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3 Fragen an Wirtschaftspolitiker Gunther Schnabl zum US-Handelskonflikt

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    Die Europäische Union wird von den geplanten US-Strafzöllen vorerst ausgenommen. Was das für die EU bedeutet und ob die Gefahr eines Handelskrieges damit gebannt ist, beantwortet Prof. Dr. Gunther Schnabl vom Institut für Wirtschaftspolitik der Universität Leipzig im Interview. Er beleuchtet darin auch die verschiedenen Interessen und gibt der EU einen Rat.

    Die USA verhängt vorerst keine Strafzölle gegen die EU. Ist die Gefahr eines Handelskrieges jetzt gebannt?

    Die Zölle auf Stahl und Aluminium wären für die deutsche und europäische Wirtschaft ohnehin von geringer Bedeutung gewesen. Wenn die Europäische Union aber mit Strafzöllen auf US-Produkte reagiert hätte, hätte das vielleicht einen Handelskrieg ausgelöst. Man muss bedenken, dass die großen Wohlstandsgewinne der Nachkriegszeit auf dem konsequenten Abbau von Handelsschranken basierten. Die Unternehmen wurden zum effizienten Wirtschaften gezwungen. Das brachte Wachstum, höhere Löhne und bessere Produkte zu geringeren Preisen. Wenn dieser Prozess heute durch hitzköpfige Politiker umgekehrt würde, wären die Folgen für die Bürger auf beiden Seiten des Atlantiks gravierend.

    Trump gibt an, mit den Zöllen die nationale Sicherheit im Auge zu haben. Was steckt dahinter?

    Das große Geld wird in den USA nicht in der Industrie, sondern im Finanzsektor gemacht. Die US Zentralbank Fed hat seit den späten 1980er Jahren den Finanzsektor gemästet, indem sie die Zinsen immer weiter abgesenkt hat. Ein Nebeneffekt war, dass viel billiges Kapital nach Ostasien abgeflossen ist, wo damit große Kapazitäten in der Industrie geschaffen wurden. Diese machen seit langem der US-Industrie zu schaffen. Die frustrierten Arbeiter haben Trump zum Präsidenten gemacht. Trump muss ihnen etwas liefern, beispielsweise öffentlichkeitswirksame Beleidigungen von Handelspartnern und nun Strafzölle in einigen wenigen Branchen. Trump hat unter normalen Umständen kein Interesse an einem Handelskrieg, weil dieser das Wachstum und seine Wiederwahl gefährden würde. Auch der Widerstand der Unternehmen wäre groß, weil importierte Vorprodukte teuer würden.

    Was raten Sie der Europäischen Union?

    Präsident Trump poltert nicht ohne Grund. Der durchschnittliche Zoll der Europäischen Union ist mit 5,2 Prozent höher als der durchschnittliche Zoll der USA mit 3,5 Prozent. Die Europäische Kommission sollte nicht versuchen, sich mit Strafzöllen auf Bourbon Whisky oder Harley-Davidsons zu profilieren. Der Schaden wäre größer als der Nutzen. Zudem sollte die Europäische Zentralbank (EZB) endlich aus der ultra-lockeren Geldpolitik aussteigen, wie dies die US-Fed schon länger tut. Denn die Europäische Zentralbank hat den Euro im Vergleich zum Dollar geschwächt, was europäische Exporte in die USA stark begünstigt hat. Würde EZB-Präsident Mario Draghi mit Zinserhöhungen den Euro aufwerten, dann würden auch die Rufe der US-Industrie nach Zöllen verstummen.

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