Bar Kochba

Der Tag

Das Wochenende, 9./10. Juli 2022: Demonstrationen gegen Regierung und queeren Kapitalismus, Großveranstaltungen und mehr Geld für die Hauptfeuerwache + Videos

Am Sonntag trafen in Leipzig fast zwei Demonstrationen aufeinander, die wenig Sympathie füreinander haben dürften: die einen ziemlich rechts und im „Querdenken“-Spektrum unterwegs, die anderen queer und kapitalismuskritisch. Außerdem: Am Wochenende ging in Leipzig das Internationale Fußballbegegnungsfest, die 100-Jahrfeier der VLW und der 7. Beneflitz über die Bühne. Und die Sanierung der Hauptfeuerwache verteuert sich […]

Leben·Gesellschaft

Heute gestartet: Das 8. Internationale Fußballbegegnungsfest + Video

Wer heute vom oder zum Einkaufsbummel in der City über den Richard-Wagner-Platz kam, blieb meist stehen – einige nur kurz, viele länger. Das 8. Internationale Fußballbegegnungsfest startete an diesem Freitag, 8. Juli 2022, mit einem großen Bühnenprogramm, koscherem Essen und Wortbeiträgen zum jüdischen Leben in Deutschland und der Ukraine. Dies wiederum ist unter anderem durch […]

René Jacobi (BSG Chemie Leipzig), Christoph Schumacher (Tüpfelhausen e.V. und Simon Haas (Regisseur & Produzent „Eine Reise gegen das Vergessen“) beim Fototermin vor dem Start des IFBF 2021. Foto: LZ
Leben·Gesellschaft

Das internationale Fußballbegegnungsfest: BSG Chemie trifft auf Betar Nordia Jerusalem + Video

Das Internationale Fußballbegegnungsfest (IFBF) 2021 hat begonnen. Wenige Stunden zuvor noch eine Pressekonferenz und schon sind die Macher von Tüpfelhausen mittendrin und glücklich. Denn seit Corona mitregiert, ist weniges sicher und im letzten Jahr noch zwang die Pandemie das Internationale Fußballbegegnungsfest in die Knie. Doch 2021 man hat „ein Fenster“ erwischt und in Windeseile ein Freundschaftsspiel, eine Filmpremiere und mit 300 jungen Sportlerinnen das wohl größte internationale Kinder- und Jugendturnier wieder an den Start gebracht.

Yuval Rubovitch, unter Mitarbeit von Gerlinde Rohr: Mit Sportgeist gegen die Entrechtung. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Mit Sportgeist gegen die Entrechtung: Die viel zu kurze Geschichte des jüdischen Sportvereins Bar Kochba

Der Max-und-Leo-Bartfeld-Cup hat sich in den letzten Jahren zu einem der eindrucksvollsten Feste der internationalen Begegnungen in Leipzig entwickelt. Er erinnert nicht nur an zwei bekannte Leipziger Fußballspieler, sondern auch an den jüdischen Sportverein Bar Kochba, wo beide aktiv waren und dessen Gründung sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. Jetzt gibt es auch ein Buch zu diesem legendären Verein, den die Leipziger Nazis so gern völlig aus der Erinnerung getilgt hätten.

Viel ist vom Platz des SK Bar Kochba nicht übrig geblieben. Foto: Jan Kaefer
Sport·Weitere

Der Sportplatz von Bar Kochba soll schon 2020 seine Markierung als Ort der Sporthistorischen Route bekommen

2016 sorgte der Vorgang für einiges Entsetzen: Um Platz für einen Parkplatz zu schaffen, wurde das Denkmal für den einstigen jüdischen Sportverein Bar Kochba an der Delitzscher Straße einfach plattgewalzt. Jetzt beantragt die SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat, am einstigen Sportplatz von Bar Kochba noch 2020 den Standort Nr. 18 auf der Leipziger sporthistorischen Route herzustellen.

Gute Laune auf der Demonstration gegen Party-Patriotismus, Nationalismus und Homophobie im Fußball. Foto: L-IZ.de
Politik·Engagement

Sag leise Servus „Mannschaft“: Eine Demo in Leipzig + Video

Sie hatten gute Laune und waren wenige. Die Linksjugend rief für den 27. Juni zur Demonstration ans Connewitzer Kreuz und nur knapp 50 Teilnehmer kamen. Was wohl auch an den kuriosen Umständen gelegen haben dürfte. Da hatte man vor etwa vier Tagen begonnen, gegen den „Party-Patriotismus“ und Homophobie im Windschatten der Fußball-WM in Russland zu mobilisieren und dann legte die deutsche Nationalmannschaft ein Spiel hin, in welchem sie gegen die Fußball-Großmacht Süd-Korea sang- und klanglos aus dem WM-Turnier ausschied. Und so zog die Party-Demo auf der Karli an bedröppelten Gesichtern vorüber, während sie ihre Schlagrichtung ein wenig verloren hatte.

