Die Tarifverhandlungen über Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für die rund 40.000 Beschäftigten des sächsischen Groß- und Außenhandels und genossenschaftlichen Großhandels gehen in die achte Runde.

„Am Montag beginnt die achte Verhandlungsrunde. Wir wollen einen Abschluss mit einem Schritt in Richtung Angleichung an benachbarte Bundesländer und damit auch einen Schritt zur Angleichung der Arbeitsbedingungen Ost an West“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago. „Sachsen hat bundesweit die niedrigsten Löhne und Gehälter. Durchschnittlich 894 Euro verdienen Menschen im Osten Deutschlands jeden Monat durchschnittlich weniger als im Westen der Republik. Der Großhandel Sachsen ist leider Teil dieses Missstandes.“

„Die Situation ist mehr als ärgerlich. Einige Großhandelsunternehmen in Sachsen zahlen den geforderten Sachsenzuschlag und trotzdem zeigt sich die Verhandlungsführung auf Arbeitgeberseite völlig uneinsichtig“, so die ver.di Verantwortliche für den Großhandel, Sylke Hustan. „Die Stimmung in den Betrieben ist äußerst angespannt. Das zeigt auch der Streik der Beschäftigten von Thyssen-Krupp-Schulte-Stahlhandel in Radebeul. Ein für zwei Tage geplanter Streik wurde bis Donnerstag um weitere zwei Tage verlängert.“

Seit 2013 fordert ver.di eine Angleichung an andere Tarifgebiete. So verdiente zum Beispiel ein Kommissionierer 2013 in der Lohngruppe L 3 in Brandenburg 2.014 Euro und in Sachsen 1.863 Euro. Dieser Unterschied hat sich mittlerweile um 34 Euro auf 185 Euro erhöht.

Deshalb dürfe es keinen Tarifabschluss ohne einen Angleichungsschritt geben. Im Herbst und Winter haben Beschäftigte in vielen Großhandelsbetrieben immer wieder für dieses Ziel gestreikt. Sollte es erforderlich sein, werden diese Streiks auch fortgesetzt.

Es sei an der Zeit, den tariflosen Zustand zu beenden und einen ersten Schritt in Richtung Angleichung zu gehen.

ver.di fordert neben der Erhöhung von 3 % zum 1.10.21 und 1,7 % zum 1.04.2022 zusätzliche Angleichungsschritte von je 30 Euro zum 1.01.2022 und 1.01.2023.

Die Verhandlungen beginnen am 7. März 2022 um 11 Uhr im Dorint Kongress Hotel Chemnitz, Brückenstr. 11. Gegen 10 Uhr beginnen die Vorbesprechungen der Tarifkommissionen.

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