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50 Jahre Kustodie: Festakt würdigt Europäischen Kulturerbepreis für restaurierte Epitaphien

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    Die Universität Leipzig begeht mit einem Festakt am kommenden Freitag, 22. Oktober, das 50jährige Bestehen der Kustodie sowie die Verleihung des Europäischen Kulturerbepreises/Europa-Nostra-Preises der Europäischen Kommission 2020. Mit diesem Preis wird der Erhalt und die Restaurierung der Epitaphien gewürdigt, die 1968 kurz vor der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli gerettet wurden.

    Von 2002 bis 2017 wurden 27 Epitaphien aufwendig restauriert und sind seit der Eröffnung im Leipziger Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli zu sehen. Pandemiebedingt kann der Festakt erst jetzt, an dem Ort, an dem die Epitaphien ausgestellt sind, nachgeholt werden. Medienvertreter:innen sind dazu herzlich eingeladen.

    „Wir freuen uns natürlich sehr über diese Auszeichnung und sind von Stolz erfüllt. Leider konnten wir sie im Frühjahr vergangenen Jahres nicht ausreichend würdigen. Umso mehr freut es mich, dass wir dies nun nachholen und gemeinsam mit dem 50jährigen Bestehen der Kustodie in würdigem Rahmen begehen können“, sagt Prof. Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen, Leiter der Kustodie und Kustos der Kunstsammlung der Universität Leipzig. „Das Epitaphprojekt ist ein wunderbares Aushängeschild unserer Universität.“

    Neben der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, würdigen im Rahmen des Festakts auch der Deutschland-Koordinator Europa Nostra, Ministerialrat Dr. Uwe Koch, und die Leiterin des Kulturamts der Stadt Leipzig, Dr. Anja Jackes, die Bedeutung der restaurierten Epitaphien. In einem Video-Interview spricht Architekt Sir David Chipperfield über das Verhältnis von Alt und Neu in der Architektur. Der Leiter der Kustodie, Prof. Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen, und Prof. Dr. Frank Zöllner, Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte, werden die geladenen Gäste auf eine Reise durch 50 Jahre Kustodie mitnehmen.

    Der Festakt beginnt am Freitag, 22. Oktober, um 17 Uhr im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli in Leipzig.

    Öffentliches Symposion zu den Epitaphien der Universitätskirche

    Zuvor lädt die Kustodie anlässlich der Europa-Nostra-Feier von 9:30 bis 15:30 Uhr zum öffentlichen Symposion „Der Epitaphschatz der Universitätskirche Leipzig – Neue Wege der Forschung, neue Perspektiven“ ins Paulinum. In diesem Rahmen werden durch Kunsthistoriker:innen einzelne Epitaphien eingehender vorgestellt.

    Hintergrund Epitaphien

    Vom Dominikanerorden im Jahre 1240 errichtet, wurde die Kirche mit ihrem spätgotischen Wandelaltar 1543 der Universität Leipzig übereignet. Zwischen 1543 und 1780 schuf man zahlreiche Grabmonumente für die akademische Elite und präsentierte sie in der Kirche. Im Kontext der III. Hochschulreform der DDR des Jahres 1968 wurden in Leipzig die historischen Universitätsgebäude abgerissen, um einen modernen sozialistischen Campus zu errichten.

    Die Sprengung der Universitätskirche erfolgte am 30. Mai 1968. Vor der Zerstörung der Kirche konnten – neben anderen Kunstwerken – 45 Epitaphien aus Stein, Holz oder Metall herausgeholt und in improvisierten Depots über die Zeit gerettet werden.

    Die Restaurierung ausgewählter Epitaphien wurde umgesetzt von der Hochschule für Bildende Künste Dresden, der Technischen Universität Potsdam, zahlreichen freiberuflichen Restaurierungsateliers mit den Spezialisierungen Stein, Metall, Gemälde und farbig gefasste Skulptur sowie den Restauratorinnen der Kustodie der Universität Leipzig.

    Die aus Edelstahl gefertigten Unterkonstruktionen konzipierte der Ingenieur Thomas Bolze aus Potsdam, die Ergänzungen fehlender, aber erforderlicher Epitaphelemente schuf der Künstler Thomas Leu aus Halle/Saale. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aktivierte zur Unterstützung des Projektes sowohl ihr örtliches als auch ihr deutschlandweites Netzwerk privater und öffentlicher Spender.

    Die Jury des Europäischen Kulturerbepreises/Europa-Nostra-Preises stellte im Rahmen der Bekanntgabe der Preisträger:innen fest, „dass die äußerst qualitätvolle Restaurierung dieser mehrere Jahrhunderte umspannenden, wertvollen Kunstausstattung auf der Basis wissenschaftlicher Untersuchungen und Dokumentation die Krönung langjähriger Bemühungen um die Erhaltung des Kunstschatzes der Universitätskirche Leipzig darstellt, mit dem Ergebnis einer erfolgreichen Wiederanbringung und öffentlichen Präsentation am ursprünglichen Standort der Universitätskirche.

    Erreicht wurde dabei nicht nur die Restaurierung der Kunstwerke im engeren Sinn, sondern auch ihre Wiedergewinnung für die Gesellschaft, wobei die neue Präsentationslösung und Wiederzusammenfügung der Kunstwerke ihre ursprüngliche Anbringungsweise berücksichtigt.“

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