Der sächsische DGB-Vorsitzende Markus Schlimbach hat heute in Dresden grundlegende Verbesserungen bei der Beamtenbesoldung in Sachsen gefordert.

„Berufseinsteiger in Sachsen landen bei der Besoldung im bundesweiten Vergleich auf den hinteren Plätzen. Das ist Gift für die Nachwuchsgewinnung im Öffentlichen Dienst in Sachsen. Besonders eklatant ist der Rückstand bei Berufseinsteigern in der Besoldungsgruppe 13, in der beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer sind“, sagte Schlimbach.

Bei der Eingangsstufe der Besoldungsgruppe 13 liege Sachsen bundesweit mit einer Jahresbruttobesoldung von 52.273 Euro auf dem vorletzten Platz. Der Abstand zum Spitzenreiter Bayern betrage rund 9.400 Euro im Jahr.

„Die Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern in Sachsen sollte ursprünglich die Konkurrenzfähigkeit Sachsens bei der Gewinnung junger Lehrkräfte stärken. Mit diesen niedrigen Einstiegsbesoldungen ist aber kein Blumentopf zu gewinnen“, so Schlimbach.

Auch in anderen Besoldungsstufen zeige sich die grundsätzliche Misere. Während Sachsen bei den Endstufen der Besoldung gut dastehe, sehe es bei den Eingangsstufen „mau aus“. In allen untersuchten Besoldungsstufen A7, A9 und A13, in der die Mehrzahl der Beamtinnen und Beamten in Sachsen beschäftigt sind, ist die Eingangsbesoldung unter dem Durchschnitt aller Bundesländer.

„Wir brauchen eine grundlegende Reform der Besoldung in Sachsen. Wer junge Fachkräfte für die Feuerwehren, Gesundheitsämtern, Polizei, Gerichte, Hochschulen oder Schulen gewinnen will, muss ihnen mehr bieten. Ansonsten machen die Nachwuchskräfte einen Bogen um diese Bereiche oder um Sachsen. Das können wir uns mit Blick auf den Fachkräftebedarf nicht leisten“, sagte Schlimbach.

Die Öffentliche Verwaltung in Sachsen befinde sich bei der Gewinnung von Fachkräften in Konkurrenz zu anderen Bundesländern und zu Unternehmen. „Die jungen Leute haben angesichts des Fachkräftebedarfs in allen Branchen die Wahl. Der Freistaat Sachsen muss jetzt handeln um den Öffentlichen Dienst zukunftsfest zu machen“, forderte Schlimbach.

Das vom Sächsischen Finanzminister vorgelegte Dienstrechtsänderungsgesetz sei lediglich eine „Minimallösung“, die nicht ausreiche. „Notwendig ist eine umfassende Besoldungsreform, um eine Besoldungstabelle zu entwickeln, die zukunftsfähig ist und die Unwuchten im System beseitigt. Das ist nicht nur eine Frage der Wertschätzung und des Respekts den Beamtinnen und Beamten gegenüber, sondern müsste mit Blick auf eine moderne Verwaltung und den Fachkräftebedarf eine Selbstverständlichkeit sein“, so Schlimbach.

Den DGB-Besoldungsreport finden Sie hier:  https://sachsen.dgb.de/-/TE2  

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