Am 24. Februar 2021 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung auf Initiative der Linksfraktion, ein Skatepark-Entwicklungskonzept zu erarbeiten. Dieses soll sowohl die regelmäßige Instandsetzung und Wartung der bestehenden Anlagen im öffentlichen Raum sowie die Errichtung von drei neuen Skateanlagen bis 2025 beinhalten. Das Konzept ist als zukünftiger Bestandteil des Sportprogramms der Stadt Leipzig angedacht. Doch so schnell geht das in Leipzig nicht, muss jetzt auch die Linksfraktion erfahren.

Die Frist zur Erstellung des Konzepts ist inzwischen seit fast fünf Monaten verstrichen. Und es deutet alles darauf hin, dass die Fristsetzung viel zu optimistisch erfolgte. Auf Anfrage der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat wurden lediglich eine Bestandsaufnahme der Skateanlagen in Leipzig veröffentlicht und vage Planungen für neue Skateanlagen aufgeführt.

Ein Problem benennt das Amt für Stadtgrün und Gewässer in der Antwort an die Linksfraktion, das sich in einer immer dichter bebauten Stadt nicht wirklich umgehen lässt: „Parallel zur Bestandserfassung erfolgt die Zusammenstellung potenzieller Standorte im Stadtgebiet, auf denen kurzfristig bis 2025 die Planung und teilweise Realisierung neuer Anlagen vorgesehen ist oder für die bereits mit der Projektentwicklung begonnen wurde (z.B. Schallprognosen, Flächensicherung, Vorbereitung von Planungsaufträgen, Vermessung).“

Mehrere Standorte als Option benannt

Denn mehrere – auch von Skatern vorgeschlagene – Plätze für neue Skateanlagen eignen sich schon deshalb nicht, weil sich wegen der nahen Wohnbebauung die Schallschutz-Probleme nicht lösen lassen.

Inzwischen gab es mehrere Anfragen im Stadtrat zu einzelnen möglichen Skate-Projekten, die geprüft werden könnten. Die Antwort aus dem Amt für Stadtgrün und Gewässer zählt eine mögliche Erweiterung im Richard-Wagner-Hain auf, eine mögliche Anlage im Stadionumfeld, eine Skateranlage mit Fahrradparcour in Mockau und eine Skateranlage im Stadtteil Mölkau.

Linke kritisiert schwache Infrastruktur für Skater

Das sind aber nicht die Orte, wo der Bedarf augenblicklich besonders groß ist, kritisiert die Linksfraktion: „Für die bereits seit vier Jahren beschlossene und von Skater/-innen eingeforderte neue Anlage im urbanen Westen (Alt- oder Südwest) gibt es noch immer keine Perspektive.“

„Das, was die Verwaltung auf unsere Anfrage hin als ‚Kurzfristiges Skatepark-Entwicklungskonzept 2021-2025‘ vorstellt, verdient seinen Namen nicht“, findet Linke-Stadträtin Juliane Nagel.

„Eine Bestandsaufnahme macht noch kein Konzept und die Auflistung von Stadtratsbeschlüssen über neue Anlagen noch keine Entwicklungsperspektive. – Die Verwaltung muss die Bedarfe von jungen und älteren Skater/-innen in dieser Stadt endlich ernst nehmen. Die bestehende Infrastruktur hinkt den Bedarfen massiv hinterher, ist zudem an vielen Stellen reparaturbedürftig.

Dass beispielsweise die hochfrequentierte Skateanlage im Reudnitzer Park nur noch schwerlich nutzbar ist, ist seit Jahren bekannt. Weil die Stadt untätig blieb, haben Skater/-innen die Sache dort selbst in die Hand genommen. Das ist eigentlich nicht ihre Aufgabe.“

Stiefmütterlicher Umgang der Verwaltung

Die Linksfraktion jedenfalls findet den Umgang der Verwaltung mit dem Thema Skateanlagen stiefmütterlich.

„Skaten ist für viele junge und auch ältere Menschen eine beliebte und niedrigschwellige Freizeitbeschäftigung. Die Stadt sollte das anerkennen und unterstützen“, betont die Fraktion.

„Wir fordern, dass der Stadtratsbeschluss umgesetzt wird und unter Beteiligung von Skater/-innen und deren Interessenvertretungen ein Skatepark-Entwicklungskonzept erstellt wird, das seinen Namen auch verdient. Eine Lösung braucht es ebenfalls für die Skateanlage in Alt- oder Südwest.“

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