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BMBF fördert Projekt am Dubnow-Institut: Das Objekt zum Subjekt machen. Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln

Von Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow
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    Mit dem am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow koordinierten Verbundvorhaben „Das Objekt zum Subjekt machen. Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Projekt zur Förderung ausgewählt, dessen Ziel es ist, Antisemitismus nachhaltig zurückzudrängen.

    Zu diesem Zweck wird kulturgeschichtliche Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Schulbuchforschung verbunden und die Ergebnisse praxisbezogen für Lehrkräfte aufbereitet. Hierzu arbeitet das Dubnow-Institut eng mit dem Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für Internationale Schulbuchforschung und dem Arbeitskreis Deutsch-Jüdische Geschichte im Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. zusammen.

    Der Sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow gratuliert zur Bewilligung: „Die Förderung eröffnet die Chance, deutsch-jüdische Geschichte und Gegenwart differenziert, offen und klischeebefreit vorzustellen. Mit seinem Transferansatz für verschiedene Zielgruppen kann das Verbundprojekt ein Baustein sein, antisemitischen Haltungen und Tendenzen entgegenzuwirken. Ich freue mich, dass an diesem Vorhaben am Dubnow-Institut in Leipzig auch die Rolle der Geisteswissenschaften als unverzichtbarem Teil der Forschung und der Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenhalts deutlich wird.“

    Das auf vier Jahre angelegte Vorhaben beabsichtigt keine Erforschung der Geschichte des Antisemitismus im klassischen Sinne. Vielmehr setzt das Projekt auf Bildung und Wissensvermittlung im Bereich jüdischer Geschichte, Kultur und Religion. Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus hat zu einer Engführung jüdischer Geschichte auf einen vermeintlich ausschließlichen Erfahrungszusammenhang von Verfolgung, Antisemitismus und Holocaust geführt.

    Die Pluralität jüdischen Lebens in Europa tritt dahinter zurück. Damit einher geht ein fragmentiertes oder vermindertes Wissen über die religiöse und lebensweltliche Praxis von Jüdinnen und Juden, – ein Defizit, das durch mangelnde unmittelbare Erfahrung verstärkt wird. „Diesen isolierenden Betrachtungsweisen und stereotypen Wahrnehmungen will das Projekt fundiertes Wissen über jüdische Geschichte und Kultur entgegensetzen“, so Yfaat Weiss, Direktorin des Dubnow-Instituts.

    Konkret sollen zum einen Grundkenntnisse sowohl über religiöse Praktiken als auch über den Wandel der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland in verschiedenen Publikationsformaten vermittelt werden. Zum anderen geht es um die Frage, inwieweit Materialien des Schulunterrichts, der politisch-historischen Bildung, aber auch populäre Geschichtsdarstellungen Fehlwahrnehmungen und Wissenslücken transportieren und reproduzieren. Die Ergebnisse münden in der Konzeption neuer Unterrichtsmaterialien, Handreichungen sowie Fortbildungen.

    Die Finanzierung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung erfolgt im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Forschungsverbünden auf dem Gebiet der Antisemitismusforschung „Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus“.

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