Nach einigen Anlaufproblemen und Verzögerungen war die Demonstration „Antifa means: Free Palestine“ gegen 15 Uhr vom Connewitzer Kreuz aus Richtung City gestartet – flankiert von Gegenprotestlern mit anderer Deutung zum Nahostkonflikt und Zugriffen der Polizei wegen Verdachts auf Straftaten. Am Abend endete der Aufzug mit der Abschlusskundgebung am Augustusplatz. Das Team der LZ ist für Sie und Euch dabei und verfolgt die Lage bis zum Schluss.
Hier können Sie den letzten Teil unseres Tickers nachlesen. Die Demo unter dem Motto „Antifa means: Free Palestine“ wird in diesen Minuten am Augustusplatz beendet. Nach einem eher entspannten Start am Connewitzer Kreuz während des Vormittags hatte sich die Stimmung im Laufe der Stunden aufgeheizt.
Auf der Seite des pro-israelischen Gegenprotestes war auch die Berliner FDP-Politikerin Karoline Preisler zugegen, die eine kleine Gesangseinlage gab. Die 54-Jährige ist bekannt dafür, sich Verherrlichungen und Verharmlosungen von Hamas-Terror und Israelfeindlichkeit entgegenzustellen.
Demo am frühen Abend beendet, offenbar MDR-Team angegriffen, insgesamt etwa 3.000 Personen mobilisiert
Es kam zu Wortgefechten mit dem Gegenprotest am Rand der Strecke auf der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung City, Zugriffen der Polizei auf Teilnehmer des propalästinensischen Aufzugs wegen Straftatverdachts, israelfeindlichen Parolen und offenbar auch tätlichen Angriffen. So wurde ein Team des MDR nach Angaben des Senders attackiert.
Die Demo endete am frühen Abend, etwa 18:00 Uhr, und der Demozug löste sich langsam auf. Wie ein Polizeisprecher auf LZ-Anfrage mitteilte, seien etwa 1.400 Teilnehmer beim pro-Palästina-Aufzug gezählt worden. Der auf die Gegendemonstrationen verteilte Protest beliefe sich auf geschätzt 1.600 Personen. Eine umfassende, polizeiliche Einsatzbilanz soll in Kürze erfolgen, so der Sprecher.

Das Connewitzer Kreuz ist unterdessen wieder für den Straßenverkehr freigegeben worden.
Geschehen laut Polizei „weitgehend störungsfrei“, doch es gab Straftaten und Festnahmen
Wie die Polizeidirektion (PD) Leipzig am Samstagabend meldet, könne sie von einem Versammlungsgeschehen berichten, das „weitgehend störungsfrei“ ablief.
Allerdings wurden vereinzelte Straftaten registriert: „Bisher wurden rund 30 Anzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Beleidigungen, Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Diese Zahl ist noch nicht abschließend. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen und in den Zentralen Polizeigewahrsam gebracht“, teilt PD-Sprecher Olaf Hoppe mit.
Zu Verzögerungen bei der Anreise auswärtiger Demonstranten kam es am Samstagmorgen, weil eine Leiche auf der Bahnstrecke zwischen Leipzig-Nord und Hauptbahnhof entdeckt wurde. Für eine Fremdeinwirkung, sprich ein Tötungsdelikt, gäbe es aktuell keine Anzeichen. Der traurige Fund führte zur vorübergehenden Vollsperrung des Citytunnels.
Während des Demoverlaufs gab es Straftaten, unter anderem wurde der propalästinensische Aufzug mehrfach auf das Vermummungsverbot hingewiesen, gegen das einzelne Personen verstießen, die in der Folge herausgegriffen worden seien.
Bestätigt ist auch der Übergriff auf den Kameramann. Der mutmaßliche Täter konnte gestellt werden, es wurden Ermittlungen wegen Körperverletzung eingeleitet. „Die Polizei ist auch in den Abendstunden weiter mit Kräften im Stadtgebiet präsent. Parallel sind Kräfte beim Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Bayern München im Einsatz“, so Olaf Hoppe.
Die Zahl der Einsatzkräfte lag nach seinen Angaben bei etwa 1.400. Die eigenen Kräfte wurden durch die sächsische Bereitschaftspolizei, weitere sächsische Institutionen sowie Beamte aus anderen Bundesländern unterstützt.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:









































































Es gibt 11 Kommentare
Die Rechten, die Nazis, die Ewiggestrigen, was soll man dazu noch kommentieren ? Darauf intellektuell noch irgendwas zu schreiben, das ist nicht mein Anspruch, da es sich selbst erklärt. “Grüner Sumpf” vielleicht. Ach Ne ich steig aus. Das Thema ist ausgelutscht.
So einfach würde ich es mir nicht machen, “gerd stefan” kopfunter in braunem Sumpf zu verorten. “Alternativ” muß nichts Gutes bedeuten. Und es käme darauf an, die eigene, z.B. vom Althergebrachten abweichende Wahl (sofern man die hat) nicht als alleinseligmachend anzusehen. Und daß man Ausnahmen auch als Ausnahmen begreift und der Versuchung widersteht, diese zum Allgemeinfall aufzublasen (nur weil der Schwung vom Kampf gegen starre Konventionen noch so groß war).
Man merkt wahrscheinlich selbst nicht, wie tief man mit dem Kopf im braunen Sumpf steckt, oder gerd stefan?
