Zecken kommen überall in der freien Natur vor – sowohl in Wäldern, Gebüschen und auf Wiesen als auch in Gärten oder Parks. Mit Beginn der Freiluftsaison steigt wieder die Gefahr, dass die winzigen Spinnentiere bei einem Stich Krankheiten übertragen. Dabei ist das Risiko, sich mit Borreliose zu infizieren, am größten. Für Sachsen meldet das RKI bereits 164 Borreliose-Fälle und vier FSME-Fälle seit Jahresbeginn. Im letzten Jahr wurden insgesamt 2.637 und 49 Fälle erfasst.

„Wer in der Natur unterwegs ist, sollte beim Arbeiten im Freien oder bei Wanderungen durch hohes Gras und Gebüsch geschlossene Schuhe tragen und helle Kleidung, die möglichst viel Körperfläche bedeckt“, sagt Dr. Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen. Da Zecken manchmal mehrere Stunden lang am Körper umher krabbelten, bevor sie stechen, sei es ratsam, den Körper unmittelbar nach einem Wald- und Wiesenspaziergang nach Zecken abzusuchen.

Falls es zu einem Zeckenstich gekommen sei, sei dies kein Grund zur Panik. Denn nicht jede Zecke trage gefährliche Krankheitserreger in sich. Wichtig sei dennoch, die Zecke umgehend zu entfernen. Bestenfalls werde dazu ein Hilfsmittel wie eine feine Pinzette oder eine Zeckenkarte benutzt. Dieses sollte möglichst nah an der Hautoberfläche angelegt und die Zecke dann ohne zu drehen herausgezogen werden.

„Die Einstichstelle sollte in den nächsten Tagen und Wochen gut beobachtet werden. Schwellungen oder Rötungen könnten ein Anzeichen für eine Borreliose sein. Dann sollte die Hausärztin oder der Hausarzt aufgesucht werden“, rät Dr. Beutmann, verweist jedoch auch darauf, dass einer FSME-Infektion mit einer Impfung vorgebeugt werden könne. Die Kosten für die Impfung übernehme die BARMER.

Fragen und Antworten:

Ab wann beginnt die Zeckensaison?

Die Zecken-Saison in Sachsen ist schon wieder voll in Gang. Denn Zecken verlassen bereits bei durchgängigen Außentemperaturen von drei Grad ihre Winterstarre und machen sich auf die Suche nach einem Wirt. Das heißt, Zecken können mittlerweile praktisch das ganze Jahr über aktiv sein.

Welche Erkrankungen können durch Zecken hervorgerufen werden?

In Sachsen kommt vor allem die sogenannte Lyme-Borreliose vor, die durch von Zecken übertragene Bakterien ausgelöst wird. Diese können ernsthafte Erkrankungen wie Hirnhaut- oder chronische Gelenkentzündungen sowie Herzprobleme verursachen. Anzeichen einer Borreliose sind eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle und grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen.

Zecken können auch Viren übertragen, die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hervorrufen. In schweren Fällen kann FSME zu einer Hirnhautentzündung führen oder das Rückenmark schädigen. Zecken tragen nur in bestimmten Regionen vermehrt FSME-Viren in sich. Das sei laut RKI in fast allen sächsischen Regionen der Fall. Lediglich Leipzig und der Landkreis Leipzig seien noch nicht als Risikogebiete ausgewiesen. Dagegen sei der Kreis Nordsachsen neu hinzugekommen.

Wo droht ein besonders großes Risiko für eine Borreliose durch Zeckenstich?

Die meisten Fälle wurden im letzten Jahr mit 448 im Erzgebirgskreis gemeldet, gefolgt von Mittelsachsen mit 444 Fällen und dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 313 Fällen. Generell gilt: Wer sich in der Natur aufhält, sollte sich anschließend gut auf Zecken untersuchen, um eine Borreliose zu vermeiden.

Was man tun sollte und was man vermeiden sollte?

  • Zecke möglichst schnell entfernen – am besten mit Zeckenkarte oder feiner Pinzette.
  • Zecke hautnah fassen und gerade herausziehen, nicht drehen.
  • Zecke nicht zerdrücken, quetschen oder mit Öl/Kleber bestreichen – das reizt sie unnötig und kann dazu führen, dass Speichel und somit mögliche Erreger abgegeben werden.
  • Stichstelle nach dem Entfernen desinfizieren und über mehrere Wochen beobachten (Rötung, Ringbildung, Symptome).
  • Symptome nicht ignorieren, sondern ärztlich abklären lassen.
  • Der beste Schutz gegen eine FSME-Infektion ist eine rechtzeitige Impfung.

Welche Daten wurden ausgewertet?

Datengrundlage sind die vom RKI gemeldeten Fälle zu Borreliose und FSME. Für das Jahr 2026 wurden Fälle bis einschließlich KW 13 berücksichtigt.

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