Nach Petzolds Tod: Löffler rückt nach & Odermannstraße 8 bleibt NPD-Zentrum

Nachdem der NPD-Landtagsabgeordnete Winfried Petzold am 22. Dezember nach schwerer Krankheit verstarb, taten sich für Beobachter vor allem zwei Fragen auf. Eine war schnell beantwortet: Sein Nachfolger im Parlament wird der neue NPD-Landesvorsitzende Mario Löffler. Der Mann aus dem Erzgebirge rangierte bei der Landtagswahl 2009 auf Platz 9 der Landesliste, seine Nominierung ist also keine Überraschung.
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Für Erstaunen sorgte dagegen der NPD-Bundesvorsitzende Holger Apfel, als er Mitte Dezember im NPD-Parteiorgan „Deutsche Stimme“ verlautbaren ließ, Löffler zu seinem Nachfolger auf Landesebene zu ernennen. Wenngleich sich die Entscheidung für einige Szene-Kenner seit geraumer Zeit abzeichnete, überraschte sie viele Kameraden. Immerhin hatte der ehemalige Landesvorsitzende mit Jürgen Gansel, ideologischer Vordenker, oder Johannes Müller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, gleich zwei bekannte Gesichter zur Wahl.

Vermutlich wollte Apfel das Zepter im Freistaat zumindest ein bisschen weiter in der Hand behalten, indem er es einem vermeintlich schwachen Funktionär überreichte. Denn Löffler war bislang nur eine regional bekannte Größe, seine Personalie spielt auf Bundesebene keine Rolle.
Die zweite Frage betrifft nicht zuletzt die Bewohner in Leipzig Lindenau. Was geschieht nun mit Petzolds Leipziger Abgeordnetenbüro in der Odermannstraße 8? Verschwindet der Unruheherd im Leipziger Westen?

„Es wird dort auch weiterhin ein Bürgerbüro von einem NPD-Landtagsabgeordneten untergebracht sein“, machte Fraktionssprecher Thorsten Thomsen am Montag gegenüber L-IZ.de die Hoffnungen von vielen Anwohnern und Nazi-Gegnern zunichte. Hoffnungen, dass sich die Kameraden mangels Mäzen von dem Grundstück zurückziehen würden. Welcher Parlamentarier auf dem Grundstück demnächst interessierte Bürger empfangen möchte, wollte Thomsen nicht verraten.

„Nähere Informationen hierzu folgen demnächst.“ so Thomsen. Dass Löffler, wohnhaft in Jahnsdorf, in Leipzig residieren wird, gilt als eher unwahrscheinlich. Zu weit ist der Weg vom Erzgebirge in die Messestadt. Denkbar wäre allerdings, dass sich Fraktionsschatzmeister Alexander Delle, gemeldet in Riesa und ohne Bürgerbüro, in den zweigeschossigen Flachbau einmietet – weniger um Wähler zu empfangen, sondern um den Verlust des strukturell bedeutsamen Szene-Treffs abzuwenden.

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Diesen hätte die Stadt Leipzig längst herbeiführen können, würde sie den offensichtlichen Verstößen der Insassen und Gäste gegen ihre Bauauflagen mit Nachdruck nachgehen. Zwar nahmen am 8. Dezember Mitarbeiter des Bauordnungsamts das Grundstück in Augenschein. Jedoch zogen sie nach Besichtigung des Neubaus, in dem sich der Veranstaltungsraum befindet, wieder ab. Dies bestätigte am Montag die Leipziger Landesdirektion gegenüber L-IZ. Zu potenziellen Verstößen gegen geltendes Gaststättenrecht in dem zweigeschossigen Altbau war hingegen nichts zu erfahren. „Zur weiteren Klärung des Sachverhalts hat sich die Landesdirektion Leipzig mit der unteren Bauaufsicht der Stadt Leipzig in Verbindung gesetzt“, teilte ihr Sprecher Stefan Barton mit. „Der Klärungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.“


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