Parallelität zur eigenen Stadt erkennen: Auch die Nürnberger Innenstadt umgibt noch ein Ring, an dem unter anderem der Hauptbahnhof der Stadt liegt. Parken in der Innenstadt ist übrigens vergleichsweise teuer, weswegen eine Anreise per Park and Ride oder mit dem Zug zu empfehlen ist. Die Nürnberger Innenstadt ist trotz der Bemühungen, alte Bausubstanz zu erhalten, nicht frei von Bausünden der 70er Jahre. Vor allem der südliche Teil ist stellenweise nicht schön anzuschauen. Spannend sind Ketten- und Henkersteg samt Gebäudeensemble an der Pegnitz sowie die alte Stadtmauer, die zum Teil auch betreten werden kann.

Das Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg samt mittelalterlichem Vorplatz. Foto: M. Hofmann

Das Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg samt mittelalterlichem Vorplatz. Foto: M. Hofmann

Außerdem lohnt sich ein Besuch der Kaiserburg im Norden der Innenstadt auf der 36 von 51 Kaisern des Heiligen Römischen Reiches zumindest tageweise Audienz hielten, unter anderem Kaiser Friedrich Barbarossa. Auch die Doppelburg wurde nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut. Künstler sollten einen Abstecher in das Albrecht-Dürer-Haus direkt in der Nähe machen, die nicht so interessierten Begleiter können direkt davor mittelalterliche Atmosphäre in einem der anrainenden Cafés genießen. Reichskleinodien, Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse, die größte Orgel Deutschlands: Auch in der fränkischen Großstadt ist genug für zwei Tage zu sehen. Wer es trotzdem in einem schaffen will, sollte seinen Tag straff planen und einen Halt an einer der vielen Buden mit Nürnberger Würstchen und Sauerkraut nicht vergessen.

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Abschiedsdisco © DEFA-Stiftung Rigo Dommel

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Die Beethovenstraße kurz vor der Bibliotheca Albertina. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

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Ausweisung für eine Fahrradstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

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