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Online-Premiere am 14. Mai: Widerstand von Lukas Rietzschel

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    Gegenwart. Land. Eine der Gegenden, die zu lange „Die fünf neuen Bundesländer“ genannt worden sind. Viele sind weg, viele sind aber auch noch dort. Manche kommen zurück. Zum Beispiel Isabell. Um mal zu schauen, wie es den Eltern geht. Denn die sind noch da.

    Die Arbeit? Ist schon auch weg. Zumindest die gewohnte Arbeit. Neue Arbeit ist eigentlich genug da. Paketdienst geht immer. Die Frage ist, ob die alten Beziehungen und Freundschaften noch da sind. Zwischen Isabell und ihren Eltern, ihrem Schulkameraden, zwischen Isabell und der neuen Freundin des Vaters.

    Die Häuser sind abbezahlt, oder sie sind viel zu groß, um sie allein zu unterhalten. Denn Alleinsein, das ist auch so ein Thema. Man begegnet sich auf der Straße, man grillt, abends sitzt man in der Garage zusammen beim Bier. Aber in dem, was geredet wird, verbirgt sich viel an Ungesagtem. Manches wird auch gar nicht erst gesagt, sondern gleich verschwiegen. Die Suche nach Nähe führt nicht nur Isabell immer wieder zur Mutter, aber die ist eh fast nicht mehr da.

    Sprachlosigkeit wird greifbar, und Verständnislosigkeit. Zwischen den Generationen, innerhalb der Generationen. Sehnsucht wird greifbar, Unsicherheit. Begründet liegt die Unsicherheit in den Figuren selbst, nicht so sehr in den Umständen (den realen und den gefühlten). Auch, wenn das den Figuren lieber wäre. Umso mehr stellen sich manche die Frage, ob die früheren Zeiten nicht doch bessere waren und wie man auf die neuen Zeiten reagieren sollte. Will man sich wieder alles gefallen lassen? Denn Widerstand, den hat man doch jetzt gelernt, heißt es in der Garage: „Da gibt es tausend Möglichkeiten. Heute sowieso.“

    Lukas Rietzschel entwirft in großer Genauigkeit die Atmosphäre einer Gegenwart. Sein Text schaut sehr genau hin und hört seinen Figuren sehr genau zu: Dem, was sie sagen, und dem, was in der Stille dazwischen liegt. Dem, was geschieht, und dem, was daraus geschehen könnte. Einfache Antworten sucht der Text nicht, er verwirft sie, sogar die Figuren verwerfen sie. Stattdessen gibt „Widerstand“ in konzentrierten Dialogen und in scharfer Beobachtung das Bild einer Gesellschaft, deren Substanz Risse hat, die größer werden. Und die mit Argumenten nur noch schwer zu kitten sind.

    Der Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ war 2018 Lukas Rietzschels viel beachtetes Debüt über das Aufwachsen zweier Brüder in der Lausitz der Nachwende-Zeit. Theater-Fassungen des Romans kamen deutschlandweit auf die Bühne. Lukas Rietzschel lebt als Autor in Görlitz und ist dort im Team des Projekts „Kulturheim Leipziger Straße“. Am 23. Juli 2021 erscheint sein zweiter Roman, „Raumfahrer“.

    „Widerstand“, als Auftragswerk entstanden für das Schauspiel Leipzig, wird aufgrund der gegenwärtigen Pandemie-Situation als Theater-Film erarbeitet und im Stream gezeigt. Regie führt Enrico Lübbe, seit 2013 Intendant am Schauspiel Leipzig. Die Bühne entwirft Hugo Gretler, der mit Enrico Lübbe u. a. am Berliner Ensemble „Geschichten aus dem Wiener Wald“ und am Residenztheater München „Rose Bernd“ erarbeitete.

    Peer Baierlein schuf am Schauspiel Leipzig zuletzt die Musik für „Faust I + II“. Das Kostümbild entwirft Teresa Vergho, die regelmäßig mit Johan Simons zusammenarbeitet sowie u. a. mit Susanne Kennedy, Karin Henkel und Benny Claessens, an Theatern wie den Münchner Kammerspielen, der Ruhrtriennale, dem NTGent oder dem Schauspielhaus Zürich. „Widerstand“ ist ihre erste Produktion am Schauspiel Leipzig.

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    besucherservice@schauspiel-leipzig.de

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    Besetzung

    Tilo Krügel als Frank
    Teresa Schergaut als Isabell
    Dirk Lange als Steffen
    Annett Sawallisch als Peggy
    Denis Grafe als Sebastian

    Team

    Autor: Lukas Rietzschel
    Regie: Enrico Lübbe
    Dramaturgie: Torsten Buß
    Bühne: Hugo Gretler
    Kostüme: Teresa Vergho
    Musik: Peer Baierlein
    Video: Kai Schadeberg
    Licht: Thomas Kalz
    Theaterpädagogische Betreuung: Babette Büchele

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