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Connewitz: Bürgerbüro und Polizeiposten eröffnet

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    Connewitz hat wieder ein Bürgeramt. Heute, am 6. Februar um 10 Uhr öffnete das Bürgeramt in der Wiedebach-Passage nach einem halben Jahr zwangsweiser Schließung wieder seine Pforten. Die Einrichtung hatte am 5. August 2013 geschlossen werden müssen, weil es in der Nacht zuvor von Vandalen verwüstet worden war. Zur selben Zeit nahm am gleichen Ort der umstrittene Polizeiposten seine Arbeit auf.

    Vandalismus-Angriffe auf das Bürgeramt hatte es in den vergangenen Jahren gleich mehrfach gegeben – die Schäden summieren sich insgesamt auf 300.000 Euro. Der letzte Angriff war der schwerste gewesen. Jetzt ist es in neuen Räumlichkeiten im gleichen Gebäude untergebracht. In den aufwändig sanierten Räumen des alten Bürgeramtes wird künftig der Polizeiposten präsent sein.

    „Der Standort Wiedebach-Passage im Leipziger Süden ist uns zu wichtig, als dass wir vor den ständigen Übergriffen resignieren würden“, betonte OBM Burkhard Jung (SPD) zur Eröffnung. „Gemeinsam mit der Polizeidirektion Leipzig haben wir jetzt eine Lösung gefunden, die das Sicherheitsgefühl sowohl der Bürgerschaft als auch der hier vor Ort tätigen Mitarbeiterinnen der Stadt Leipzig erhöht und ein Zeichen setzt.“

    Die neue Außenstelle der Polizeidirektion Leipzig in der Wiedebach-Passage soll das Sicherheitsgefühl und die Nähe der Polizei zu den Bürgerinnen und Bürgern stärken. „Beamte des Polizeireviers Leipzig-Südost werden rund um die Uhr in dem Polizeiposten anzutreffen sein“, erklärt Polizeipräsident Bernd Merbitz. „Während der Öffnungszeiten, die analog zum Bürgeramt liegen, sind ständig zwei Anzeigendienste vor Ort. Flexibilität, kurze Wege zur Anzeigenerstattung und die Ansprechbarkeit der Beamten sollen dabei im Vordergrund stehen.“

    Zudem würden vier Bürgerpolizisten tagsüber als Ansprechpartner fungieren und auf dementsprechend eher auf soziale Kompetenz setzen. In die Herrichtung der Räumlichkeiten für Bürgeramt und Polizeiposten hat der Vermieter ca. 71.000 Euro investiert. Die Stadt Leipzig leistete eine Einmalzahlung in Höhe von 20.000 Euro.
    „Ich begrüße die Wiedereröffnung des Bürgeramtes nach einer längeren Vandalismusbedingten Schließzeit ausdrücklich. Für die Bürgerinnen und Bürger im Leipziger Süden gibt es nun wieder eine wohnortnahe Anlaufstelle der Stadt in zentraler Lage des Stadtbezirks“, meint SPD-Stadtrat Axel Dyck. Dass gleichzeitig ab sofort ein Polizeiposten in der Wiedebach-Passage untergebracht sei, stärke zum einen das Sicherheitsgefühl der Bürger im näheren Umfeld zum Connewitzer Kreuz. Außerdem trage die Polizeipräsenz dazu bei, „dass künftig Vandalismus-Angriffe mit kleinem und hohem Schadenspotential nicht nur auf das Objekt Wiedebach-Passage, sondern auch darüber hinaus auf öffentliche und private Gebäude und Einrichtungen verhindert werden können.“ so der SPD-Stadtrat

    „In der Sicherheitspolitischen Stunde der Oktobersitzung des Stadtrates bemühte sich die CDU um die Wiedereröffnung des Bürgeramtes in Connewitz“, berichtet Stadtrat Karsten Albrecht (CDU). Dieser Forderung werde jetzt entsprochen. Naturgemäß freut sich der Christdemokrat auch über den neuen Polizeiposten. „Damit wird erstmalig in Connewitz, in einem Gebiet, das zumeist als Ausgangspunkt gewalttätiger Aktionen und Sachbeschädigungen gilt, die Polizei sofort eingreifen können.“

    Ebenfalls erfreut zeigte sich heute auch Stadtrat René Hobusch (FDP). „Mit dem neuen Bürgeramt an altem Standort haben nun auch die Menschen im Süden wieder ein Amt vor der Haustür. Gerade für mobilitätseingeschränkte Bürger ist dies wichtig. Bedauerlich ist, dass es rund ein halbes Jahr gedauert hat, bis die Vandalismusschäden beseitigt wurden. Die Wiedereröffnung zeigt, das die Leipzigerinnen und Leipziger sich von Gewalt und Vandalismus nicht einschüchtern lassen“, so Hobusch, der seine Fraktion unter anderem im Stadtratsausschuss Allgemeine Verwaltung vertritt.

    Der FDP-Stadtrat wies darauf hin, dass Bürger lange Wartezeiten durch eine Online-Terminreservierung vermeiden können. Eine entsprechende Initiative der liberalen Fraktion ist seit einigen Monaten umgesetzt.

    Der Vizevorsitzende der liberalen Stadtratsfraktion hob als erfreulich hervor, dass Menschen ohne Internetanschluss über das Bürgertelefon der Stadt ebenfalls Termine reservieren können. „Wenn die Verwaltungsspitze will, dann findet sich immer auch ein Weg. Schade, dass es oft genug Stadträte und Bürger sind, die die Verwaltung ersteinmal zum Wollen bringen müssen“, so Hobusch abschließend.

    Kommunalpolitiker von Linken und Grünen kritisierten bereits die künftige Dauerpräsenz der Polizei (L-IZ.de berichtete). „Ich bin gegen die Kriminalisierung des Stadtteiles“, meint Jürgen Kasek (Grüne). „Auf der anderen Seite kann ich verstehen, dass man für Sicherheit sorgen will. Durch die Polizeireform 2020 wird die Personaldecke bei der Polizei weiter ausgedünnt. Da ist ein zusätzlicher Posten tatsächlich allenfalls Symbolpolitik.“

    „Die Wiedereröffnung des Bürgeramts ist unbedingt zu begrüßen und war längst überfällig“, meint Stadträtin Juliane Nagel (Linke). „Die wiederholte Zerstörung war auch für mich unverständlich.“ Allerdings bleibe die Errichtung eines Polizeipostens Ausdruck einer befremdeten Stadtteilpolitik.

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