Im Kajak-Einer der Damen konnte sich die Kreuznacherin erneut gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen und holte den dritten Titel ihrer Karriere.

Etwas ungewohnt war die Situation im Finale dann doch für Ricarda Funk, als sie nach dem Finallauf im Ziel ankam und dort niemand stand. Mit einer nicht ganz optimalen Linie und zwei Torstabberührungen hatte sie gerade noch so mit Rang 10 die Finalteilnahme klargemacht. Das bedeutete aber dort, dass sie den Entscheidungslauf eröffnen musste.

„Es war nicht das erste Mal für mich, dass ich so eine Situation hatte“ aber eigentlich findet man die amtierende Olympiasiegerin und Weltmeisterin doch eher im mittleren Starterfeld, wenn nicht sogar an der Spitze der Startliste. „Ich muss schon sagen, ich mochte die Situation heute gar nicht. Am Anfang saß ich noch ganz allein da unten.“

Es dauerte ein Stück, bis sich die Mixed-Zone allmählich mit der internationalen Konkurrenz füllte. Aber auch wenn immer mehr und mehr Konkurrentinnen die Ziellinie überquerten – es vermochte keiner an der 31-jährigen vorbeizufahren.

„Ich wusste, dass im Semifinale die Bestzeit bei 101 Sekunden lag. Als ich ins Ziel gekommen bin und die 99 auf der Uhr gesehen habe, war ich eigentlich richtig happy, aber ich wusste ja, dass ich eine Berührung drin habe. Und damit lässt man die Tür noch offen für andere.“ Passiert war ihr der Fehler im oberen Streckenteil an Tor 4. Doch davon ließ sich Ricarda Funk nicht aus der Ruhe bringen. Ich war so gut auf der Linie und die Rückwärtstore waren ‚on point‘. Da dachte ich mir: ‚ok, jetzt Fokus bis zum Schluss!‘“

Die Abwärtstorkombinationen waren teils so versetzt ausgehangen, dass eine Rückwärtsbefahrung notwendig wurde. „Da habe ich ein bisschen gezittert, weil ich nicht wusste, was passieren wird.“ Die Wellen im Wildwasserkanal sind für ihre wechselhaften Verhältnisse bekannt und können schnell zu Fahrfehlern verhelfen. Doch die Wahl-Augsburgerin, die noch immer für Ihre Heimat Bad Kreuznach an den Start geht, meisterte die schwierigen Passagen ohne Probleme.

„Ich war grundsätzlich sehr, sehr zufrieden und happy mit meinem Lauf. Ich wusste, egal was die anderen machen, ich kann mit mir zufrieden sein. Und das ist erst einmal das Wichtigste.“ Es blieb jedoch dabei, dass keiner an Funk vorbeikam und so stand bereits eine Starterin vor Ende des Rennens fest, dass die Deutsche Hymne bei der Siegerehrung erklingen wird.

Denn nur ihre Teamkollegin Elena Lilik (Augsburg) stand noch oben. Sie hatte im Semifinale die Bestzeit gesetzt. Doch in ihrem Lauf wollte einfach nichts so gelingen, wie noch knapp eineinhalb Stunden zuvor. Sie fand nicht auf ihre Linie und musste letztlich das Starterfeld ziehen lassen. Mit Rang 10 war die 24-jährige Vizeweltmeisterin aus 2021 sichtlich nicht zufrieden.

Die Herren im Kajak kamen über die Hürde der besten zehn Boote im Semifinale nicht hinaus und verpassten geschlossen den Einzug in die Finalrunde. Hannes Aigner verfehlte als zwölfter um nur 0,3 Sekunden die Endrunde. Noah Hegge kam als 25. Rang in das Ziel und Stefan Hengst kassierte ein 50-Sekunden Zeitstrafe (Rang 37).

Ergebnisse

K1 männlich:

1. PRSKAVEC Jiri (CZE) 88.21 (0); 2. DOUGOUD Martin (SUI) 89.60 (0) +1.39; 3. CLARKE Joseph (GBR) 89.80 (2) +1.59; … [Semifinale] 12. AIGNER Hannes (GER) 92.88 (0) +3.91; 25. HEGGE Noah (GER) 96.33 (4) +7.36; 37. HENGST Stefan (GER) 142.83 (52) +53.86

K1 weiblich:

1. FUNK Ricarda (GER) 99.09 (2); 2. ZWOLINSKA Klaudia (POL) 101.06 (4) +1.97; 3. FISEROVA Tereza (CZE) 102.34 (0) +3.25; … 10. LILIK Elena (GER) 110.71 (2) +11.62; … [Semfinale] 16. APEL Emily (GER) 106.65 (0) +4.86

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