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Beschäftigte bei Tönnies in Weißenfels protestieren für höhere Löhne

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    Schlachthofmitarbeiter fordern bessere Bezahlung: Beschäftigte am Weißenfelser Standort des Fleischkonzerns Tönnies  protestieren am Freitag, 23. April, für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in ihrer Branche. Mit der vierstündigen Aktion soll der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden, einen Tarifvertrag für die bundesweit rund 160.000 Beschäftigten in der Fleischwirtschaft abzuschließen, so die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

    Die Tarifverhandlungen waren nach drei ergebnislosen Runden Ende März unterbrochen worden. Das Tönnies-Werk in Weißenfels (Burgenlandkreis) ist der größte Schlachtbetrieb Ostdeutschlands.

    „Mehrere Corona-Ausbrüche unter Schlachthofmitarbeitern im vergangenen Jahr haben ein Bewusstsein für die harten Arbeitsbedingungen insbesondere osteuropäischer Beschäftigter geschaffen. Nach dem Verbot von Werkverträgen durch die Politik muss jetzt auch Clemens Tönnies beweisen, dass er zu einem echten Wandel der Fleischbranche bereit ist. Dazu zählen Löhne, von denen die Menschen leben können“, sagt Jörg Most von der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau.

    Nach Informationen der Gewerkschaft arbeitet ein Großteil der 2.200 Beschäftigten in Weißenfels zum gesetzlichen Mindestlohn von 9,50 Euro pro Stunde. „Solche Niedriglöhne sind für den Knochenjob in der Schlachtung und Zerlegung inakzeptabel. Es kann nicht sein, dass die überwiegend aus Osteuropa stammenden Mitarbeiter, die bisher über Werkverträge beschäftigt waren, weiterhin deutlich schlechter bezahlt werden als das heimische Personal“, kritisiert Most.

    Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Weißenfels stamme aus Rumänien, Polen, Ungarn und Bulgarien. Viele seien mit der Aussicht auf gute Löhne zum Arbeiten nach Deutschland gelockt worden. Branchenführer Tönnies müsse nun dafür sorgen, dass es nicht wie bislang bei einem leeren Versprechen bleibe.

    Für die Beschäftigten in der Fleischwirtschaft fordert die Gewerkschaft NGG einen Mindestlohn von bundesweit 12,50 Euro pro Stunde, der nach einer kurzen Einarbeitungszeit auf 14 Euro steigen soll. Facharbeiter sollen auf einen Stundenlohn von mindestens 17 Euro kommen. Die Arbeitgeber hatten zuletzt einen Einstiegsverdienst von 10,50 Euro geboten, der bis Dezember 2023 auf zwölf Euro steigen soll. Die Gewerkschaft lehnt das Angebot als unzureichend ab.

    Die Protestkundgebung in Sachsen-Anhalt ist Teil bundesweiter Aktionen, mit denen die NGG die Arbeitgeberseite zur Rückkehr an den Verhandlungstisch bewegen will. Der Fleischkonzern Tönnies mit Sitz im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück lässt in Weißenfels 400.0000 Schweine pro Woche schlachten. Die Endprodukte werden über den Lebensmitteleinzelhandel unter verschiedenen Eigenmarken vertrieben.

    Im Juni vergangenen Jahres hatten sich mehr als 1.500 Tönnies-Beschäftigte in Rheda-Wiedenbrück mit Covid-19 infiziert. In der Folge begann eine bundesweite Debatte um die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie, die die Bundesregierung über das seit Januar geltende Arbeitsschutzkontrollgesetz strenger prüfen will. Im Weißenfelser Werk kam es Anfang Dezember zu rund 170 Corona-Infektionen von Schlachthof-Beschäftigten.

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