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Linksfraktion fragt zum Baurecht für den „Leopoldpark“ in Connewitz

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    Für FreikäuferZwei Jahre ist das nun schon wieder her, dass halb Connewitz und der ganze Stadtrat über die Grünfläche an der Leopoldstraße/Ecke Wolfgang-Heinze-Straße diskutierte. Das Grundstück ist eigentlich eine Brache. Nur hat hier sechs Jahrzehnte lang niemand gebaut. Als 2015 die Verkaufspläne für die Fläche bekannt wurden, gab’s eine heftige Diskussion. Mittlerweile scheint sich ein Käufer gefunden zu haben. Der „Leopoldpark“ wird wieder Thema im Stadtrat.

    Denn der kleine Park ist den Connewitzern längst ans Herz gewachsen. Es gibt kaum noch jemanden, der die Fläche anders kennt, als mit Bäumen, Sträuchern und Frühblühern bestanden, gekreuzt von Parkwegen, beliebt bei Familien, die hier ein bisschen Freiraum finden.

    Aber schon die 2015er Diskussion zeigte, dass die Stadt wenig Spielraum hat an der Stelle. Das Quartier ist nach wie vor als Wohnquartier ausgewiesen – hier muss nicht einmal neues Baurecht geschaffen werden. Einzige Möglichkeit der Stadt, hier Einfluss zu gewinnen, wäre gewesen, das Grundstück zu kaufen. Aber da winkte die Stadtverwaltung nur ab.

    Denn zum Verkauf kam das Grundstück ja auch, weil sich in Connewitz mit Wohnungen wieder Geld verdienen lässt. Der Ortsteil ist attraktiv, egal, was Bewohner anderer Leipziger Ortsteile behaupten mögen – gerade weil er so bunt ist wie er ist.

    Nun aber zeigt sich zumindest die Linksfraktion besorgt über das mögliche Ausmaß der Bebauung und vor allem den Verlust des gewachsenen Baumbestandes. Der ja – seit dem Erlass des sächsischen „Baum-ab-Gesetzes“ – kaum noch Schutz genießt.

    Und die große Zeitung am Platz hat ja schon wieder großartige Zukünfte zu diesem Stück Connewitz gezeichnet.

    In der Anfrage der Linksfraktion zu diesem Thema heißt es: „Wiederholt wurde in den vergangenen Wochen in der Presse und gegenüber Stadträten kommuniziert, dass das mit Starkbäumen bewaldete Grundstück Leopoldstraße 1 Südseite/Ecke Wolfgang-Heinze-Straße nach Weiterveräußerung von einem Investor nach Angaben des Baudezernates mit 4 – bis 5-geschossigen Wohngebäuden in Blockrandbebauung bebaut werden soll. Gleichzeitig wird in der Regionalpresse ein Foto mit der Freifläche des ‚Herderparks‘ südlich der Herderstraße zwischen Biedermannstraße und Wolfgang-Heinze-Straße als zu bebauendes Grundstück dargestellt. Am 8. März 2017 beschloss die Ratsversammlung die nachträglich geteilte Sanierungssatzung ‚Leipzig/Connewitz – Biedermannstraße‘ vom 14.11.1990 erneut. Danach sind in dem zum Quartier 5 gehörenden Grundstück ein 4-geschossiges Gebäude mit Sozialwohnungen in Blockrandbebauung und ein 2-geschossiges Hinterhaus zulässig.“

    Mit dem Herderpark hat wohl der ausgesandte Fotograf einfach das falsche Plätzchen erwischt. Das soll vorkommen, wenn man sich in einem Kiez, über den man meistens ganz andere Sachen schreibt, nicht so gut auskennt. Aber der Herderplatz ist natürlich auch beliebt bei den Connewitzern. Der heißt übrigens so, weil da bis zu den Kriegsbomben mal die Herderschule stand. Hier gäbe es also eher Baurecht für eine neue Schule. Aber da wird selbst die Stadt den wertvollen Park mit Spielplatz nicht opfern wollen.

    Die Linksfraktion dazu: „Unabhängig davon greifen inzwischen die Regelungen des Waldgesetzes für schützenswerten Baumbestand. Die im Volksmund als ‚Herderpark‘ bezeichnete, mindestens 30 m breite Grünfläche südlich der Herderstraße zwischen Wolfgang-Heinze- und Biedermannstraße ist im Quartier 3 des Sanierungsgebietes als Grünplatz mit Kinderspielbereichen differenziert nach Altersgruppen definiert und auch auf diversen Stadtplänen, einschließlich der Karte ‚Amtlicher Stadtplan Leipzig‘, klar als Grünfläche erkennbar dargestellt.“

    Aber auch um die Bäume an der Leopoldstraße sorgt sich die Linke.

    „Die seit der Wende ungenutzte Fläche ist inzwischen mit Starkbäumen bewachsen und wird als Aufenthalts- und Spielfläche rege genutzt.“

    Nur ist nach diversen Zeitungsbeiträgen unklar, was wirklich im „Leopoldpark“ passieren soll. Nach der Sanierungssatzung ist auf dem Grundstück der Neubau eines viergeschossigen Gebäudes mit Sozialwohnungen und eines zweigeschossigen Hinterhauses zulässig.

    „Unklar ist auch, ob für die Bäume auf dieser Fläche nicht inzwischen das Waldgesetz greifen dürfte“, stellen Sören Pellmann und Siegfried Schlegel für die Linksfraktion fest. „Diese Unklarheiten sind für die Linksfraktion Anlass, in der Ratsversammlung am 23. August eine Anfrage zu stellen (F-4664). Wir möchten wissen, ob für die Leopoldstraße eine Bauvoranfrage oder bereits ein Antrag auf Baugenehmigung gestellt wurde. Denen steht aber das Waldgesetz entgegen. Klarheit soll auch über die dauerhafte Zweckbindung des zweifellos als Grünfläche gewidmeten Areals südlich der Herderstraße zwischen Wolfgang-Heinze- und Biedermannstraße geschaffen werden. Weiterhin interessiert Die Linke, wo bauliche Maßnahmen innerhalb des Sanierungsgebiets mit Fördermitteln, städtischen Mitteln sowie mit Mitteln aus Sanierungsausgleichszahlungen realisiert wurden und wo innerhalb des zukünftig hochverdichteten Wohnquartiers ausreichend öffentliche Grünflächen, Spiel- und Sportflächen für unterschiedliche Altersgruppen gesichert und neu geschaffen werden sollen.“

    Denn wenn der „Leopoldpark“ bebaut wird, verschwindet ein wichtiges Stück Grün aus Connewitz. Auch dieser Ortsteil erlebt das, was die Stadtplaner Verdichtung nennen. Was auch andere Fraktionen zunehmend dazu bringt, nachzufragen, wie es um die Grünflächenstrategie und die Sicherung grüner Freiräume in der Stadt aussieht

    Die Anfrage der Linksfraktion zum Leopoldpark.

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