Die Landesdirektion Sachsen hat mit Planfeststellungsbeschluss vom 28. Oktober 2021 das Straßenbauvorhaben „K 9252 Ausbau der Kreisstraße zwischen Ottendorf-Okrilla und Lomnitz“ (Lomnitzer Straße) genehmigt.

„Die Modernisierung der Lomnitzer Straße zwischen Ottendorf-Okrilla und Lomnitz kann mit dem Planfeststellungsbeschluss meines Hauses nun endlich abgeschlossen werden. Denn bereits 2017 wurde der östliche Abschnitt ausgebaut,“ ordnet Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, das Vorhaben ein. „Mit dieser Maßnahme werden diverse Mängel beseitigt. Darüber hinaus wird sich der Verkehrsfluss erheblich verbessern – und damit die Gefahr von Unfällen gemindert,“ so Kraushaar weiter.

Der zweite Bauabschnitt erstreckt sich über eine Länge von rund 1,6 Kilometern vom Ortsausgang Ottendorf-Okrilla in Richtung Lomnitz bis zum Ende des bereits fertiggestellten ersten Bauabschnittes.

Der Ausbau erfolgt weitgehend bestandsnah. Die Fahrbahn wird auf sechs Meter verbreitert. Mittig der Baustrecke wird die Trasse auf ca. zweihundert Metern Länge um wenige Meter in Richtung Süden verschoben. Damit rückt sie von dem nördlich gelegenen Fauna-Flora-Habitat-Gebiet »Fließgewässersystem Kleine Röder und Orla« ab. Zugleich verbessert sich die Linienführung der Straße und wenig tragfähige Nasswiesen werden umgangen.

Der aktuelle Zustand der Lomnitzer Straße wird den Anforderungen an die Verkehrssicherheit nicht gerecht. Die vorhandene Fahrbahnbreite differiert zwischen 4,80 und 5,40 Metern und unterschreitet damit die Mindestbreite von sechs Metern. Die Straßenbankette sind im schlechten Zustand oder kaum vorhanden. Es gibt keine funktionierende Straßenentwässerung. Die Fahrbahndecke weist starke Unebenheiten sowie großflächige Risse und Abplatzungen auf. An einigen Stellen haben sich Spurrinnen gebildet. Zum Teil hat sich der Oberbau abgesenkt.

Die Auslegung des Beschlusses in den von dem Vorhaben betroffenen Gemeinden wird vorbereitet. Personen, die im Planfeststellungsverfahren gegenüber der Planfeststellungsbehörde Einwendungen erhoben haben, wird der Beschluss zusätzlich direkt zugestellt.

- Anzeige -

Es gibt 12 Kommentare

Ulkig-urig-sächsisch: DAS ist die Lösung für alle Probleme!
Ist jetzt nicht halbwegs breit und lang erklärt worden, warum der Wunsch nach nem Radweg dort nicht sinnvoll erscheint?

Natürlich kann man als Radfahrer auch gegen einen Radweg neben oder auf einer Straße argumentieren, wenn es gute Argumente dagegen gibt. Auch bei uns in Leipzig gibts gute Argumente gegen Radwege überall und überallhin. Der, der in seinem Leben auch was anderes ist als “Radfahrer” oder “Dinosaurierhasser” oder “Dieselproblemkiller”, dem ist das auch klar.
Auf das Anlegen eben dieses Weges zu bestehen, bei einer x-beliebigen Landstraße, weit weg von Leipzig, das kam mir aber tatsächlich auch bißchen seltsam vor, Lutz nannte es “ideologisch”. Was gerade in diesem Medium “mit Haltung” aus meiner Sicht oft völlig zutrifft. “Sendungsbewusst” könnte man auch ergänzen.
Verbunden mit bißchen Sachsenkritik; auch recht originell rübergebracht. Sicher werden Sie, Stefan, die Planungs- und Ausschreibungsphase detailliert eingelesen haben, um zu dem Schluss zu kommen, dass ein Radweg “gar nicht erst in den Blick genommen” wurde?

Wenn ich als Radfahrer einen Vorteil sehe, nicht von Ampeln ausgebremst zu werden, oder einen Berg hochfahren zu müssen, kann ich natürlich, als Radfahrer, gegen diese konkreten Radwege sein. “Man lässt Ihnen das” natürlich, Stefan, aber es ist halt unlogisch weil – in diesem Fall – lebensfremd. Wenn das stimmt, was Lutz über den Waldweg schreibt, dann nutzt offenbar niemand die Strecke über den Berg. Wegen DES BERGES, nicht wegen der unausgebauten Straße.
Darauf zu bestehen, dass der Radweg dort dennoch sinnvoll sein muss, ist nicht so richtig nachvollziehbar. Erst Recht nicht, weil vermeintlich außerhalb Ihres Wahrnehmungsbereichs, weil mehr als 100 km entfernt von hier. Deswegen kommt der Gedanke der Ideologie auf.

