430.000 Euro für Gohlis-Nord

2020/2021 soll der „Platz des 20. Juli 1944“ mit Städtebaumitteln saniert und aufgewertet werden

Für alle LeserDie Parkanlage „Platz des 20. Juli 1944“ in Leipzig-Gohlis soll aufgewertet werden, um sie für den in den letzten Jahren schnell gewachsenen Stadtteil attraktiver und besser nutzbar zu machen, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag, 21. November, mit. So sollen etwa neue Spiel- und Erholungsangebote für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen entstehen.

Die Kosten für die Umgestaltung betragen knapp 430.000 Euro bei einem städtischen Anteil von rund 160.000 Euro. Die Fördermittel stammen aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau für das „Aufwertungsgebiet Georg-Schumann-Straße“. Einen entsprechenden Bau- und Finanzierungsbeschluss hat die Stadtspitze jetzt auf Vorschlag von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau auf den Weg gebracht.

Der etwa 4.500 Quadratmeter große Park wird im Norden von der Stauffenbergstraße und im Süden der Jägerstraße begrenzt, im Westen schließt sich das Gelände der Katholischen Kirche an. In dem gründerzeitlichen Wohngebiet gibt es nicht genügend Freiflächen – aufgrund der steigenden Anzahl von Kindern und Jugendlichen im Quartier soll die Parkanlage daher umgestaltet werden. So sind künftig zwei neue Tischtennisplatten vorgesehen, zudem Trampolin, Karussell und Kletterparcour als neue Spielelemente. Der beliebte Sandkasten auf der Südseite des Platzes wird durch kleine Rundtische ergänzt.

Der bisher weitgehend unbefestigte Platz erhält in Teilen einen neuen Belag und die Anbindung ans Fußwegenetz soll verbessert werden. Zusätzliche Sitzgelegenheiten entstehen, die unterschiedlich gestaltet sind und so den Bedürfnissen aller Generationen gerecht werden.

Die Bepflanzung auf dem bereits 1904 angelegten Quartiersplatz soll zudem gestärkt werden, um vor weiterer Erosion beispielsweise bei Starkregen zu schützen – der derzeitige Höhenunterschied auf dem Platz beträgt rund 1,50 Meter. Hier sind zusätzliche Bäume vorgesehen, zudem werden geschädigte Einzelbäume ersetzt.

Dabei wird die ursprüngliche Grundstruktur bewahrt, denn der Platz wurde ja mal als richtiger Schmuckplatz im Quartier angelegt. „Mit der Anordnung der historischen Baumstandorte sowie der Flächenaufteilung stellt der Park bzw. die grüne Platzfläche ein typisches und prägendes Element der städtebaulichen Entwicklung bis Mitte des letzten Jahrhunderts im Stadtgebiet Gohlis dar“, schreibt die Verwaltung dazu.

„Die 4.472 m² große Fläche wurde als begrünter Quartiersschmuckplatz mit der gründerzeitlichen Bebauung Mitte 1904 angelegt. Bedingt durch das natürliche Platzgefälle mit 1,5 m Höhendifferenz treten erhebliche Erosionserscheinungen auf. Fehlende Verknüpfungen zum umgebenden Fußwegenetz an der Südseite erschweren die Zugänglichkeit für gehbehinderte und ältere Menschen. Für Spiel und Aufenthalt sind die jetzigen Ausstattungen und Angebote ungenügend (vollständig verschlissen). Teilareale bleiben ungenutzt. Der prägende Baumbestand ist gerade im Zentrum durch Alterserscheinungen und Pilzbefall im massiven Abbau begriffen.“

Und nicht nur befallene Bäume sollen ersetzt werden. Es gibt auch neues Grün, das dem Platz ein bisschen mehr den Charakter einer Grünanlage verleihen soll.

Die Verwaltung dazu: „Zusätzliche Vegetationsflächen mit einer robusten, vielgestaltigen Bepflanzung verleihen der Freifläche insbesondere an der Nord- und Südseite sowie auch im Zentrum wieder einen grüneren Charakter. Die zentralen, für das Standortklima besonders wichtigen Baumstandorte erfahren eine grundhafte Bodenverbesserung. Überalterte, geschädigte Einzelbäume werden durch zukunftsfähige, vitale Jungbäume ersetzt. Mit zusätzlichen Baumstandorten und Pflanzflächen wird der aktuellen Klimaentwicklung Rechnung getragen. Mit der Erhöhung des Anteils an Vegetationsflächen kann zukünftig mehr Niederschlagswasser auf der Fläche zurückgehalten werden. Durch natürliche Bodenspeicherung und zeitverzögerte Verdunstung über Bepflanzung wird das Standortklima günstig beeinflusst. Aufgrund einer geeigneten Artenauswahl wird zusätzlich die Biodiversität auf der Fläche gesteigert.“

Die Arbeiten sollen im Mai 2020 beginnen und im Juni 2021 abgeschlossen sein.

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