„Die Universität Leipzig hat überall die Axt angelegt, und der Rest soll nun dem Rasenmäher zum Opfer fallen. Chronische Überlastung, massenhaft unbezahlte Überstunden und erhebliche Einschränkungen in der Forschung prägen den Alltag.“, so fasst die GEW Sachsen die Ergebnisse einer aktuellen Befragung des Personalrats zusammen. Die Bildungsgewerkschaft fordert ein sofortiges Umdenken und das Ende des destruktiven Sparkurses.

An der gerade vorgestellten Umfrage des Personalrats beteiligte sich rund jeder dritte wissenschaftliche Beschäftigte – eine außergewöhnlich hohe Quote. Die am 8. Juli vorgelegten Daten zeigen schonungslos, unter welchem Druck der akademische Mittelbau steht:

  • Massenhafte Mehrarbeit: 87 Prozent der Beschäftigten arbeiten regelmäßig über ihre vertragliche Arbeitszeit hinaus.
  • Strukturelle Überlastung: Vier von fünf Befragten können ihre regulären Dienstaufgaben in der vertraglichen Arbeitszeit schlicht nicht bewältigen.
  • Kein Ausgleich: Über die Hälfte gleicht die Mehrarbeit überhaupt nicht aus – oft mangels Regelungen oder aus Angst vor Konsequenzen im Wissenschaftssystem.
  • Entgrenzte Arbeitszeiten: Rund die Hälfte arbeitet regelmäßig nach 21 Uhr, zwei Drittel auch am Wochenende.
  • Forschung bleibt auf der Strecke: 41 Prozent berichten bereits von gestiegenen Lehraufgaben. Weil Personal fehlt, wird Forschung in die Freizeit verlagert oder entfällt komplett.

„Diese Zahlen sind kein Warnsignal mehr – im Maschinenraum der Universität sind bereits viele Dämme gebrochen“, kommentiert David Jugel, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW Sachsen. „Dass fast alle regelmäßig unbezahlte Überstunden leisten, ist systematische Ausbeutung. Die Beschäftigten halten den Betrieb auf Kosten ihrer Gesundheit aufrecht, während die Universität sie mit Kürzungen abstraft. Das akzeptieren wir nicht! Wenn Forschung nur noch nachts oder am Wochenende stattfindet, hat die Universität Leipzig ihre Attraktivität als Arbeitgeberin bereits verloren.“

Die Kernforderungen der GEW Sachsen:

  • Stopp des Stellenabbaus: Weniger Personal muss zwingend zu einer dokumentierten Reduzierung der Aufgaben führen.
  • Zeit für Forschung garantieren: Verlässliche, geschützte Zeitfenster für wissenschaftliche Qualifikation müssen im Rahmen der regulären Dienstzeit gesichert werden.
  • Schluss mit dem Befristungswahn: Der existenzielle Druck durch Kettenbefristungen muss beendet werden.
  • Verbindliche Zeiterfassung: Es braucht faire und benutzerfreundliche Systeme für verlässlichen Freizeitausgleich.
  • Kein Missbrauch studentischer Beschäftigter: Studentische Beschäftigte dürfen kein billiger Ersatz für Dauerstellen sein und müssen in den TV-L aufgenommen werden.

Die GEW Sachsen fordert die Universitätsleitung auf, unverzüglich einen ehrlichen Dialog mit den Beschäftigten aufzunehmen. Die Uhr an der Universität Leipzig zeigt bereits fünf nach zwölf.

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