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Mahnwache gegen die Sammelabschiebung nach Afghanistan am 8. Juni 2021 am Leipziger Flughafen

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    Der Abschiebeflug nach Afghanistan vom 8. Juni wird ab Leipzig/Halle starten. Deswegen setzt das Aktionsnetzwerk Protest LEJ die Demonstration vom 5. Juni fort und wird sich erneut am 8. Juni versammeln. Um​​​​​​​ 19 Uhr auf dem Flughafen Leipzig/Halle im überdachten Bereich von Terminal B, zwischen östlichem und mittlerem Eingang wird eine Mahnwache stattfinden.

    „Am Samstag haben wir ein deutliches Zeichen die unmenschliche Abschiebemaschinerie gesetzt“, berichtet Maxi Funke für Protest LEJ, „Wir fordern den sofortigen Abschiebestopp und zwar bundesweit, egal in welches Zielland. Spezifisch zu Afghanistan ist es vollkommen unklar, wie sich die Lage nach dem Truppenabzug der NATO weiter entwickeln wird. Von unsicher zu katatrophal – das jedoch ist zu befürchten. Afghanistan ist bereits heute das unsicherste Land der Welt.“

    Am 05.06.21 versammelten sich alleine in Leipzig insgesamt 300 Menschen. Auf zwei parallelen Fahrraddemos und einer gemeinsamen Kundgebung forderten die Aktivist/-innen den Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan. Die Versammlungen waren geprägt von hunderten bunten Papierdrachen, mit denen die Demonstrant/-innen auf die unsichere Lage in Afghanistan aufmerksam machten.

    In vielen der Redebeiträgen wurde das Thema der Angst immer wieder angesprochen. Auf Deutsch, Englisch und Dari berichteten Aktivist/-innen von der Situation in Afghanistan, aber auch davon, wie es sich anfühlt, von einer Abschiebung bedroht zu sein.

    „Wir stehen in Solidarität mit jenen, die von Abschiebung bedroht sind.“, erklärte ein Aktivist der No Border Assembly Berlin in einem der Redebeiträge, „Wir verstehen, was die Geflüchteten aus Afghanistan hier durch machen. Sie leben in Angst, sie essen mit Angst, sie schlafen mit Angst, sie gehen mit Angst. Das ist es, was das Leben kaputt macht. Man verliert die Hoffnung und die Motivation. Es ist kein Leben!“

    Eine der Redner/-innen von Protest LEJ führte in Hinblick auf die Situation der von Abschiebung bedrohter Afghan/-innen aus, „Stell dir vor du wärst in Afghanistan aufgewachsen. Stell dir vor, du hast dort deine Kindheit in Angst verbracht. Und nun sagen die deutschen Behörden, dass du zurück sollst – zwangsweise. Stell dir vor, dass deine Lieben zurück sollen.“

    „Alleine diese Gedanken, wenn irgendein nicht mal bestätigtes Gerücht rauskommt, dass eine Abschiebung droht, führt zu einem immensen psychischen Druck. Ich spreche aus Erfahrung“, sagte Omar Alkadamani von den Jusos Leipzig. Der 17-Jährige ist selbst vor vier Jahren mit seiner Familie aus Syrien nach Deutschland geflohen.

    Mohammad Okasha, vom Migrant/-innenbeirat der Stadt Leipzig wandte sich direkt an die Mitarbeiter/-innen der Ausländerbehörden: „Wenn du Afghanistan so sicher findest, dass du Menschen dahin abschiebst, dann nimm doch deine Familie und mach Urlaub da!“

    Das Aktionsnetzwerk Protest LEJ und zahlreiche weitere Initiativen in Leipzig wie im bundesweiten Netzwerk #AfghanistanNotSafe bestehen nicht nur auf den sofortigen Stopp aller Abschiebungen. „Es braucht darüber hinaus ein Bleiberecht für alle afghanischen Staatsbürger/-innen, die sich bereits heute in Deutschland befinden. Das gibt das Aufenthaltsrecht her.“ unterstreicht Pressesprecher/-in Maxi Funke.

    Weiterhin müssen alle Personen, die in Afghanistan die Truppen der NATO unterstützt haben, sofort und unbürokratisch evakuiert werden. „Lange Verwaltungsverfahren sind hochriskant, selbiges gilt für verschleppte Verfahren um den Familiennachzug.“ meint Funke.

    Johanna Dechend von der Seebrücke Leipzig betont, dass gerade Sachsen auch intensiv in weitere Länder abschiebt. „Gerade Tunesien und Georgien sind hier zu nennen“, so Dechend, „Aber auch zahlreiche weitere Zielstaaten werden angeflogen. Bereits für den 22. Juni ist wieder eine Abschiebung nach Pakistan geplant, auch in den Westbalkanstaaten landen regelmäßig Abschiebeflieger.“

    Abschließend führt sie aus: „Abschiebungen basieren auf einer zutiefst rassistisch und neokolonial geprägten Logik. Letzten Endes wird entschieden, welche Menschen in Wohlstand leben dürfen, und welche nicht. Diese Entscheidungen sind willkürlich und beruhen auf Zufällen, wie zum Beispiel dem Herkunftsort eines Menschen. Diese Art von Politik muss aufhören. Der Wert eines Menschen darf nicht durch einen Pass bestimmt werden und Bewegungsfreiheit muss jedem Menschen zustehen.“

    Den kompletten Aufruf zum 08.06.21 finden Sie unter: https://protestlej.wordpress.com/2021/06/05/aufruf-zur-mahnwache-am-leipziger-flughafen-am-08-06-2021/

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