Vor der dritten Verhandlungsrunde im Tarifbereich der Länder hat ver.di Leipzig Nordsachsen pandemiebedingt alle größeren Streikaktivitäten für den 25. November 2021 abgesagt. „Leicht haben wir uns diese Entscheidung nicht gemacht. Schon gar nicht, weil uns die Arbeitgeberseite in dieser Tarifrunde eine Kröte nach der anderen zum Schlucken hingeworfen hat“, so Bezirksgeschäftsführer Sebastian Viecenz.

Bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde zeichnete sich ab, dass die Arbeitgeberbank jegliche Form des Anstandes über Bord geworfen hat. Man sah weder eine besondere Belastung bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen, noch Handlungsbedarf aufgrund des Fachkräftemangels, die eine Entgelterhöhung rechtfertigen würden. Laut der Verhandlungsführung Herr Hilbers, Finanzminister in Niedersachen, liegt die aktuelle Inflationsrate nicht bei knapp 5 % sondern her bei 2 % und diese hätte man bereits mit der Tarifrunde 2020 ausgeglichen.

„Auch die befristete Genehmigung, Beschäftigte in sächsischen Kliniken und Pflegeeinrichtungen ab sofort 12 Stunden am Stück arbeiten zu lassen, wäre Grund genug, sofort auf die Straße zu gehen“, ergänzt die für den Gesundheitsbereich zuständige Gewerkschaftssekretärin Julia Greger.

Aber wir stecken mitten in der vierten Welle der Pandemie. Sachsen führt die Liste der Corona-Neuinfektionen an, die Ampel der Hospitalisierungsrate steht auf Rot und die Beschäftigten am Uniklinikum stecken in einem nahezu unauflösbaren Dilemma.

Dennoch werden zwischen 11 und 13 Uhr ver.di und die Beschäftigten des Uniklinikums in einer aktiven Mittagspause vor dem Haupteingang der Klinik zusammenkommen und über den Stand der Tarifverhandlungen informieren.

Auch in den anderen, von dieser Tarifrunde betroffenen Dienststellen und Einrichtungen, wurde im Vorfeld kontrovers diskutiert. Die Beschäftigten der Landesdirektion Sachsen, der Universität Leipzig und der HTWK werden im Rahmen der geltenden Hygienevorschriften zu Kundgebungen vor ihren Dienststellen aufrufen.

Sebastian Viecenz führt weiter aus: „Wir haben jederzeit das Recht, zum Streik aufzurufen, verkennen aber nicht die aktuelle Situation. Wir erwarten von den Arbeitgebern, dass sie ebenfalls Verantwortung übernehmen.“

Eckdaten der geplanten Aktionen:

7:30 Uhr, Kundgebung vor der Landesdirektion,

8:00 Uhr, Kundgebung vor dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum (GWZ – Beethovenstraße)

11:00 Uhr, Kundgebung an der Moritzbastei,

11-13 Uhr, aktive Mittagspause vor dem UKL,

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