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Julius Hirsch-Preis 2017 geht nach Leipzig: Tüpfelhausen auf Platz 2 mit Fußballbegegnungsfest

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    Nach gerade einmal drei Jahren war es am heutigen Freitag bereits so weit für das Fußballbegegnungsfest. Der DFB gab bekannt, dass nach der Preisvergabe im Jahr 2010 an den Roten Stern Leipzig erneut eine Initiative in der Messestadt mit dem Julius Hirsch Preis bedacht wird. Auf Platz 2 hinter der 1992 gegründeten Schalker Faninitiative landete in diesem Jahr das „3. Internationale Fußballbegegnungsfest“ mit dem „Max und Leo Bartfeld Pokal“. Eine Veranstaltung, welche der Verein Tüpfelhausen regelmäßig im Sommer an mehreren Punkten in Leipzig durchführt. Am 7. Oktober geht es nun für die frischgebackenen Preisträger zur Verleihung nach Karlsruhe.

    Tüpfelhausen-Vorstand Christoph Schumacher ist noch ziemlich baff nach der Mitteilung am Freitag, 18. August. „Wir sind ehrlich überwältigt und die Freude im gesamten Team ist riesengroß. Der Julius-Hirsch-Preis der Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes ist einer der bekanntesten Preise für zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland. Und daher ist es für uns eine große Ehre, mit dem 2. Platz ausgezeichnet zu werden.“, so Schumacher gegenüber der L-IZ.de.

    In der Tat handelt es sich beim Julius Hirsch-Preis um den renommiertesten Preis in Deutschland, den man für gesellschaftliches Engagement rings um den Fußball-Sport erhalten kann. „Der Preis wird seit 2005 jährlich im Namen von Julius Hirsch verliehen, einem von nur zwei deutschen Nationalspielern jüdischen Glaubens. 1933 musste er aus der Zeitung erfahren, dass die süddeutschen Spitzenvereine den Ausschluss ihrer jüdischen Mitglieder beschlossen hatten. 1943 wurde Julius Hirsch in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.“, so der DFB zum Erinnerungsanliegen.

    Dass das Wirken des Tüpfelhausen e.V. an der Leipziger Georg Schwarz Straße weit über den jährlichen Höhepunkt hinausreicht, dürfte ebenfalls zur Entscheidung des DFB und der Jury rings um Andreas Hirsch, einem Enkel des Namensgebers, DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball, Charlotte Knobloch (ehem. Präsidentin des Zentralrats der Juden), Bundestrainerin Steffi Jones und Prof. Dr. Dr.h.c. Wolfgang Huber, der langjährige Ratsvorsitzende der EKD, beigetragen haben.

    Schumacher dazu: „Wir arbeiten darüber hinaus jeden Tag mit unserem Familienzentrum und dem Bildungszentrum G.E.O.R.G. für eine innovative vorwärtsgerichtete Kinder- und Jugendarbeit. Diesen Weg wollen wir weitergehen und noch ausbauen. Gerade im internationalen, interkulturellen Bereich sehen wir viel Bedarf und Raum für innovative Ansätze.“

    Es sieht also stark nach Runde 4 im kommenden Jahr für die Veranstaltung mit dem „Bar Kochba“-Erinnerungsspiel, Jugendfußballturnier und gemeinsamen Stadterkundungen durch die jüdische Geschichte Leipzigs aus. Vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 werden sich dann abermals in Leipzig wieder über 3.000 Teilnehmer und Zuschauer, darunter Shoa-Überlebende aus 25 Ländern, zur viertägigen Veranstaltung mit 16 internationalen C-Junioren-Teams zum „Max und Leo Bartfeld Pokal“ zusammenfinden. Oder um es mit den Worten des DFB zu sagen: das nächste Fußballbegegnungsfest unter der Schirmherrschaft von Dr. Thomas Feist (MdB, CDU) „zu einem beeindruckenden Zeichen für Weltoffenheit im Zeichen des Fußballs“ machen.

    Anlässlich der Auszeichnung meldete sich auch der Schirmherr zu Wort: „Das internationale und interkulturelle Fußballbegegnungsfest verbindet seit nunmehr drei Jahren Sport und Kultur, Wettbewerb und Austausch. Den Organisatoren von Tüpfelhausen gratuliere ich herzlich zum zweiten Platz im diesjährigen Julius-Hirsch-Preis. Die Auszeichnung ist hochverdient in Anbetracht der tollen Organisation und des besonderen Zweckes des Fußballfestes. Ich bin froh, von Anbeginn Unterstützer und Teil des Teams zu sein“, so Dr. Thomas Feist MdB anlässlich der Auszeichnung.

