Die zweite Tarifverhandlung im digitalen Format für die rund 8.000 Beschäftigten der ostdeutschen Eisen- und Stahlindustrie wurde heute ohne Ergebnis beendet. Die Arbeitgeber hatten eine Coronaprämie von 350 Euro zum 30. Juni 2021 angeboten. Eine weitere Einmalzahlung von 350 Euro soll es zum 1. Februar 2022 geben. Diese soll zur Beschäftigungssicherung auch in freie Zeit umgewandelt werden können. Die Laufzeit soll 17 Monate betragen.

Darüber hinaus wurde angeboten, die Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, zur Altersteilzeit und zu Werkverträgen zu verlängern und der Gesprächsverpflichtung zu den dual Studierenden nachzukommen. Als weiteren Punkt haben die Arbeitgeber vorgeschlagen, Gespräche über einen Transformationstarifvertrag aufzunehmen, der die Herausforderungen der Dekarbonisierung aufgreift. Dazu gehört die Fortsetzung der Gespräche zum Zukunftsdialog, um unter anderem die Ausbildung von zukünftigen Fachkräften in der Stahlindustrie attraktiver zu machen.

„Ein erster Schritt ist zwar erkennbar, allerdings ist das Angebot insgesamt zu gering und die Laufzeit zu lang“, sagte Birgit Dietze, Verhandlungsführerin der IG Metall für die ostdeutsche Stahlindustrie und Bezirksleiterin in Berlin, Brandenburg und Sachsen „Die Arbeitgeber haben zwar erkannt, dass die Corona-Pandemie eine starke Belastung für die Beschäftigten ist und sie eine Wertschätzung verdient haben. In den angebotenen Einmalzahlungen ist diese aber nicht zu erkennen.“

Die Verhandlungsführerin der IG Metall betonte, dass die Auftragsbücher in vielen Stahlunternehmen voll seien und die Preise für Stahl Rekordniveau erreicht hätten. „Wir brauchen eine verlässliche Möglichkeit, um im Jahr 2022 in einer Tarifrunde zu einer Entgelterhöhung zu kommen. Bis dahin sollte sich die wirtschaftliche Lage der Unternehmen weiter verbessert haben. Für das laufende Kalenderjahr sind – bei aller Differenziertheit in der Branche – die Aussichten sehr positiv. Wenn wir einen Abschluss mit zu langer Laufzeit machen, produzieren die Stahlunternehmen wieder auf Hochtouren und unsere Kolleginnen und Kollegen gehen leer aus. Das kann es nicht sein“, so Birgit Dietze.

Die angebotenen Verlängerungen der genannten Tarifverträge und das Angebot, gemeinsam tarifvertragliche Regelungen zur Transformation zu finden, beurteilte Dietze positiv.

Die IG Metall wird ab 23. März in der Eisen- und Stahlindustrie in Ostdeutschland zu Warnstreiks aufrufen. Dafür sprachen sich die Mitglieder der Tarifkommission einstimmig im Anschluss an die Verhandlung aus.

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