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Warum am Otto-Runki-Platz nicht konsequent mehrstöckig oder auch unterirdisch planen?

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    Wenn schon prüfen, dann richtig, fanden die Grünen, als die Stadt jetzt ihre Pläne vorstellte, auf dem Otto-Runki-Platz eine Schwimmhalle zu bauen. Dumm nur, dass die Planer wieder mal für sich ganz allein geplant und entschieden haben. Das haben andere Fraktionen auch schon kritisiert. Die Grünen setzen jetzt eins drauf und beantragen die Prüfung unterschiedlicher Varianten.

    Denn wie der Vorlage zu entnehmen war, hat die Verwaltung nicht nur den Bautyp der Schwimmhalle schon mal in Eigenregie festgelegt, den Standort ebenso. Mögliche alternative Standorte sind nur noch als Liste angegeben, eine weitere Abwägung gar durch den Stadtrat ist nicht vorgesehen.

    Und für Aufregung sorgte logischerweise auch die Tatsache, dass der erst mit Städtebaumitteln als Schmuckplatz gestaltete Otto-Runki-Platz für die Schwimmhalle weichen soll. Ein Ersatz des verlorenen Stadtgrüns könnte (wenn der Stadt das Gelände mal gehörte) auf dem ehemaligen Bahngelände an der Schulze-Delitzsch-Straße entstehen.

    Aber warum soll der beliebte Platz eigentlich verschwinden, fragen sich die Grünen? Dass ein Schwimmhallenneubau im Leipziger Osten notwendig ist, das bezweifeln auch sie nicht.

    „Gleichwohl kritisieren wir, dass eine frühzeitige und ergebnisoffene Diskussion über mögliche verschiedene Standorte ohne Zeitdruck und echte Alternativen leider nicht möglich und seitens des Oberbürgermeisters und der Verwaltungsspitze auch nicht gewollt war, denn mit dem Standort Otto-Runki-Platz für den Schwimmhallenneubau geht die vor fast zehn Jahren mit Fördermitteln entstandene städtische Grünfläche verloren“, sagt dazu Tim Elschner, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Allein mit einer Standortentscheidung für den Schwimmhallenneubau ist es deshalb allerdings aus unserer Sicht nicht getan! Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ist der Auffassung, dass der Schwimmhallenneubau auf der Fläche des Otto-Runki-Platzes kein bloßer Zweck- und Funktionsbau sein darf!“

    Auch die SPD-Fraktion hatte ja schon einen Vorstoß gestartet, nicht nur einen platten Schwimmhallenbau an die Eisenbahnstraße zu setzen, sondern gleich mehrere Funktionalitäten übereinander unterzubringen.

    Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen spricht sich nun explizit dafür aus, dass insbesondere zwei Bau-Varianten ziel- und ergebnisorientiert vertiefend geprüft werden.

    „Um eine möglichst effiziente Platznutzung im Sinne eines flächensparenden Bauens zu erreichen, können wir uns einerseits die Integration der Schwimmhalle in einen mehrgeschossigen Mehrzweckbau in Kombination mit anderer, insbesondere sozialer Infrastruktur vorstellen. Wir wollen deshalb, dass die Unterbringung auch anderer Sport- und Wellnessangebote oder auch die Unterbringung sozialer Infrastruktur – wie Kita, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Arztpraxen – sowie Wohnen bei einem mehrgeschossigen Bau geprüft wird! Eine extensive Dachbegrünung mit zum Beispiel auch einer Dachterrasse ist für uns bei dieser Variante gesetzt“, betont Tim Elschner. „Andererseits ist für die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen auch der Bau eines tieferliegenden Schwimmhallenbau mit begehbarem Rasendach vorstellbar. Durch ein begehbares Rasendach könnte so eine vielfältig nutzbare öffentliche Grünfläche mit Aufenthaltsqualität für Spielen, Verweilen und Erholen weitgehend erhalten bleiben.“

    Wenn das kein Berg von Arbeit für die Stadtplaner ist! Und eigentlich soll es auch noch architektonisch anspruchsvoll werden, findet Tim Elschner: „Für beide ambitionierte Varianten ist ein Architektur- und Gestaltungswettbewerb durchzuführen. Ein bloßes ‚VOF‘-Verfahren würde jedenfalls dem Anspruch des zu realisierenden Projektes nicht gerecht werden! – Auch ist zu prüfen, ob der Neubau als kooperatives Bauprojekt der Sportbäder Leipzig GmbH mit anderen, insbesondere kommunalen Partnern erfolgen kann; des Weiteren ist in diesem Zusammenhang auch eine Anpassung des Gesellschaftszwecks der Sportbäder GmbH mit in den Blick zu nehmen, denn schließlich baut mittlerweile auch die SAH Kindertagesstätten.“

    VOF steht übrigens für „Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen“. Und die SAH ist die Städtische Altenpflegeheime Leipzig gGmbH.

    Der Änderungsantrag der Grünen-Fraktion.

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