Noch dazu liegt ein extra angelegter Radweg deshalb nicht auf der Hand, da diese Gegend auch nicht so recht touristisch ist. Es gibt zum Beispiel einen sehr gut angelegten Radweg zwischen Berbisdorf und Bärnsdorf. Er liegt etwas neben der Straße und wird gut angenommen. Es gibt Rastplätze, Beschilderungen, Landkarten, Wegweiser. Das ist aber Moritzburger Umland, eine reizvolle Kleinkuppenlandschaft mit Teichen. Ottendorf-Okrilla kann man da nicht vergleichen, da fährt man eher nur mal durch.

Die Meldung an sich hier auf die Seite zu zerren ist ja auch etwas…naja, lückenfüllend…
“Diese Protzwortmeldernachricht finde ich etwas übertrieben. „Meines Hauses“. Wenn ich das schon lese[…]”
Da schließe ich mich komplett an, Christian.

“ideologisch”!?

…ach richtig, wir schreiben ja in einem Leipziger Medium.

Denn nur in Leipzig und nirgendwo sonst wird das Wort “ideologisch” für Belange des Radverkehrs verwendet. Das ist wirklich frappierend.

Ulkig, dass dieses Wort sogar von einem Radfahrer gebraucht wird, um gegen einen Radweg zu argumentieren.

Auch wenn ich längst verstanden habe, dass es den schönen Weg im Wald gibt. Aber das wird mir nicht gelassen.

Kurios. Sächsisch?

Ich würde Christian und Stefan vorschlagen, Räder schnappen und die beiden Wege einfach mal abfahren. Danach die ideologische Brille absetzen und selbst entscheiden. Übrigens Christian, das ist keine neue Straße. Gibt es schon ewig.

Danke, Christian. Sie haben meinen nur so gefühlten Argwohn brillant auf den Punkt gebracht! 🙂

Die Argumentationskette hinkt etwas.
Neue und schöne Straßen induzieren Verkehr. Und umgekehrt.
Das gilt auch für Radlerwege.
Wenn ich lese, die Radfahrer können doch viel schöner gelegene Umwege fahren, für die sie dann die doppelte Wegstrecke und Zeit benötigen, spüre ich die MIV-Lobby.
Natürlich sucht sich der ungeschützte Radfahrer lieber Wege, auf denen er sich sicher fühlt und überleben kann.

Und darum könnte man bei so einem grundhaften Ausbau einer Straße einen Radweg errichten.
Der dem Radfahrer Sicherheit bietet, der einfacher ( und überhaupt) räumbar ist.
Und spart Aufwand, als das später zu tun.
Sollten nicht sowieso mehr Radwege gebaut werden?

Diese Protzwortmeldernachricht finde ich etwas übertrieben. “Meines Hauses”. Wenn ich das schon lese, spüre ich die Hybris der Präsidentin…
Da ist die Frage berechtigt, ob man dann auch an alles gedacht hat. Und das wäre die Frage nach dem Rad- oder auch Fußweg!

Danke, Lutz70, für die erhellende Antwort.

Hoffentlich ist der alternative Radweg im Wald auch im Winter nutzbar – von wegen Witterung und Dunkelheit.

Ich kenne auch niemanden, der gern zwischen Thomaskirche und Rathaus auf dem Ring mit dem Rad fahren möchte, weil es eigentlich andere sinnvolle Wegebeziehungen zur Durch- oder Anreise gibt.
Oder die Dufourstraße auswärts, dort wo der Radweg jetzt auf die Straße gemalt ist und vorher auf dem breiten Fußweg war. Nutzt auch kaum jemand. Wenn ich ein Rad dort sah in den letzten Monaten, dann fuhr es bis auf zwei Fälle auf dem Fußweg. Es ist auch keine typische Radweglinie, wohin auch…

Es geht gegen Autos, dass genügt aktuell als Sinn für einige Forderungen nach Radwegen. Und dort wo es Sinn macht, dort wird es ewig nicht oder halbherzig umgesetzt.

Habe dort mal einen Monat auf der Straße jeden Tag gependelt. Es gibt einen knackigen Anstieg für die Radler, in dem Monat keinen einzigen auf dieser Strecke gesehen, da es parallel einen wunderschönen Weg durch den Wald gibt. Kollegen die mit dem Rad kamen sind alle durch den Wald gefahren. Ich denke das Geld ist bei anderen Straßen bestimmt besser aufgehoben.

Nein.

Und, ist da (jetzt?) ein Radweg?

Wenn ja: warum wird der Radweg nicht hervorgehoben, wo in derartigen amtlichen Mitteilungen jede Leitplanke gefeiert wird?

Das ist der Grund für meinen Argwohn.

Ein Radweg wird gar nicht erst in den Blick genommen. So geht Verkehrswende auf sächsisch.

Schreiben Sie einen Kommentar