WER hat denn was gegen alternative Lebens- und Familienmodelle? Genau, die Rechten, die Nazis, die Ewig-Gestrigen. Und Sie brauchen auch nicht mit der Vorzeigelesbe Weidel zu kommen – die ja nach eigener Aussage eine traditionelle Partnerschaft pflegt.
Gehirnwäsche hat bei Ihnen aber anscheinend funktioniert, gratuliere.
Stimmt, traditionelle Familienmodelle sind ein recht konservativer Wert, der Fürsorge und verwandte Werte aber nicht ausschließt.
Keine Sorge, ich sehe nicht nur schwarz/weiß.
Es ging mir auch nicht um Ideologie, sondern um einen Erklärungsversuch, warum sich Links eher in Diskussionen verheddert, als Rechts.
Und, wie Sie schrieben, zu ‘orientierungslosem Rumgeeiere’ führt.
Fairness, Fürsorge und Schadensvermeidung sind linke Werte. Und heterosexuelle Eltern, die sich traditionell um ihre Kinder kümmern, werden damit gleich auf der anderen Seite verortet. Muss man das verstehen, schon ganz schön ideologisch geprägt diese Betrachtungsweise.
Ich sehe die Sache so:
Autorität, Loyalität, Ordnung und Tradition fördern eher den Gruppenzusammenhalt und die Akzeptanz von Hierarchien; rechts.
Fairness, Fürsorge, Schadensvermeidung als linke Themen. Da es viele Wege gibt, Gerechtigkeit zu definieren, wird eher debattiert.
Während rechts sich eher am Erhalt bestehender Strukturen oder Traditionen orientiert, ist es viel leichter, sich auf bereits existierendes zu einigen.
Links strebt meist Veränderungen an, auch die Überwindung von Hierarchien. Da gibt es unzählige Visionen, und dadurch Spaltung und Reibung.
Mit klarer Hierarchie tanzt rechts eher nach einer Pfeife, während links das permanent hinterfragt und neu verhandelt.
Und rechts schaut nur national und auf eine bestimmte kulturelle Identität, während links eher international und universell Orientierung sucht. Hier sind bereits globale Interessen eine große Herausforderung.
Igelt man sich dagegen rechts ein, ist einem das Globale egal.
@Christhian. Links der Mitte soll mehr diskutiert werden als rechts der Mitte. Den Beweis muss man erstmal erbringen. Bekanntlich wurde ja bei den Nazis überhaupt nicht diskutiert, auch unter Stalin und Mao kaum. Hier ist der Wunsch doch eher Vater des Gedankens. Was ist überhaupt links, stellt sich mittlerweile die Frage. Wie am Wochenende man sehen konnte , ist der Interpretationsspielraum recht groß, zumal der Linken ja wohl ihre materielle Grundlage zur Richtungsbestimmung verloren gegangen ist. Die Diskussion darüber, dass man keinen Plan mehr hat, hat kaum was mit Demokratie zu tun eher mit orientierungslosem Rumgeeiere. Vielleicht sollte man die Kategorie “Edelkommunist” oder sogar “Edellinker” einführen, ein Abzeichen dafür am Revers wäre sinnvoll, darunter dann das Palästinensertuch. Das zweite liegt bei mir noch im Schrank, gebe es gern weiter.
Da könnte man tatsächlich ins Schmunzeln kommen, wenn es nicht so weitreichende Auswirkungen hätte.
Dass Links viel eher zum Diskurs und zum Diskutieren als Rechts neigt, liegt aber in der Natur dieser Strömungen.
Deswegen auf diese politische Richtung nur müde herabzulächeln oder die politische Existenz abzusprechen, wäre sogar insofern fatal, als das rechte Spektrum davon profitieren würde.
Zur Einordnung: die Ereignisse möchte ich nicht verteidigen oder gutheißen.
Aber Hierarchie und Tradition lassen sich wesentlich einfacher im Zaum halten, als linkspolitische Themen (siehe auch Linke vs. BSW).
Oder?
Das war doch schon immer so: Während sich “die Rechten” auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen können und so zusammenkommen, ist es bei “den Linken” genau anders herum.
Hier muss bis ins kleinste Detail alles ausmultipliziert und ausdiskutiert werden, “Konsens” herrschen. Lieber noch ein Grüppchen gründen, bevor man seine “einzig wahren” Überzeugungen auch nur ein bisschen anpasst.
“Judäische Volksfront, Quatsch! Wir sind die Volksfront von Judäa!”
Juliane Nagel sprach gegenüber dem MDR von einer Bedrohung durch “selbsternannte” Linke. Hier wird krass deutlich was unter Links von ihr verstanden wird. Sie meint den Alleinvertretungsanspruch für alles was Links ist zu besitzen. Sie definiert Gut und Böse.Genau darin besteht das Problem der ” selbsternannten” Linken zu denen sie offensichtlich selbst gehört. Wer nicht meine Meinung teilt ist mein Gegner. So löst sich das ganze imaginäre Links eben selbst auf. Substanzlos ohne eine materiellen man möchte sagen wissenschaftlichen Hintergrund ist die Linke von heute nur noch Projektionsfläche für das woke gutes Gefühl von Individualisten.
Das charmante Lächeln kann mensch einfach nur glücklich zurück spiegeln.
Dankeschön allen Umsichtigen <3
Für ein friedliches und abwehrbereites Leipzig.
Dagegen russische Angriffskriege und Gegengewalt auslösende Hamas-Morde in unsere Stadt Leipzig hineintragen zu wollen.
Und Dankeschön der LZ für die Dokumentation.
Also nochmal besonders für Foto 1 von Herzen tausende Male Dank.