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Noch klafft bei der Leipziger Polizei eine Lücke von 332 unbesetzten Stellen

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    Vielleicht 2024, vielleicht auch erst 2025 wird es so weit sein, dass Leipzig so viele Polizeibeamte im Dienst hat, wie die wachsende Großstadt tatsächlich braucht. Die Langzeitfolgen der 2011 verzapften „Polizeireform 2020“ werden länger nachwirken als anfangs noch gedacht, als die wieder in die Regierung aufgerückte SPD-Fraktion den Kurswechsel in der sächsischen Polizeipolitik erwirkte.

    Seitdem werden wieder mehr Polizeianwärter ausgebildet, hat die Polizeikommission mehrfach getagt und einen relativ realistischen Bedarf an Polizeibediensteten für Sachsen errechnet. Dieser Bedarf drückt sich seitdem auch in wachsenden Soll-Stärken für die Polizeidirektion Leipzig aus. Immerhin war das ja auch Thema im Leipziger OBM-Wahlkampf vor einem Jahr, als der CDU-Bewerber meinte, Leipzig habe doch schon mehr Polizist/-innen bekommen. Von 300 war die Rede.Aber der Blick in die Zahlen, die die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Kerstin Köditz regelmäßig abfragt, zeigte, dass dem nicht so war. Denn zwischen Soll und Ist klaffte damals bei der Polizeidirektion Leipzig noch immer ein riesiges Loch. Die Verwaltungsangestellten mitgerechnet, waren rund 200 Stellen nicht besetzt.

    Damit hatte Leipzig die größte Kluft zwischen Planung und Realität innerhalb der sächsischen Polizeidirektionen.

    Die ist ein Jahr später nicht kleiner geworden, wie die jüngste Anfrage von Kerstin Köditz ergab, auch wenn in Leipzig spürbar die reale Mannschaftsstärke wieder wächst. Die verstärkte Ausbildung angehender Polizist/-innen macht sich durchaus spürbar bemerkbar. Waren Ende 2019 noch 2.527 Vollzugsbeamte in der Direktion Leipzig im Dienst, so ist deren Zahl zum Ende 2020 auf 2.602 gestiegen.

    Der Anstieg war also deutlich größer als etwa der zwischen 2017 und 2019, wo es gerade einmal von 2.495 existierenden Vollzugsbeamt/-innen rauf auf die erwähnten 2.527 ging. Die seit 2011 aufgerissenen Lücken werden so langsam wieder aufgefüllt, auch wenn parallel die Planung läuft, die die Gesamtpersonalstärke der Leipziger Polizeidirektion wieder deutlich anheben soll. Denn die Planungen aus der „Polizeireform 2020“ sind ja obsolet. Jetzt gelten die Vorschläge aus der Polizeikommission.

    Und danach hätte die Polizeidirektion Leipzig (zu der auch die beiden angrenzenden Landkreise gehören) Ende 2020 eine Gesamtpersonalstärke von 3.220 Männern und Frauen haben sollen. Doch schon bei den Vollzugsbeamt/-innen klafft eine Lücke – trotz Personalaufbau. Von den geplanten 2.739 Stellen waren zum Jahresende tatsächlich nur 2.602 besetzt.

    Insgesamt aber fehlen 288 Mitarbeiter/-innen in der Direktion, weitere 150 nämlich in der Verwaltung. Und Verwaltung heißt eben nicht nur Schreibtisch-Job. Denn der genauere Blick in die Antwort, die Kerstin Köditz jetzt wieder aus dem Innenministerium bekommen hat, zeigt, dass eine Abteilung verwaltungsseitig quasi gar nicht mehr existiert: die Inspektion Zentrale Dienste. Hier sollten eigentlich laut Personalplan 146 Verwaltungsfachkräfte tätig sein – unter anderem in dem großen Bereich Prävention. Aber besetzt sind tatsächlich nur 11 Stellen in der Verwaltung der Inspektion.

    Es wird eine sportliche Aufgabe, diese Lücken bis 2024 zu schließen.

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