    Wie es zu all den Ehren kam, weiß Christoph Schumacher auch. „Wir können gar nicht genug Danke an die über 60 Helferinnen und Helfer, den Partnern und Unterstützern des IFBF 2017 sagen. Nur mit ihnen war es möglich, dieses große internationale Fest auszurichten.“ Bleibt wohl nur noch zu sagen: auf ein Neues im Jahr 2018. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen.

    Transparenzhinweis: Die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG sind seit drei Jahren Medienpartner und Unterstützer der Veranstaltung.

    Zur Seite der Veranstaltung (2017) im Netz

    Zur Artikelserie rings um die jüdische Sportgeschichte in Leipzig auf L-IZ.de

    Im Rückblick das Programm im Jahr 2017

    Die weiteren Preisträger / Mitteilung des DFB

    Der Julius Hirsch Preis 2017 geht an die Schalker Fan-Initiative. Eine Jury um DFB-Präsident Reinhard Grindel hat den Preis pünktlich zum 25. Jubiläum an den gemeinnützigen Verein aus Gelsenkirchen vergeben, dem rund 400 Anhänger des FC Schalke 04 angehören. „Die 1992 gegründete Schalker Fan-Initiative ist ein herausragendes Beispiel für die vielen positiv und nachhaltig wirkenden Fangruppen im Land, aber auch für das enorme zivilgesellschaftliche Engagement im Fußball insgesamt“, sagt Grindel.

    Der zweite Preis geht an den Leipziger Verein „Tüpfelhausen – Das Familienportal“ für sein jährlich durchgeführtes internationales und interkulturelles Fußballbegegnungsfest, den Max und Leo Bartfeld-Pokal.

    Mit dem dritten Preis zeichnet der DFB das seit 2009 in Berlin stattfindende internationale Frauenfußball-Turnier und Kulturfestival „DISCOVER FOOTBALL“ mit seinem Träger, dem Verein „Fußball und Begegnung“, aus.

    Die Begründungen zur Preisverleihung

    Erste Aktion der Fan-Initiative: Flugblatt „Schalker gegen Rassismus“

    Als im Sommer und Herbst 1992 etliche Asylbewerberheime angegriffen wurden, gründeten Anhänger der Königsblauen die Schalker Fan-Initiative e.V. als Zeichen der „Empörung über die zunehmende Ausländerfeindlichkeit“, die sie auch bei den Schalker Heimspielen, die damals noch im Parkstadion ausgetragen wurden, miterleben mussten.

    Ihre erste Aktion: ein Flugblatt und Transparent mit der Aufschrift „Schalker gegen Rassismus“ anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November. Die Fan-Initiative betreibt heute einen als Projektbüro genutzten Fanladen und veröffentlicht regelmäßig das Fanzine „Schalke unser“ in einer Auflage von 6000 Exemplaren.

    „Tüpfelhausen – Das Familienportal e.V.“ ist ein gemeinnütziger Träger der freien Jugendhilfe in Leipzig. Im dritten Jahr in Folge veranstaltete das staatlich anerkannte Familienzentrum im Sommer 2017 ein internationales Fußballbegegnungsfest, den in Erinnerung an eine im Leipziger Fußball engagierte jüdische Familie benannten Max und Leo Bartfeld-Pokal.

    Mehr als 3000 Teilnehmer und Zuschauer, darunter Shoa-Überlebende aus 25 Ländern, machten die viertägige Veranstaltung mit 16 internationalen C-Junioren-Teams in diesem Jahr erneut zu einem beeindruckenden Zeichen für Weltoffenheit im Zeichen des Fußballs.

    Mit „DISCOVER FOOTBALL“ aus Berlin zeichnet die Jury in diesem Jahr erstmals ein „Empowerment-Projekt“ für weltweite Gleichberechtigung, Emanzipation und Frauenrechte aus. Das seit 2009 ausgetragene internationale Mädchen- und Frauenfußballturnier ist das zentrales Projekt des Vereins „Fußball und Begegnung e. V.“. Auch im vergangenen Jahr nahmen wieder mehr als 100 Spielerinnen teil, auch aus Afghanistan, Kenia, dem Sudan und Libyen.

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