Der Max und Leo Bartfeld Pokal im Rahmen des Internationalen Fußballbegegnungsfestes erhält den Julius Hirsch-Preis 2017. Foto: L-IZ.de
Politik·Engagement

Julius Hirsch-Preis 2017 geht nach Leipzig: Tüpfelhausen auf Platz 2 mit Fußballbegegnungsfest

Nach gerade einmal drei Jahren war es am heutigen Freitag bereits so weit für das Fußballbegegnungsfest. Der DFB gab bekannt, dass nach der Preisvergabe im Jahr 2010 an den Roten Stern Leipzig erneut eine Initiative in der Messestadt mit dem Julius Hirsch Preis bedacht wird. Auf Platz 2 hinter der 1992 gegründeten Schalker Faninitiative landete in diesem Jahr das „3. Internationale Fußballbegegnungsfest“ mit dem „Max und Leo Bartfeld Pokal“. Eine Veranstaltung, welche der Verein Tüpfelhausen regelmäßig im Sommer an mehreren Punkten in Leipzig durchführt. Am 7. Oktober geht es nun für die frischgebackenen Preisträger zur Verleihung nach Karlsruhe.

Zuviel Programm? Der Veranstalter Christoph Schumacher (l.) muss nachlesen. Neben ihm Norman Landgraf und Dr. Thomas Feist bei der Pressekonferenz zum 3. Fußballbegegnungsfest 2017. Foto: L-IZ.de
Leben·Gesellschaft

Bar Kochba reloaded: Aller guten Dinge sind (mindestens) drei + Video

Wer am 7. Juni Veranstalter Christoph Schumacher so reden hörte, merkte eine gewisse Zufriedenheit in der fröhlichen Anspannung im Vorfeld einer gut organisierten Geschichte. Zum dritten Mal geht es in den Ring für mittlerweile 17 C-Jugendmannschaften aus dem In- und Ausland, wenn am 23. bis 25. Juni in Leipzig der Fußball rollt. Beim „Max und Leo Bartfeld Cup“, längst aber auch beim Traditionsspiel der national besetzten Promiauswahl des SK Bar Kochba gegen die 1. Männermannschaft der BSG Chemie. Gewachsen sei es, das „Internationale Fußballbegegnungsfest 2017“, welches auch in diesem Jahr im Ariowitschhaus, im Alfred-Kunze-Sportpark und in der Sportschule „Egidius Braun“ Station macht, heißt es im Vorfeld. Und der Gedanke wird immer glaubwürdiger: Verbinden. Geschichte mit Gegenwart. Weltweit und in Leipzig.

An der ehemaligen Wohnadresse von Leopold Bartfelds Familie sind seit Mai 2016 Stolpersteine eingelassen. Foto: L-IZ.de
Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (5): Max und Leo Bartfeld – Eine Leipziger Geschichte von unzähligen

Es sind zwei Menschen, derer seit zwei Jahren beim internationalen Fußballbegegnungsfest stellvertretend für viele Menschen jüdischen Glaubens gedacht wird: die Brüder Max und Leo Bartfeld. Sie beide waren Leipziger, Sachsen, Deutsche und Juden. Max und Leo waren erfolgreiche Kaufleute, engagiert für die Stadt Leipzig und besonders für ihren Fußballclub Bar Kochba, zu deren besonders rührigen Mitgliedern sie zählten. Beide spielten in der 1. Fußball-Herrenmannschaft, wirkten noch in anderen Sportarten des Vereins mit.

Wo heute der Gedenkstein an der Gottschedstraße steht, brannte 1938 Leipzigs größte Synagoge. Foto: LZ
Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (4): Die Zäsur 1935 und das Ende Bar Kochbas + Video

Die Nürnberger Rassegesetze, welche am 15. September 1935 formell auf dem Reichsparteitag der NSDAP beschlossen werden, erschüttern die Überzeugungen im „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ (RjF) in eine Vereinbarkeit von jüdischem Glauben und dem nationalsozialistischen Führerstaat endgültig. Und verengen gleichzeitig die Möglichkeiten der Makkabi-Bewegung wie auch des Bar Kochba Vereins, in Deutschland zu wirken, deutlich. Was die Nazis von den Bemühungen des RjF halten, zeigt sich im unmittelbar folgenden Verbot jeglicher politischen Tätigkeit bereits 1936 und die Auflösung des Bundes 1938.

Frauenfussballmannschaft im Jahr 1930, Bar Kochba. Foto: SML Kopie v. Orig. Gerda Landsberg
Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (3): Das Hakenkreuz hält Einzug in Leipzig + Video

Vergleicht man die Zeit ab 1933 mit den Zuständen in der Weimarer Republik, sprechen viele heute noch von den sogenannten „Goldenen 20ern“. Für die jüdischen Sportvereine des Landes sind es in jedem Fall die Jahre, in denen sie an allen regulären Ligen teilnehmen und ihr Vereinsleben weitgehend störungsfrei leben können. Sie sind damit vollständig in das damalige Sportwesen integriert, wenn sie auch intern noch gespalten auftreten.

