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„Ernst des Lebens“ leicht gemacht – Tipps für einen gelungenen Schulstart

Am 13. August beginnt für viele ABC-Schützen in Sachsen und anderen Bundesländern der „Ernst des Lebens“. Aber geht es in der Schule tatsächlich so ernst zu? Wie können Eltern ihren Kindern diesen Schritt in den neuen Lebensabschnitt erleichtern?

Welche Probleme kann es geben, und wie sind sie zu lösen? Diplom-Psychologin Dr. Katrin Gottlebe von der Universität Leipzig forscht an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät zum Themenschwerpunkt Psychologie in Schule und Unterricht. Sie gibt im Interview wichtige Tipps für einen gelungenen Schulstart.
Wie können Eltern ihren Kindern den Schulstart erleichtern?

Dr. Katrin Gottlebe: Wichtig ist meines Erachtens, dass die Eltern oder die KiTas den Kindern ermöglichen, zur Vorschule zu gehen. Dort lernen sie Lehrer kennen und bekommen einen Eindruck davon, was nun auf sie zukommt. Diese Kompetenzen brauchen sie für den Schulalltag. Die Eltern können viel abfedern, indem sie ihren Kindern Offenheit und Neugier auf die Schule vermitteln. Die Kinder übernehmen dann häufig die Einstellung der Eltern zur Schule.

Also sollten Erwachsene möglichst nicht vom „Ernst des Lebens“ sprechen?

Dr. Katrin Gottlebe: Das sollten sie nicht, denn es kann beim Kind Druck aufbauen. Besser ist es, wenn Eltern ihre Kinder einfühlsam auf den Schulalltag vorbereiten. Hinzu kommt, dass es in vielen Bundesländern in der ersten Klasse noch keine Noten gibt, sondern nur Verbalurteile. Die Kinder werden also behutsam an die Benotung herangeführt. Das hilft ihnen auch schon beim Schulstart. Ich empfehle den Eltern, sich auf der Website des Kultusministeriums oder in Broschüren über das aktuelle Schulsystem zu informieren.

Welche Probleme treten häufig bei Erstklässlern auf?

Dr. Katrin Gottlebe: Eine Herausforderung ist, dass sich die Kinder in ein neues soziales Gefüge hineinfinden müssen. Es kann passieren, dass der Kita-Freund in eine andere Klasse kommt. Viele neue Gesichter – da brauchen Kinder eine gewisse soziale Kompetenz, um diese Situation zu meistern. Wenn das anfangs noch nicht so klappt, sollte der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin als neue Bezugsperson in der Institution Schule das Kind unterstützen. Auch das längere Stillsitzen kann für Kinder, die das von der KiTa nicht gewohnt sind, eine Herausforderung sein. Die Lehrer haben aber heutzutage viele Möglichkeiten, individuell auf die Kinder einzugehen, sie langsam an den Schulalltag heranzuführen. Ihr Einfühlungsvermögen ist jetzt besonders gefragt.

Ein Tipp von mir: Auch schon in der ersten Klasse ist es wichtig, dass Kinder Zeit im Hort verbringen und nicht gleich nach der Schule von den Eltern abgeholt werden. Der Hort ist nicht nur ein Ort der Betreuung, sondern er bietet auch gute Möglichkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen.

Was kann man tun, wenn der Schulneuling zu Hause nichts erzählt?

Dr. Katrin Gottlebe: Eltern sollten erst einmal akzeptieren, dass ihr Kind nun seine eigene Welt in der Schule hat. Es ist jetzt ein Schulkind. Eltern sollten lernen, ein Stückweit loszulassen und darauf vertrauen, dass ihr Kind ihnen erzählt, was ihm wichtig ist. Wenn etwas wirklich Wichtiges, egal ob positiv oder negativ, passieren sollte, erfahren Eltern das auf jeden Fall. Nachmittags beim Abholen können Eltern auch bei kurzen Gesprächen mit den Erziehern erfahren, wie sich das Kind eingelebt hat. Wichtige Informationen gibt es auch bei den Elternabenden. Für den alltäglichen Informationsaustausch zwischen Lehrer und Eltern gibt es das Hausaufgabenheft oder eine Postmappe.

 

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