Am UKL sind deutlich mehr Ärztinnen in leitenden Funktionen tätig als im sächsischen Durchschnitt. Das geht aus Zahlen hervor, die die Sächsische Landesärztekammer zum Frauentag am 8. März veröffentlicht hat. Während in den Kliniken im Freistaat nur 21 Prozent der leitenden Positionen wie Chefarzt oder Oberärztin mit Frauen besetzt sind, ist es am UKL mit 38 Prozent mehr als jede dritte Stelle.

„Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass unsere Anstrengungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Ärztinnen greifen“, konstatiert Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. Dazu gehören neben der betriebsnahen Kinderbetreuung mit 278 Plätzen und angepassten Öffnungszeiten auch, gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät, spezielle Weiterbildungen für Frauen in Führungspositionen oder konkrete laufbahnbegleitende Maßnahmen für Chirurginnen. 

Hier sei unter anderem eine der Herausforderungen, die Tätigkeit im Operationssaal auch für schwangere Kolleginnen zu ermöglichen, berichtet Prof. Nada Rayes, Gleichstellungsbeauftragte am UKL. An der Universitätsmedizin Leipzig gibt es seit einigen Jahren dafür erfolgreiche Modellvorhaben, die den zahlreichen Frauen in der einstigen Männerdomäne Chirurgie gleiche Chancen in der beruflichen Entwicklung bieten. Das ist wichtig, denn am UKL hat sich die Zahl der Frauen allein in der Chirurgie innerhalb von zehn Jahren von 108 auf 185 fast verdoppelt. (siehe auch hier)

Diese Tendenz wird sich fortsetzen, denn die Medizin wird seit Jahren weiblicher: Etwa zwei Drittel der Studienanfänger:innen in der Medizin waren 2021 weiblich, 71 Prozent der Absolvent:innen ebenso, berichtete 2024 die Deutsche Krankenhausgesellschaft. 

Diese Entwicklung beeinflusst auch das aktuelle Bild vor Ort: Insgesamt werden in Sachsen die Menschen schon heute mehrheitlich von Ärztinnen versorgt – wie aus den diesjährigen Daten der Sächsischen Landesärztekammer weiter hervorgeht, denn 54,5 Prozent der im Freistaat tätigen Mediziner:innen sind Frauen. Während sich dieser Anteil in den niedergelassenen Praxen fast genauso wiederfindet, sind in Krankenhäusern die Frauen mit den Männern im Arztberuf paritätisch tätig: 50,2 Prozent der hier angestellten Ärzt:innen sind weiblich. 

Am Universitätsklinikum Leipzig liegt der Anteil sogar noch höher: Frauen stellen hier 52,3 Prozent der Ärzteschaft. „Für ein Klinikum der Maximalversorgung und die Universitätsmedizin sind das hervorragende Zahlen“, betont Prof. Christoph Josten, „denn das zeigt, dass die Arbeit hier und auch die Karriere in der Universitätsmedizin in Leipzig attraktiv sind für unsere Kolleginnen, die wir unbedingt brauchen, um der gesellschaftlichen Realität auch in der Medizin gerecht zu werden.“

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