Für die Sächsische Staatsregierung ist Nachhaltigkeit ein Leitprinzip der Politik und grundlegendes Ziel des Regierungshandelns. In seiner heutigen Sitzung (27. November 2018) hat das Kabinett die „Nachhaltigkeitsstrategie für den Freistaat Sachsen 2018“ beschlossen. Sie stellt eine Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2013 dar und berücksichtigt gleichermaßen die ökonomische, ökologische und soziale Dimension nachhaltiger Entwicklung.

Staatsminister Thomas Schmidt erinnerte am Rande der Kabinettssitzung daran, dass der Nachhaltigkeitsbegriff aus Sachsen stammt. Der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz plädierte im Jahr 1713 in seinem Buch „Sylvicultura oeconomica“ als Erster für eine „nachhaltende“ Nutzung des Waldes und gilt international als Schöpfer des Nachhaltigkeitsbegriffes.

„Carlowitz forderte bereits vor über 300 Jahren ein auf die Zukunft gerichtetes Handeln, die Übernahme von Verantwortung für künftige Generationen und ein florierendes Gemeinwesen. Das sind auch heute die zentralen Ziele, die wir mit der Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen“ sagte Schmidt.

Alle Ministerien sowie die Staatskanzlei haben die Strategie unter der Koordinierung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft erarbeitet und tragen gemeinsam Verantwortung für ihre Umsetzung. Die Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt einen fachübergreifenden, integrativen Ansatz und berücksichtigt viele verschiedene Themenfelder von Bildung und Wissenschaft, öffentliche Finanzen, Umweltschutz, Energie und Klima bis hin zu Fachkräften, Gesundheit sowie gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Neben einer umfassenden Aktualisierung sind die Berücksichtigung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Agenda 2030) und die Ausrichtung auf einen Zielhorizont bis zum Jahr 2030 wichtige Anliegen der neuen Strategie. Zahlreiche Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Unternehmen und Institutionen sind aus dem öffentlichen Beteiligungsverfahren der letzten Monate in die Strategie eingeflossen.

„Die Strategie richtet sich nicht nur an die Ministerien und die nachgeordnete Verwaltung. Um die Lebensqualität kommender Generationen in Sachsen zu sichern und Nachhaltigkeit im alltäglichen Handeln umzusetzen, brauchen wir eine breite Unterstützung und die Mitwirkung aller Akteure im Freistaat Sachsen“, so Staatsminister Thomas Schmidt. „Der Einzelne in seinem persönlichen Umfeld, die Kommunen, aber auch Wirtschaft und Wissenschaft sind gleichermaßen gefordert, sich an Nachhaltigkeit zu orientieren.“

Schmidt betonte auch die Rolle von Umweltschutz und Ressourceneffizienz im Nachhaltigkeitsprozess. „Unsere Gesellschaft trägt Verantwortung dafür, die natürlichen Lebensgrundlagen für die heutige und für künftige Generationen zu erhalten. Umweltgerechtes und ressourcenschonendes Wirtschaften ist hierfür die wesentliche Grundlage. Die Herausforderungen und drängenden Fragen in den Themenbereichen Klimawandel, Energieversorgung, Mobilität, Landwirtschaft und Kreislaufwirtschaft machen innovative und gesellschaftlich akzeptierte Lösungen erforderlich“, so der Minister abschließend.

Hintergrund:

Der Freistaat Sachsen orientiert sich bereits seit dem Jahr 2013 an einer Nachhaltigkeitsstrategie als Kompass für seine Entwicklung. Die Nachhaltigkeitsstrategie für den Freistaat Sachsen 2018 setzt sich aus folgenden neun thematischen Handlungsfeldern zusammen:

1. Bildung und Wissenschaft
2. Öffentliche Finanzen
3. Energie und Klima
4. Natürliche Lebensgrundlagen und Ressourcenschutz
5. Städte und Ländlicher Raum
6. Wirtschaft, Innovation, Fachkräfte 7. Gesundheit und Lebensqualität
8. Kulturelle Vielfalt, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit
9. Internationale Beziehungen und Entwicklungszusammenarbeit

Die Handlungsfelder 8 „Kulturelle Vielfalt, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit“ und 9 „Internationale Beziehungen und Entwicklungszusammenarbeit“ wurden neu eingeführt, um soziale Themen und internationale Aspekte stärker zu berücksichtigen. Die Herausforderungen der demografischen Entwicklung, der Digitalisierung und Globalisierung werden im fachübergreifenden Einleitungskapitel aufgegriffen.

Zur Messbarkeit von Erfolgen und Wirkungszusammenhängen wurde bereits 2013 ein Set an Indikatoren in die Strategie aufgenommen. Dieses Set wurde aktualisiert und überarbeitet. So finden sich viele bewährte und neue Indikatoren in der Strategie wieder. Neu aufgenommen wurden beispielsweise Indikatoren zur Entwicklung in den Städten und im Ländlichen Raum, zum ökologischen Landbau, zum Natur- und Gewässerschutz sowie zu Digitalisierung und Innovationen.

www.nachhaltigkeit.sachsen.de

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