Elsterstausee: Die Stadt prüft, der Förderverein mahnt, Arbeitsgruppe trifft sich mal wieder

Er grünt so schön: der ehemalige Elsterstausee. Einst das Angler- und Seglerparadies im Leipziger Südwesten, in den letzten Jahren einfach ausgelaufen wie eine lecke Badewanne. Mit dem OB-Wahlkampf dieser Tage ist die mittlerweile grüne Wanne wieder in den Fokus der Politik gerückt. Barbara Höll (Kandidatin der Linken) und Horst Wawrzynski (unabhängig) haben den grünen See mit auf ihre Agenda genommen.
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Eigentlich war auch auch auf Stadtebene klar, dass etwas passieren muss. Aber Ämtermühlen mahlen langsam, sehr langsam. Die Arbeitsgruppe, die alle Maßnahmen den Elsterstausee betreffend begleiten soll, traf sich erstmals am 15. August 2011. Nach dem Vorliegen der Ergebnisse der Diplomarbeit der Studenten der HTWK, in der der Zustand des Stausseebodens untersucht wurde, sollte die nächste Zusammenkunft sein. Der Arbeitsgruppe gehören an: Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal, Vertreter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, die Stadträte Engelmann, Grosser, Zeitler, Hobusch, Sasama und Keding, der Stadtförster Sickert und Vertreter des Fördervereins.

Am 19. Juli 2012 erfolgte die Übergabe der Diplomarbeit der Studenten der HTWK an Bürgermeister Heiko Rosenthal.

Die Diplomarbeit zum Thema „Untersuchung und Bewertung der Baugrundsituation des Elsterstausees mit anschließender Variantenuntersuchung zur Verbesserung der Dichtigkeit“ war nicht von der Stadt, sondern vom Förderverein Elsterstausee organisiert worden. Wesentliches Ergebnis der Arbeit ist, dass die Sohle des Stausees so dicht ist, wie es die gewählte Konstruktion – eine Lehmdichtung – zulässt.Vom Amt für Stadtgrün und Gewässer wurde der Förderverein am 15. August 2012 telefonisch darüber informiert, dass das Amt die Arbeit der Studenten (Betreuer Prof. Thiele und Prof. Weferling von der HTWK ) erst vom Büro Dyck überprüfen lasse.

„Für Stauseebodenuntersuchungen wurden damals keine Gelder von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt, aber für diese Überprüfung sind Gelder da“, wundert sich Klaus-Werner Matzelt, der Vorsitzende des Fördervereins Elsterstausee. „Wir vermissen wieder einmal eine konstruktive Zusammenarbeit; vermuten eine erneute Hinhaltetaktik. Durch diese Verzögerungstaktik vergrößert sich der Bewuchs und somit könnten Tatsachen für die Seeaufgabe von der Stadtverwaltung geschaffen werden. Wie die Diplomarbeit zeigt, haben die Wurzeln die Seesohle bislang noch nicht geschädigt. Um dieser Gefahr vorzubeugen, hat der Förderverein der Stadtverwaltung bereits im vergangenen Jahr angeboten, die Beseitigung des Bewuchses durch Mulchen finanziell zu unterstützen. Bis heute steht eine positive Reaktion aus.“

Der bestehende Stadtratsbeschluss vom 16. Juni 2009 sieht vor, den Elsterstausee als naturnahes Erholungsgebiet zu erhalten, wenn es wirtschaftlich vertretbar ist. „Es gibt finanziell vertretbare Lösungen, man muss nur wollen“, sagt Matzelt.

Der Förderverein könne technische Lösungsmöglichkeiten für die dauerhafte Befüllung aufzeigen. Der Stauseeboden sei nicht so marode, wie vermutet wurde. „Damit fehlt jegliche Grundlage für die 4 Millionen Euro Kostenangabe, mit der die Stadtverwaltung noch immer gegen den Elsterstausee argumentiert“, kritisiert Matzelt und fordert, der Förderverein solle – wie versprochen – in die Erarbeitung einer Ratsvorlage „Perspektiven des Elsterstausees als Gewässer“ mit eingebunden werden. Es bestehe dringender Gesprächsbedarf.

„Wir haben das Gefühl, dass unseren Ideen und Aktivitäten zum Erhalt des Elsterstausees als Gewässer nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dies spüren wir in unserer Arbeit des Fördervereins seit vier Jahren“, beklagt sich Matzelt. Immerhin ist weder 2011 noch 2012 das Geringste in Sachen Elsterstausee passiert. Außer dem Wechsel etlicher Briefe und E-Mails zwischen Verein, Stadträten und Förderverein. Und im Dezember gab’s dann endlich die Einladung für die nächste Zusammenkunft der Arbeitsgruppe – nun endlich am 17. Januar.


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