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Helios-Beschäftigte der Kliniken in Aue und Leisnig empört über unzureichendes Tarifangebot des Klinikkonzerns

Von ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

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    Die Beschäftigten der Helios-Kliniken Aue und Leisnig sind sauer. „Mitten in der Pandemie verweigert der hoch profitable Krankenhauskonzern seinen Beschäftigten eine angemessene Tarifsteigerung“, berichtet der zuständige ver.di-Sekretär Robin Rottloff. „Und noch schlimmer: Während alle Welt darüber redet, wie wichtig die Pflegekräfte sind, hat Helios die vereinbarte Pflegezulage gekündigt. Gerade jetzt ist das ein fatales Signal.“

    Bundesweit verhandelt ver.di für rund 21.000 nicht-ärztliche Beschäftigte in 34 Helios-Kliniken über eine Neufassung des Konzerntarifvertrags. Dieser gilt auch an den Standorten Aue und Leisnig.

    „Helios will seine Klinikbeschäftigten nach fünf Monaten ohne jegliche Lohnerhöhung mit nur einem Prozent mehr Geld ab Juni abspeisen – das bedeutet nichts anderes als Reallohnverlust“, bringt Christin Follak aus der ver.di – Bundestarifkommission das Arbeitgeberangebot vom 25. Februar auf den Punkt. Angesichts der hoch qualifizierten Arbeit und der enormen Belastungen in den Krankenhäusern sei das bei Weitem nicht angemessen.

    „Wütend sind die Beschäftigten in den Kliniken auch über den Plan der Helios-Spitze, die Pflegezulage für etliche Pflegepersonen zu halbieren“, berichtet Rottloff. So wolle Helios die Zulage für Pflegekräfte in den Funktionsdiensten – also in OP, Anästhesie, Ambulanz, Bluttransfusionsdienst, Funktionsdiagnostik und Endoskopie – reduzieren und diese im Gegenzug auf Operations- und Anästhesie-Technische Assistenten (OTA/ATA) ausweiten.

    „Das Helios-Management versucht, die Beschäftigten gegeneinander auszuspielen. Das kommt in der Belegschaft gar nicht gut an.“

    Den Beschäftigten stößt zudem böse auf, dass sie und andere Standorte in Ostdeutschland noch bis 2024 länger arbeiten sollen als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. „Drei Jahrzehnte nach der Vereinigung Deutschlands ist die Angleichung der Arbeitszeiten an das Westniveau längst überfällig“, so Follak, die selbst Beschäftigte am Standort Aue ist.

    „Dieses Vorgehen lassen sich die Beschäftigten nicht länger bieten. Wir zeigen unsere Aktions- und Kampfbereitschaft am 15.03.2021 in Aue. Damit wollen wir Helios und Fresenius zeigen; Ohne uns ist Schicht im Schacht! Für eine gute Patientenversorgung braucht es gute Arbeitsbedingungen und Teilhabe am Gewinn des Unternehmens – Langfristig kann die Lösung aber nur sein, dass das Gesundheitswesen nicht mehr profitorientiert wirtschaften muss. Auch dieses Thema beschäftigt die Kolleginnen und Kollegen“, erklärt Rottloff weiter.

    Der zum Fresenius-Konzern gehörende Klinikbetreiber Helios könne sich Verbesserungen für seine Beschäftigten durchaus leisten, betont Christin Follak. „2020 hat Helios einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von über 600 Millionen Euro eingefahren. Auch für 2021 erwartet das Unternehmen eine positive Entwicklung. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, dass Helios seinen Beschäftigten eine angemessene Lohnerhöhung verweigert.“

    Gewerkschaftssekretär Rottloff verweist darauf, dass der Mutterkonzern Fresenius seine Dividendenausschüttung zum 28. Mail in Folge erhöhen will. „Die Beschäftigten der Helios-Kliniken haben einen Großteil dieses Geldes erwirtschaftet. Sie und die Patienten haben ein Recht darauf, dass es nicht nur Aktionären zugutekommt, sondern für bessere Arbeitsbedingungen und eine gute Versorgung investiert wird.“

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