Je länger der Abend dauert, desto knapper wird es, aber es sieht so aus, als hätten die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Cem Özdemir würde demnach neuer Ministerpräsident werden. Außerdem: In Leipzig waren mehrere tausend Menschen beim feministischen Kampftag auf der Straße und die großen Leipziger Fußballclubs hatten höchst unterschiedlich erfolgreiche Spiele. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, 7./8. März 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Cem Özdemir wird wahrscheinlich neuer Ministerpräsident in Baden-Württemberg. Der Grünen-Politiker hat die Landtagswahl laut Hochrechnungen mit etwas mehr als 30 Prozent der Stimmen gewonnen. Dahinter folgt die CDU mit knappem Rückstand. Es gilt als sicher, dass Grüne und CDU ihre Koalition fortsetzen werden.

Für die Grünen endet damit eine beeindruckend Auf- und Überholjagd. Noch zu Beginn des Jahres standen sie in Umfragen des Instituts INSA bei 21 bis 22 Prozent. In einer kurz vor der Wahl durchgeführten INSA-Umfrage kamen sie auf 24 Prozent; bei der Forschungsgruppe Wahlen lagen sie immerhin bei 28 Prozent.

Özdemir folgt – sofern sich die Zahlen bestätigen und eine Koalition zustande kommt – auf den langjährigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Beide gehören zum konservativen Flügel der Partei. Die AfD erreicht in den Hochrechnungen am Abend ungefähr 19 Prozent. Die SPD liegt knapp über der Fünf-Prozent-Hürde, FDP und Linke knapp darunter.

Tausende beim feministischen Kampftag auf der Straße

Bundesweit sind am Sonntag viele Menschen für die Rechte von Frauen und anderen benachteiligten Gruppen auf die Straße gegangen. In Leipzig wurde die größte Demonstration von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis organisiert. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich daran. Die Veranstalter*innen sprachen von 10.000 Teilnehmer*innen. Der Aufzug startete auf dem Augustusplatz und endete am Connewitzer Kreuz.

Obwohl im Demokonsens festgehalten war, dass National- und Territorialflaggen unerwünscht sind, wurden auf der Karl-Liebknecht-Straße mehrere palästinensische Flaggen gezeigt. Nach Informationen der Leipziger Zeitung wurden mehrere Aufforderungen der Veranstalter*innen, das zu unterlassen, ignoriert. Die Polizei kesselte daraufhin den Block ein und führte ihn zu einer kleineren, pro-palästinensischen Kundgebung am Alexis-Schumann-Platz.

Gegenüber jener Kundgebung gab es noch eine weitere Versammlung. Dort solidarisierten sich die Teilnehmer*innen mit den Menschen im Iran, die gegen das Regime kämpfen. Ein Regime, das Frauen unterdrückt, foltert und tötet. An den kleineren Kundgebungen beteiligten sich insgesamt einige hundert Personen.

Fußball am Wochenende

Dank eines späten Eigentors hat RB Leipzig am Samstag sein Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Augsburg mit 2:1 gewonnen. Die Gäste waren in der ersten Halbzeit in Führung gegangen. Diomande schoss für Leipzig in der 76. Minute den Ausgleich. In der Nachspielzeit sprang der Ball von der Brust eines Augsburgers ins eigene Tor, sodass sich rund 40.000 Zuschauer*innen noch über einen späten Heimsieg freuen durften. Leipzig bleibt auf Platz 5 der Tabelle.

Nicht so erfolgreich lief es für die Leipziger Teams in der Regionalliga Nordost. Während Chemie in Erfurt immerhin ein 2:2 erreichte, musste sich Lok daheim trotz Führung der Mannschaft aus Jena geschlagen geben. Damit hat der FC Carl Zeiss jetzt noch sieben Punkte Rückstand auf Lok und ein Spiel weniger absolviert.

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

über den Bebauungsplan für das Gelände am Kohlrabizirkus,

über den Frauenstreik am Montag und

über das Bekenntnis des Stadtrats zum Literaturhaus.

Was am Wochenende außerdem wichtig war: Auch in der „Völkerfreundschaft“ in Grünau gab es am Sonntag ein Programm zum Weltfrauentag mit Brunch, Musik, Talentshow und weiteren Aktionen. Die Organisator*innen wollten damit – nicht zum ersten Mal – die Vielfalt im Stadtteil sichtbar machen.

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