Ein zu Silvester an der Eisenbahnstraße attackierter und dabei lebensbedrohlich verletzter Mann ist nun in einer Klinik verstorben. Die Polizei sucht jetzt öffentlich nach Zeugen der Tat. Was erwartet Connewitz? Inzwischen acht Kundgebungen und Aufzüge sind für morgen angemeldet, Konfliktpotenzial inklusive. Zudem stehen Schulstreiks ins Haus. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 14. Januar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Zeugenaufruf nach Tötungsdelikt auf Eisenbahnstraße
In gleich sechs Sprachen sucht die Leipziger Kriminalpolizei nach Zeugen für ein „vollendetes Tötungsdelikt“ in der Eisenbahnstraße. Am Silvester-Nachmittag war ein 22-jähriger Somalier direkt an der Kreuzung zur Hildegardstraße mit einem noch unbekannten Mann in Streit geraten. Nach einem anfänglichen Wortgefecht stach der Gesuchte mit einem spitzen Gegenstand gleich mehrere Male auf den jungen Somalier ein und rannte weg.
Die zugefügten Verletzungen waren so lebensbedrohlich, dass der 22-Jährige schon auf dem Weg in Krankenhaus reanimiert werden musste. Später wurde er in eine Spezialklinik verlegt, wo weiter intensiv um das Leben des Verletzten gekämpft wurde. Trotz aller medizinischer Bemühungen verstarb der junge Mann am 9. Januar.
Nachdem die Polizei rund um den Tatort vergeblich nach dem Verdächtigen gesucht hatte, geht sie nun mit einem Zeugenaufruf in die Öffentlichkeit. Neben der deutschen Version ist dieser auch in Türkisch, Persisch, Arabisch und zwei kurdischen Übersetzungen verfügbar.
Alles blickt nach Connewitz
Am morgigen Samstag wird der Leipziger Stadtteil Connewitz eine bundesweite mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, auf die die Einwohnerinnen und Einwohner sicher gern verzichtet hätten. Insgesamt acht Kundgebungen und Demonstrationen hat die Stadt Leipzig bisher offiziell benannt, die im Tagesverlauf rund ums Connewitzer Kreuz stattfinden sollen.
Auslöser ist die von der Gruppe „Lotta Antifascista“ und der vom Verfassungsschutz beobachteten „Handala“ orchestrierten Demonstration unter dem Titel „Antifa means: Free Palestine“, für die bundesweit mobilisiert wurde. Nach eigenen Angaben werde mit bis zu 1.000 Teilnehmenden gerechnet. In der Kombination ist zu erwarten, dass einerseits unverblümter Hass auf Israel ins Viertel getragen wird und andererseits der Machtkampf darum tobt, was „wirklich antifaschistisch“ ist.
Das bleibt in Connewitz natürlich nicht unwidersprochen. Die „Initiative Solidarisches Connewitz“ stellt sich mit ihrer Kundgebung „All Connewitzer are beautiful“ dagegen. Auch hierzu werden offiziell 1.000 Teilnehmende erwartet. Außerdem finden gleich vier Veranstaltungen statt, die sich gegen jede Form von Antisemitismus positionieren.
Die Polizei wird am Samstag starke Präsenz zeigen und auch mehrere Straßenabschnitte um das Connewitzer Kreuz voll sperren, darunter Teile der Karl-Liebknecht-Straße, der Bornaischen Straße und der Wolfgang-Heinze-Straße. Sie empfiehlt, das Gebiet weiträumig zu umfahren, da „aufgrund der Dynamik der Versammlungen“ auch keine Umleitungsstrecken eingerichtet werden können.
Streikaufruf für Schulen in Leipzig und Dresden
Es ist wieder Arbeitskampf. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Sachsen (GEW) hat für die kommende Woche zu ersten regionalen Streiks an öffentlichen Schulen aufgerufen. „Hintergrund ist das ergebnislose Ende der zweiten Verhandlungsrunde zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) als Arbeitgeber der Landesbeschäftigten und den Gewerkschaften heute in Potsdam“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Betroffen von den avisierten Warnstreiks sind die öffentlichen Schulen im Bereich des Landesamts für Schule und Bildung (LaSuB) im Raum Leipzig und Dresden. Er richtet sich an alle Angestellten, also unter anderem Lehrkräfte, Schulassistent*innen und Pädagogische Fachkräfte im Unterricht.
In Leipzig wird am Mittwoch, 21. Januar, gestreikt. Die zentrale Veranstaltung dazu findet ab 10 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz statt. Zwei Tage später ist dann Dresden an der Reihe. Die GEW fordert sieben Prozent mehr Gehalt (mindestens 300 Euro), 200 Euro mehr für Azubis und Praktikanten im Monat, Weiterentwicklung der Lehrkräfte-Entgeltordnung sowie einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV Stud).
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Förderung steht: Millionen-Papier sichert Bau des neuen Naturkundemuseums
Hallo Leipzig: So startete Freitag, der 16. Januar 2026
Wärme für Leipzig, Teil 9: Sanierung von Gebäuden und baulichen Anlagen
Kind in Leipzig offenbar doch nicht nach getötetem Hamas-Führer benannt
Kommentar zu Trump und Grönland: Das Unwort des Jahrzehnts sollte „Sicherheitsinteressen“ lauten
Was sonst noch wichtig war:
Nach dem Scheitern des Regierungsbündnisses zwischen SPD und BSW in Brandenburg, wollen die Sozialdemokraten nun mit der CDU über eine Koalition beraten.
Knapp ein Jahr nach dem tödlichen Anschlag auf eine Verdi-Demo in München, hat der Angeklagte zum heutigen Prozessbeginn die Aussage verweigert.
Mehr als 4.000 Waffen befinden sich in Deutschland legal in den Händen verfassungsfeindlich eingestellter Personen, teilte das Bundesinnenministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion mit.
Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado hat ihre Friedensnobelpreis-Medaille im Weißen Haus an US-Präsident Donald Trump weitergegeben.
Die USA und Taiwan haben ein Handelsabkommen geschlossen. Während die Amerikaner ihren Zollsatz für das Land auf 15 Prozent reduzierten, will Taiwan nun mindestens eine Viertelmilliarde Dollar investieren.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:















Keine Kommentare bisher