Leipzigs Verkehrsplaner sollen noch 2020 eine Lösung für die Radverbindung Lindenau-City vorlegen

Für alle LeserSeit September diskutieren Ausschüsse und Stadtbezirksbeiräte über einen Antrag der SPD-Fraktion zu einer besseren Radwegeverbindung zwischen Alt-West /Lindenau und der Innenstadt. Darin hatte die Fraktion eine Idee aus dem März aufgegriffen, als die SPD-Kandidat/-innen zur Stadtratswahl sich auch einmal ein paar ausgefallene Ideen zur Lösung des Radwegeproblems in der Jahnallee ausgedacht haben.
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Das klang im ursprünglichen SPD-Antrag dann so: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, verschiedene Varianten eines Radschnellwegs für die Verbindung Lindenau–Innenstadt zu prüfen und gegenüberzustellen. Für die Brücke über das Elsterflutbett sollen mindestens folgende Optionen geprüft oder alternative Lösungsvorschläge angeboten werden:

– Verbreiterung der Brücke an den Seiten (Dresden macht das an der Carolabrücke mit Carbonbeton)

– Bau einer separaten Brücke.

In der Fortsetzung soll – je nach Variante – eine Ertüchtigung der Gustav-Adolf-Straße als echte Fahrradstraße oder eine Ertüchtigung der Inneren Jahnallee geprüft werden.“

Aber Planungen für so eine Fahrradbrücke beanspruchen Jahre. Sie hätte zwar einen deutlichen Effekt und würde Radfahren übers Elsterbecken deutlich sicherer machen. Aber sie würde keine kurzfristige Entspannung der Radfahrerprobleme bringen, weshalb die SPD-Fraktion ihren Antrag jetzt noch einmal geändert hat.

Denn das Argument aus dem Stadtbezirksbeirat Altwest war nur logisch: Noch einmal sieben Jahre zu warten, bis vielleicht eine neue Radfahrerbrücke gebaut werden kann, wäre geradezu leichtsinnig. Die Probleme für Radfahrer auf der Strecke von der Angerbrücke bis zum Goerdelerring existieren heute schon und es kommt an den vielen Konfliktpunkten immer wieder zu Unfällen. Das braucht eine schnelle Lösung für den kompletten Straßenabschnitt – und zwar spätestens 2021.

Und so lautet der neue Beschlussvorschlag der SPD-Fraktion: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, verschiedene Varianten für die Radverbindung Alt-West/Lindenau–Innenstadt zu prüfen. Dabei ist zu beachten, dass die Vorplanung 2020 verbindlich abgeschlossen ist. Des Weiteren sollen die Umsetzung der baulichen und verkehrsorganisatorischen Maßnahmen für das Jahr 2021 sichergestellt werden. Eine Radzählstelle in der Jahnallee soll eingerichtet werden. Die Prüfergebnisse sollen spätestens im 3. Quartal 2020 vorgestellt werden.“

Das bedeutet natürlich, dass in so kurzer Zeit nur Anpassungen im Straßenbestand vorgenommen werden können. Und müssen. Was aber auch im bestehenden Straßenquerschnitt längst möglich ist. Denn auf der kompletten Distanz lassen sich Radfahrstreifen einordnen, auch auf der Zeppelinbrücke, wo die Radfahrer sich derzeit mit Fußgängern in einen schmalen Fußweg teilen müssen, und in der Inneren Jahnallee, wo diese Radfahrstreifen schon 2019 hätten eingeordnet werden können.

Wobei die SPD-Fraktion noch immer für möglich hält, auch Verlaufsvarianten für diese Radverbindung etwa durch die Gustav-Adolf-Allee zu prüfen. Noch steht auch dieser Satz im Antrag: „Durch einen sicheren und leistungsfähigen Radschnellweg von Lindenau bis zum Hauptbahnhof kann die Situation insbesondere in der Inneren Jahnallee entschärft werden.“

Aber Radfahrer suchen – genauso wie Autofahrer – immer die direkte Route. Sie werden also, auch wenn es eine Parallelroute gibt, nicht von der Jahnallee verschwinden. Vertreiben kann man sie erst recht nicht, denn als reguläre Verkehrsteilnehmer haben sie ein Recht, dort zu fahren. Die Lösungen müssen also in der Jahnallee selbst gesucht werden. Das Problem sind eher Kraftfahrer, die sich partout nicht daran gewöhnen wollen, dass Radfahrer gleichberechtigte Teilnehmer im Verkehr sind und auch auf so einer stark befahrenen Hauptstraße separate Fahrspuren in Anspruch nehmen können.

 

Stadtbezirksbeirat Altwest fordert bauliche Maßnahmen für die Radwegverbindung an der Jahnallee schon 2021

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