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Freifläche am Connewitzer Kreuz: Jetzt sollte Leipzig kaufen, wünscht sich Juliane Nagel

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    Ein Hochhaus wird auf keinen Fall gebaut werden auf der dreieckigen Grundstücksfläche am Connewitzer Kreuz, auf der heute noch Autos parken. Im Mai soll diese Fläche versteigert werden. Und wenn es nach dem Stadtbezirksbeirat Süd ginge, würde die Stadt diese Fläche kaufen und was Nützliches drauf bauen.

    Die Stadt selbst hat noch keine eigenen Vorstellungen, was mit der Fläche anzufangen wäre. Das ergab die Antwort des Stadtplanungsamtes auf eine Anfrage von Linke-Stadträtin Juliane Nagel: „Aufgrund fehlender Zugriffsmöglichkeiten hat die Stadt Leipzig bisher nur eine sehr allgemeine Vorstellung für das Areal. Im vom Stadtrat beschlossenen Flächennutzungsplan ist es als Teil einer Wohnbaufläche dargestellt. Konkretere Planungen existieren von städtischer Seite nicht.“Aber in der Antwort bestätigte die Stadtverwaltung auch, dass sie zumindest erwäge, die zur Zwangsversteigerung vorgesehene Fläche unmittelbar am Connewitzer Kreuz zu erwerben.

    Das Areal wird derzeit als Parkplatz genutzt und befindet sich in direkter Nachbarschaft zur öffentlichen Freizeitfläche mit Basketballplatz und Tischtennisplatte. Eben jener Fläche mit der höchst lebendigen Wand, auf der die Stadt und die Connewitzer Graffiti-Spezialisten nun seit einigen Jahren schon ihre „No Cops“ – und „ACAB“-Gefechte austragen. Von Zeit zu Zeit finden auf der Fläche Kulturveranstaltungen statt.

    Der Stadtbezirksbeirat Süd fordere mit einem Haushaltsantrag zudem, Geld für den Ankauf der Spitze am Connewitzer Kreuz in den Doppelhaushalt 2021/22 einzustellen, betont Juliane Nagel.

    „Die Information, dass die Fläche am Connewitzer Kreuz zwangsversteigert werden soll, hat im Stadtteil für Aufregung gesorgt“, geht Juliane Nagel auf die Gentrifizierfungs-Ängste in Connewitz ein. „Groß ist die Sorge, dass hier wieder ein Privatinvestor zuschlägt und beispielsweise neue Luxus-Wohnungen errichtet und dass die seit 2014 dort ansässige Basketballanlage weichen muss. Viel Wirbel hatte vor einigen Jahren der Verkauf des Leopoldparks gesorgt. Dort entstehen derzeit 121 Wohnungen mit hohen Mieten.“

    Sie findet es gut, dass die Stadtverwaltung den Ankauf der Connewitzer Spitze zumindest erwägt.

    „Ich hoffe, dass dies zu einem handfesten Plan wird“, sagt sie. „Der Erwerb des Grundstücks wäre nicht nur im Sinne einer klugen Flächenbevorratung sinnvoll, sondern sollte von der Verwaltung auch als Chance begriffen werden, einen Beteiligungsprozess über Gestaltung und Nutzung des Areals gemeinsam mit den Bewohner/-innen des Viertels zu starten. Ob Park oder Veranstaltungsfläche, Ideen gibt es im Stadtteil viele. Doch zuerst gilt es, die Fläche in die öffentliche Hand zu bekommen.“

    Wobei das Stadtplanungsamt betonte, dass Wohnen hier eigentlich die bevorzugte Variante wäre: „Zulässig wären Wohnen, nicht störendes Gewerbe, Dienstleistungen, Einzelhandel, wenn er nicht großflächig ist. Eine darüber hinausgehende Regulierung oder Versagung von Vorhaben würde die Aufstellung eines Bebauungsplans nach § 30 BauGB voraussetzen. Dies ist derzeit nicht beabsichtigt.“

    Ein Leipziger Architekt hatte 2016 ja vorgeschlagen, hier Raum für studentisches Wohnen zu schaffen, aber halt in einem markanten Hochhaus, was das Stadtplanungsamt nicht für umsetzbar hielt: „Diese Idee wurde vom Stadtplanungsamt geprüft und daraufhin von der Baubürgermeisterin zurückgewiesen. Sie spielte danach keine Rolle mehr. Auch eine aktuelle Hochhausplanung ist in der Stadtverwaltung nicht bekannt.“

    Wobei hier möglicherweise auch Raum für eine Konzeptvergabe an eine Bietergemeinschaft wäre, die an dieser Stelle zeigen könnte, dass man auch bezahlbares Wohnen möglich machen kann, wenn man nicht in den Kategorien teurer Luxusbauten denkt.

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