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Von Menschen mit Beeinträchtigungen lernen, wie Inklusion besser gelingen kann

Wissenschaftsministerium unterstützt inklusives Projekt an der TU Dresden und der Universität Leipzig

Von Menschen mit Beeinträchtigungen lernen, wie Inklusion besser gelingen kann – darum geht es bei einem Projekt, das an der TU Dresden und an der Universität Leipzig angelaufen ist. Hier werden in einer dreijährigen Qualifizierung 12 Bildungsfachkräfte auf ihren Einsatz als Lehrende in Seminaren und Vorlesungen vorbereitet. Sie sollen später auch die Lehrerbildung an sächsischen Hochschulen bereichern. Das Projekt wird bis 2022 vom Wissenschaftsministerium mit über 1,43 Millionen Euro unterstützt.

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange informierte sich heute vor Ort über das Projekt QuaBiS (Projekt zur Qualifizierung von Bildungsfachkräften im Kontext einer inklusionsorientierten Hochschulentwicklung in Sachsen): „Studierende im Lehramt hatten in ihrer eigenen Schulzeit oftmals nie Kontakt zu Menschen mit Beeinträchtigungen, weil Inklusion lange kein Thema war.

Gerade in der Ausbildung von Lehrkräften ist es daher wichtig, Barrieren abzubauen. Dabei ist der Ansatz des Projektes, statt über Menschen mit Behinderung zu sprechen, von ihren Erfahrungen mit Lernbarrieren, Ausschluss aus Schulformen und ihren Entwicklungswegen zu lernen, genau richtig.“

Die Projektleiterinnen Prof. Anke Langner, Direktorin des Instituts Erziehungswissenschaft an der TU Dresden, und Prof. Saskia Schuppener, Institutsleiterin des Instituts für Förderpädagogik der Universität Leipzig, berichten: „Ziel des Projekts ist die aktive und selbstwirksame Mitgestaltung inklusiver Bildungsprozesse durch die Bildungsfachkräfte, aber auch der langfristige Abbau von Vorurteilen und Barrieren sowie die breite Entwicklung eines Bewusstseins für Inklusion.

Das Thema Inklusion wird hier nicht nur vermittelt, sondern als selbstverständliche Praxis im Lern- und Lehrprozess gelebt, was ein innovativer Beitrag zur Verbesserung der Praxisqualität in Aus- und Weiterbildung an Hochschulen ist. Zudem trägt das Projekt zur wirksamen und selbstverständlichen Teilhabe und Partizipation bei, weil es Vorannahmen und Sichtweisen zu Diversität nicht nur in Hochschulen tonangebend verändern kann.“

Es werden an zwei Standorten – TU Dresden und Universität Leipzig – jeweils sechs Bildungsfachkräfte qualifiziert. Es handelt sich um Menschen mit Behinderungserfahrungen, die bisher in Werkstätten für Menschen mit Behinderung tätig waren.

Seit dem 2. Mai 2019 sind die Bildungsfachkräfte an den Universitäten aktiv. Nach Ende der Qualifikation ist das Ziel, einen Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen und an der Hochschule weiter zu arbeiten. Diesen zu schaffen, ist auch Aufgabe des Projektes.

Die Bildungsfachkräfte sollen nach Abschluss der Qualifizierung verschiedene Themen vermitteln: Umgang mit Barrieren, Bedeutung von Leichter Sprache, Formen von Assistenz und Teilhabe und eigene Schul- und Institutionserfahrungen. Diese „besondere Themenvermittlung“ soll künftig an unterschiedlichen sächsischen Hochschulen, Ausbildungsstätten und Verwaltungseinrichtungen etabliert werden. Damit wird Inklusion nicht nur theoretisch vermittelt, sondern erfahrungsbasiert gelehrt.

InklusionMelder
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Boote auf der Weißen Elster. Foto: Ralf Julke

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Umbruch, Aufbruch. Foto: Ralf Julke

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