Hat Leipzigs Liegenschaftsamt bei der Zerstörung der Skate-Anlage überzogen?

Für alle LeserDiese schreckliche Jugend. Immerzu macht sie Krach, tobt sich irgendwo aus. Und beansprucht auch noch Platz für ihre Freizeitaktivitäten. Fürs Skaten zu Beispiel. In der vergangenen Woche freilich machte der Abriss einer Skate-Anlage am Jahrtausendfeld Furore. Worüber sich mittlerweile auch Teile des Stadtrats wundern. Denn eigentlich hatte man 2014 die Stadt beauftragt, die Skate-Anlagen im Stadtgebiet zu sichern.
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Im Juli 2014 folgte der Leipziger Stadtrat dem Antrag der Linksfraktion, die bestehenden Skate-Anlagen in der Stadt zu erhalten und für deren Wartung und notwendige Reparaturen zu sorgen. Bei den städtischen Anlagen sogar einstimmig. Was schon verblüfft. Bei der Erweiterung der Skate-Angebote im Sportprogramm gab es drei Gegenstimmen. Aber auch das ist nicht viel. Die Notwendigkeit, dass es für die vielen jungen Leute solche Plätze zum Austoben braucht, wurde also akzeptiert.

Auch im aktuellen Sportprogramm wird bekundet, dass „vorhandene, funktional gut geeignete Sportstätten für BMX-Radsportler/innen und Skateborder/innen zu erhalten und schrittweise zu modernisieren“ seien.

Entgegen dieser auch vom Stadtrat bestätigen Ziele wurden in der vergangenen Zeit vor allem in Leipzig-Süd und Altwest Anlagen deinstalliert oder drohen zu verwildern, kritisiert jetzt die Stadträtin der Linken, Juliane Nagel. Was am Jahrtausendfeld passierte, war also kein Einzelfall.

Auch wenn es eine selbst errichtete Skate-Anlage war, die da im Auftrag des Liegenschaftsamts der Stadt Leipzig zerstört wurde.

Wenige Wochen vorher hatte der Verein Urban souls, der bestehende Skateanlagen betreut und pflegt, Kontakt zu den NutzerInnen aufgebaut und Vereinbarungen unter anderem über Nutzungszeiten zum Zwecke des Lärmschutzes für AnwohnerInnen getroffen. Ziel war eine Verstetigung der Anlage, die sich auf städtischem Grund befindet.

„Es gab also keine Not, diese Anlage zu deinstallieren. Vielmehr hat sich durch die Errichtung in Eigeninitiative deutlich erwiesen, dass im Stadtteil Bedarf nach entsprechenden Freizeitaktivitäten existiert“, sagt Nagel.

Im April 2015 war bereits eine Skate-Anlage im Henriettenpark in Neulindenau abgebaut und nach Grünau verlagert worden. Eine weitere Anlage im Stadtbezirk Südwest – Rolf-Axen-Straße/Baumannstraße – ist bereits seit Jahren desolat und wird laut Bebauungsplan Nr. 380, Grüner Plagwitzer Bahnhof, ebenfalls verschwinden, da der Standort für eine Schule genutzt werden soll.

Juliane Nagel, die die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Stadtrat ist, erklärt: „Ich fordere die Stadt Leipzig auf, schnell einen Ersatz für die Skate-Anlagen in Süd/Altwest zu schaffen und dabei NutzerInnen, Initiativen bzw. Vereine einzubeziehen. Nichts ist schlimmer als ohne Kommunikation zu den jungen Leuten, die sich selbst für die Errichtung einer Skate-Anlage engagiert haben, so dreist zu übergehen, wie es am Jahrtausendfeld geschehen ist. Platz für eine dauerhafte Alternative gibt es in Plagwitz und Lindenau genug, so zum Beispiel im Umfeld des Kulturzentrums Gieszer 16 oder auf dem Areal des Plagwitzer Bahnhofs. Als Linksfraktion erwarten wir, dass die Verwaltung die Aufträge des Stadtrates genau wie die Bedarfe von jungen Leuten ernst nimmt.“

Der Stadtratsbeschluss von 2014.

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