Der nagelneue Sportplatz von Bar Kochba 1922. Quelle: SML Pauckert S. 131 / Tüpfelhausen e.V.
Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (2): Bar Kochba wächst immer weiter + Video

Bereits in den Jahren 1922 bis 1924 kann Bar Kochba Leipzig auf 900 aktive Sportler verweisen und ist zu dieser Zeit einer der größten Vereine im Verband der Mitteldeutschen Ballspielvereine. Trotz der Namenswahl tritt Bar Kochba nach außen unpolitisch und neutral auf, was eine Bedingung für die Teilnahme am Ligabetrieb Sachsens der damaligen Zeit war. Mehr noch, Bar Kochba wird auch ein gesellschaftlicher Anlaufpunkt für die Leipziger, wenn der Verein im Krystallpalast oder dem heutigen Schauspiel Leipzig (ehem. Centraltheater) das Chanukka-Fest ausrichtet.

Der Stolz einer wachsenden Stadt. Das Neue Rathaus um 1914 herum. Foto: Stadtarchiv Leipzig
Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (1): Bar Kochba – Leipziger Sport unter dem Davidstern + Video

Seit gerade einmal drei Jahren ist die Erinnerung an einen Teil Leipziger Stadtgeschichte dank der Bemühungen des Tüpfelhausen e.V., der Initiative 1903, dem Netzwerk Blau-Gelb und dem Sportmuseum Leipzig Stück um Stück ins Gedächtnis der Stadt zurückgekehrt. Der einstige jüdische Sportverein „Bar Kochba“ prägte nicht nur die Sportlandschaft der Messestadt und das jüdische Gemeindeleben mit. Er war bis zu seiner Auflösung 1939 in Folge der Novemberpogrome 1938 in Leipzig ein wichtiges Stück Heimat für die jüdischen Mitbürger der Stadt. Was über die Geschichte des Vereins und die Tage vom 7. bis 13. November 1938 bislang bekannt ist, beschreibt diese Serie.

Der Platz am 2. März gegen 12 Uhr. Wald weg, Mauer weg, Baumaschinen beherrschen das Bild an der Delitzscher Straße. Foto: Privat
Politik·Brennpunkt

Bar Kochba war einmal: Nun bleibt vielleicht noch eine Erinnerungstafel

Es ist bereits vorbei und die Spurensuche bei Ämtern, Beteiligten und Empörten ist eine mühsame. Mancher schweigt. Betrachtet man den Fortschritt der Planierungsarbeiten auf dem ehemaligen Vereinsgelände von Bar Kochba an der Dübener Landstraße, Ecke Delitzscher, dann ist ein eventueller Baustopp seitens des Leipziger Bauordnungsamtes vor allem eines – vergossene Milch. Zumindest aber die Überreste des Denkmals und der kleinen Mauer könnten gerettet werden, sofern sie im Laufe des heutigen Nachmittags nicht abtransportiert wurden. Teils uralter Baumbestand ist längst passé, der Schaden ist schon da.

Bar Kochba Denkmal unter einem Haufen Schutt vergraben. Foto: Privat
Leben·Gesellschaft

Jüdische Sportgeschichte planiert: Bar Kochba – Denkmal unter Schutt beerdigt

Dass die Bauaktion auf dem Platz an der Dübener Landstraße ein Nachspiel haben wird, ist bereits klar. Seit zwei Wochen begradigen Baumaschinen den Sportplatz des ehemaligen jüdischen Fußballclubs Bar Kochba in Leipzig. Das kleine Denkmal am Rande ist nicht mehr zu sehen, Schutt und Geröll wurden einfach drüber gekippt. Offenbar soll hier, wo ein gehöriges Stück Leipziger Fußballtradition zu Hause war, zukünftig ein Parkplatz für das nahe liegende VW-Autohaus entstehen. Dabei waren offenbar Denkmal und eine kleine Mauer mit einem eingelassenen Davidstern ebenso egal, wie die Geschichte des Ortes an sich.

Kundgebung am Brühl in Gedenken der jüdischen Sportvereine. Foto: Alexander Böhm
Sport·Weitere

Gedenkveranstaltung eröffnet internationales Begegnungsfest

Mit einer Gedenkveranstaltung an die ehemaligen jüdischen Sportvereine in Leipzig wurde am Freitag das internationale Fußballbegegnungsfest des Tüpfelhausen e.V. eröffnet. Am Sonntag spielt eine internationale Besetzung in der Sportschule Egidius Braun um den Max & Leo Bartfeld-Pokal. Daneben finden noch weitere Veranstaltungen statt.

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