Nach längerer Verzögerung war die Demonstration „Antifa means: Free Palestine“ gegen 15 Uhr gestartet. Zuvor hatte es Probleme gegeben, die erforderliche Anzahl an geeigneten Ordnern zu finden. Zudem gab es Zugriffe der Polizei gegen Personen, die gegen das Vermummungsverbot verstießen. Die nach vorläufiger Schätzung 1.500 bis 2.000 Teilnehmenden bewegen sich aktuell Richtung Innenstadt, und die LZ setzt ihren Ticker mit diesem 5. Teil fort.

Nachdem der mit großem Eskalationspotenzial befürchtete Demo-Samstag in Leipzig zunächst recht entspannt gestartet war, hat sich die Lage etwas erhitzt und zugespitzt. Nach einiger Verzögerung ist der pro-Palästina-Demozug mit dem Namen „Antifa means: Free Palestine“ auf einer geänderten Route am Nachmittag vom Connewitzer Kreuz aus Richtung City aufgebrochen, begleitet von Gegenprotest.

Was bisher geschah, kann hier noch einmal nachgelesen werden:

Teil 1 unseres Livetickers

Teil 2 unseres Livetickers

Teil 3 unseres Livetickers

Teil 4 unseres Livetickers

Am Rande der Demostrecke hat sich immer wieder dieser Gegenprotest etabliert, so auch am Alexis-Schumann-Platz, wo es, wie auch andernorts, zumindest zu Anbrüllerei und Wortgefechten mit Gegendemonstranten auf dem Bürgersteig kam. Während der Zwischenkundgebung führte die Polizei eine weitere Ingewahrsamnahme wegen Verdachts von Straftaten gegen Teilnehmer von „Antifa means: Free Palestine“ durch. Nach Angaben unserer Reporter vor Ort wurde dabei ein Transparent zerstört.

Kritik am Kurs der Linkspartei und Polizeimaßnahmen, FDP-Politikerin beim Gegenprotest

Kritisiert wird auf der Zwischenkundgebung des propalästinensischen Lagers in einem Redebeitrag der Kurs der Linkspartei: Diese sei nicht solidarisch mit Palästina und würde solche Menschen sogar herausschmeißen.

Der große Demo-Samstag in Leipzig hat weit über die Stadtgrenzen hinaus mobilisiert: Hier steht die Berliner Politikerin Karoline Preisler (54, FDP) auf der Seite des Gegenprotestes. Foto: Alexander Böhm

Am Rande der Demo steht Karoline Preisler auf Seite des Gegenprotestes: Die 54-jährige Berliner FDP-Politikerin zieht regelmäßig Hass und Anfeindung auf sich, wenn sie an die Massaker und Vergewaltigungen durch Hamas-Kämpfer am 7. Oktober 2023 erinnert. Immer wieder tritt sie auf einschlägigen Demonstrationen auf, verhehlt ihre Position nicht und kann die Versammlungen teilweise nur unter Polizeischutz besuchen.

Währenddessen ist der Aufzug „Antifa means: Free Palestine“ am Südplatz angelangt. Die Polizei weist wiederholt per Lautsprecher auf das Vermummungsverbot hin. Es gab kurz nach 16:00 Uhr mindestens drei polizeiliche Maßnahmen, so einer unserer Reporter.

Person aus dem pro-Palästina-Lager wird abgeführt von der Polizei. Foto: Ferdinand Uhl

Auf dem Demowagen hat gerade eine Art antideutsche Satirefigur gesprochen. Die Person hat dafür „geworben“, dass sich in Connewitz alle wohlfühlen sollen, also etwa auch „antideutsche“ AfD-Sympathisanten.

Demozug soll in der Innenstadt enden, Vorwürfe von Demonstranten gegen Linken-Politikerin Nagel

Nochmal zur Erinnerung: Ursprünglich wollte das pro-Palästina-Lager nach Connewitz marschieren. Heute Vormittag wurde eine Änderung der Route bekannt: Über Peterssteinweg, Wilhelm-Leuschner-Platz, Schillerstraße, Petersstraße und Grimmaische Straße führt diese heute laut Plan zum Augustusplatz, wo am Gewandhaus die Abschlusskundgebung angekündigt ist.

Vordere Reihe v.l.: Polizeidirektionssprecher Olaf Hoppe, Sachsens Innenminister Armin Schuster und der Leipziger Polizeipräsident René Demmler. Foto: Ferdinand Uhl
Vordere Reihe v.l.: Polizeidirektionssprecher Olaf Hoppe, Sachsens Innenminister Armin Schuster und der Leipziger Polizeipräsident René Demmler. Foto: Ferdinand Uhl

Vor Ort machten sich auch Olaf Hoppe (Sprecher der Polizeidirektion), René Demmler (Leipziger Polizeipräsident) und Armin Schuster (CDU, Innenminister Sachsen) persönlich ein Bild der Lage.

Bei einer Rede auf der Palästina-Demo wird erneut behauptet, dass die Stadträtin und Landtagsabgeordnete Juliane Nagel gemeinsame Sache mit jenen machen würde, die in Connewitz Palästina-Aktivisten angreifen. Sie würde zudem diesen Personen ihre „Infrastruktur“ zur Verfügung stellen.

Juliane Nagel. Foto: Lucas Böhme
Linken-Politikerin Juliane Nagel am Vormittag des 17. Januar 2026 am Connewitzer Kreuz. Foto: Lucas Böhme

Ähnliche Behauptungen gab es in den vergangenen Tagen wiederholt in den sozialen Medien. Einen Beleg dafür blieb man stets schuldig. 

Das Connewitzer Kreuz am Samstagabend, dem 17. Januar 2026, Foto: Ferdinand Uhl
Connewitzer Kreuz am frühen Samstagabend, dem 17. Januar 2026. Foto: Ferdinand Uhl

Demo steht – mal wieder, Abschluss in der City, Handgreiflichkeiten am Rand

Das Connewitzer Kreuz liegt indes friedlich in der Abenddämmerung. Wenige Kilometer weit weg hat der Aufzug die Innenstadt erreicht, wo wegen des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot erneut eine Person aus der Demonstration durch die Polizei herausgegriffen wurde. Die Demo von „Antifa means: Free Palestine“ steht wieder einmal und kommt nicht voran. Inzwischen (Stand: 17:30 Uhr) geht es wieder weiter.

In der Innenstadt kommt es wieder zur Konfrontation mit dem Gegenprotest, während Laila Amer eine Ansprache hält. Die Abschlusskundgebung am Augustusplatz läuft. Nicht ganz friedlich offenbar: Zwischen einem politisch rechten Szene-Youtuber und einer Person aus der pro-Palästina-Demo gab laut einem unserer Reporter Handgreiflichkeiten.

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