Vögel zählen im Schnee: Vom 9. bis 11. Januar gibt es wieder die deutschlandweite Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ – in diesem Jahr bei echtem Winterwetter. Der NABU und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) rufen dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu zählen und zu melden.

Rückblick: Ergebnisse aus Sachsen 2025

An der Stunde der Wintervögel 2025 beteiligten sich in Sachsen 6.558 Menschen und zählten 154.685 Vögel. 2025 war der Haussperling die am häufigsten gemeldete Art in Sachsen, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise und Feldsperling. Deutlich auffällig war jedoch der Rückgang bei der Amsel: In Sachsen wurden 18 Prozent weniger Amseln gezählt als im Vorjahr.

Als wahrscheinliche Ursache gilt weiterhin das Usutu Virus, das in den vergangenen Sommern zu hohen Verlusten geführt hat. Besonders starke Rückgänge wurden 2025 in anderen Bundesländern beobachtet, Sachsen war ebenfalls betroffen, wenn auch weniger stark.

Ausblick auf ein verschneites Wochenende

„Der seit Tagen anhaltende Frost mit Schneefall in ganz Deutschland könnte dafür sorgen, dass sich mehr Wintervögel an den Futterhäusern einfinden“, sagt Naturschutzexperte Julian Heiermann vom NABU. „Bei geschlossener Schneedecke und gefrorenem Boden ist es für viele Arten deutlich schwerer, Futter in der Natur zu finden. Sie nehmen dann besonders gern die Zufütterung an.“ Gute Chancen also, viele interessante Vogelbeobachtungen zu machen, denn am Zählwochenende soll es weiter frostig bleiben.

Was bei der Futterauswahl zu beachten ist

Wer füttern möchte, sollte auf die Qualität des Futter achten, rät Heiermann. „Körner- und Fettfutter aus dem Fachhandel, am besten in Bioqualität, eignet sich am besten. Sonnenblumenkerne mögen fast alle Arten“, so der Experte.

„Der Frost kostet Meisen und Co. viel Energie. Die liefern mit Fett gemischte Körner, wie in Meisenknödeln, besonders gut. Aber bitte nur ungenetzte Knödel aufhängen. Die Plastiknetze sind eine vermeidbare Gefahr für Vögel, da diese sich darin verheddern können. Die leeren Netze landen zudem viel zu oft als Plastikmüll in der Natur.“

Wer auf Nummer sicher gehen will, was die Qualität der Meisenknödel betrifft, kann sie auch ganz einfach aus Körnermischungen und Rindertalg oder Kokosfett selbst herstellen. Dazu bietet der NABU Anleitungen auf seiner Website an.

Heiermann: „Wem es draußen zu frostig ist, um eine Stunde lang zu zählen, kann natürlich auch vom Sofa aus die Vögel an der Futterstelle im Garten oder auf dem Balkon beobachten.“

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum 16. Mal statt. Die Zählung liefert wertvolle Daten, um die Trends bei der Bestandentwicklung der Arten im Siedlungsraum zu verfolgen. Im vergangenen Jahr haben deutschlandweit rund 122.000 Menschen mitgezählt.

Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel vor dem Fenster, im Garten oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von jeder Art wird die höchste Anzahl Vögel notiert, die während der Stunde gleichzeitig gesichtet wurde. Die Beobachtungen können bis zum 19. Januar online gemeldet werden unter www.stundederwintervoegel.de und mit der App „NABU Vogelwelt“.

Die NAJU lädt mit der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 12. bis 16. Januar alle Kinder ein, die heimischen Wintervögel spielerisch kennenzulernen, zu beobachten und zu zählen. Alle Infos unter www.naju.de/sdw.

Mehr Infos zur Aktion, Artenporträts, Fütterungstipps und E-Learning-Tool Vogeltrainer: www.stundederwintervoegel.de

Termine in Sachsen

Freitag, 9. Januar

Döbeln, 9 – 10:30 Uhr
Treffpunkt: Anmeldung bis 8.01. unter
www.vhs-mittelsachsen.de. Der genaue Treffpunkt wird nach Anmeldung bekanntgegeben.

Moritzburg, ab 12 Uhr
Treffpunkt: 01468 Moritzburg OT Dippelsdorf

Samstag, 10. Januar

Plauen, ab 9 Uhr
Treffpunkt: Eingang des Arboretums Plauen,
Am Preißelpöhl 2A, 08525 Plauen

Hartha, 10 – 11 Uhr
Treffpunkt: Eingang Harthaer Friedhof,
Döbelner Straße, 04746 Hartha

Großpösna, 10 – 12 Uhr
Treffpunkt: Botanischer Garten Oberholz,
04463 Großpösna

Delitzsch, ab 10 Uhr
Treffpunkt: Eingang des Friedhofes in der Dübener Straße, 04509 Delitzsch

Leipzig,  9:30 – 11 Uhr
Treffpunkt: Max-Liebermann-Straße 103,
04157 Leipzig

Sonntag, 11. Januar

Leipzig, 9:30 – 11 Uhr
Treffpunkt: Plaußiger Dorfstraße 23, 04349 Leipzig

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