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Kammern in Mitteldeutschland haben Unternehmen in 26 Städten zu ihrer Standortzufriedenheit befragt

Standortumfrage Mitteldeutschland: Unternehmen brauchen schnelleres Internet und mehr Fachkräfte

Gut erreichbare Stadtverwaltungen, Versorgungssicherheit mit Strom, überregionale Verkehrsanbindung und eine in vielerlei Hinsicht hohe Lebensqualität, darin sehen die Unternehmen in der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland die entscheidenden Stärken des Wirtschaftsstandortes. Große Defizite zeigen sich hingegen bei der Breitbandversorgung, der Verfügbarkeit von Fachkräften und Auszubildenden, der Höhe der Stromkosten sowie bei Steuern und Abgaben.

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Standortzufriedenheitsanalyse der Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern aus Leipzig und Halle (Saale). An der Befragung haben sich 1.396 Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche in 26 größeren Städten des Wirtschaftsraumes Leipzig/Halle beteiligt.

Kristian Kirpal, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig: „Die Standortbedingungen vor Ort haben erheblichen Einfluss auf das Wachstumspotenzial unserer Region. Alle Akteure aus Politik und Verwaltung geht es gemeinsam an, gute Voraussetzungen für die Wirtschaft zu schaffen. Die Kommunen, die Länder, der Bund – jeder ist in seinem Einflussbereich aufgerufen, die Unternehmensstandorte voranzubringen.

Gerade bei den vermeintlich „weichen“ Faktoren, die bei Ansiedlungs- und Investitionsentscheidungen immer mehr an Bedeutung gewinnen, sind viele Kommunen in Mitteldeutschland gut aufgestellt: bei Kinderbetreuungsangeboten, Kultur und Freizeit oder auch der Umweltqualität können viele Standorte punkten. Gleichzeitig haben unsere Unternehmen aber auch mit gewichtigen Standortmängeln zu kämpfen. Das darf sich der Wirtschaftsraum Mitteldeutschland nicht erlauben. Insbesondere bei der Breitbandversorgung und Mobilfunknetzen müssen jetzt schnell flächendeckend höchste Standards erreicht werden.“

Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle (Saale): „Die Kammern haben mit ihrer Analyse ein Abbild der Zufriedenheit der mitteldeutschen Wirtschaft vorgelegt. Es ist jetzt an den Verantwortungsträgern der Kommunen, daraus Schlussfolgerungen abzuleiten, um den Betrieben bestmögliche Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.“

Mit der Standortzufriedenheitsumfrage in Mitteldeutschland haben die Wirtschaftskammern aus Halle (Saale) und Leipzig zum dritten Mal nach 2009 und 2014 eine Vielzahl von Standortfaktoren hinsichtlich der Wichtigkeit und Zufriedenheit für die Unternehmen untersucht. Dies betrifft die Themenkomplexe Verkehr und Infrastruktur, Bildung und Arbeitskräfte, Standortkosten, Öffentliche Verwaltung und Standortattraktivität.

Zentrale Ergebnisse im Überblick

  • Insgesamt erachten die Unternehmen 15 Standortfaktoren als sehr wichtig. Größten Stellenwert haben mit „Breitbandanbindung/High-Speed-Internet“, „Netzverfügbarkeit Mobilfunk“ und „Versorgungssicherheit mit Strom“ drei Faktoren aus dem Bereich Verkehr/Infrastruktur. Auf den Plätzen vier und fünf der wichtigsten Standortfaktoren finden sich die „Allgemeine Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit“ und „Durchschnittliche Personalkosten“.
  • Mit dem Großteil der Standortfaktoren (31) sind die Unternehmen vergleichsweise zufrieden. Als Standortvorzüge für die Region – dies sind besonders wichtige Faktoren mit hoher Zufriedenheit – erweisen sich die „Versorgungssicherheit mit Strom“, die „Erreichbarkeit der Stadtverwaltungen“, die „überregionale Verkehrsanbindung“ und sogenannte „weiche Standortfaktoren“ wie Naherholungs- und Einkaufmöglichkeiten, Umweltqualität, Freizeitmöglichkeiten, Kinderbetreuungsangebote und allgemeine Lebenshaltungskosten.
  • Am wenigsten zufrieden sind die Unternehmen mit der „Verfügbarkeit von Facharbeitern/Meistern“ und der „Verfügbarkeit von Auszubildenden“. Damit rücken erstmals nach 2009 und 2014 zwei beschäftigungsrelevante Faktoren in der kritischen Bewertung ganz nach vorn. Daneben finden sich vor allem Faktoren, die über Steuern, Gebühren, Abgaben und Preise die Unternehmen direkt finanziell belasten. Deutlich unzufriedener als vor fünf Jahren sind die Unternehmen mit der „Breitbandanbindung“, „Parkplatzangeboten“, „Kaufpreisen für Gewerbeflächen/-immobilien“, „ÖPNV-Angeboten“ und der „Nähe zu Berufsschulen“.
  • Als Standortmangel – dies sind sehr wichtige Faktoren mit gleichzeitig geringer Zufriedenheit – wurde trotz zuletzt verstärkter Investitionstätigkeit insbesondere der für die Unternehmen wichtigste Standortfaktor „Breitbandversorgung/High-Speed-Internet“ identifiziert. Auch die Verfügbarkeit von Facharbeitern, die Höhe der Gewerbesteuer, die Strompreise und die allgemeine Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sind als Standortmängel auszumachen. Hier besteht Handlungsbedarf.

Die Einschätzungen der Unternehmen zu den Standortfaktoren in den einzelnen Städten werden die vier gewerblichen Kammern in den kommenden Monaten den lokalen Verantwortungsträgern in Politik und Verwaltung übermitteln, um Lösungsansätze für drängende Probleme gemeinsam auszuloten.

Die vollständige Studie mit detaillierten Ergebnissen für Mitteldeutschland und die einzelnen Regionen finden Sie unter: www.leipzig.ihk.de/standort

MelderHochschulfreiheitsgesetzStandortzufriedenheitsanalyse
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