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Am Freitag wurde in Chemnitz die Sächsische Erklärung der Vielen vorgestellt

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    Die Oper ist dabei, die Cammerspiele sind es, das Theater der Jungen Welt und 90 weitere Kultureinrichtungen in Sachsen, die die Sächsische Erklärung der Vielen unterzeichnet haben. Am Freitag, 12. April, wurde die neue Erklärung von mehreren sächsischen Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz vorgestellt.

    Hierin bekennen sich 93 Einrichtungen zu gesellschaftlicher Vielfalt, zu Weltoffenheit und zu gelebter Demokratie. Sie solidarisieren sich mit Menschen, die durch eine ausgrenzende Politik und Ideologie an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

    Vor dem Hintergrund der spezifischen Situation in Sachsen hat sich eine Arbeitsgruppe aus Vertreter/-innen von Wissenschaft, Kunst und Kultur zusammengefunden, die unter der besonderen Berücksichtigung der Heterogenität von Stadtgesellschaft und ländlichem Raum eine Sächsische Erklärung der Vielen erarbeitet hat.

    Der Erklärung ging ein breit gefächerter Diskurs voraus, der auf die Erfahrungen mit rechtspopulistischen Tendenzen in Sachsen nicht erst in jüngster Vergangenheit Bezug nimmt. Dabei war es ein zentrales Anliegen, diesen Diskurs auf die Vertreter/-innen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft jenseits der kulturellen Ballungszentren auszuweiten und deren Position durch ein positives Bekenntnis zur Solidarität zu stärken.

    Vorher gab es schon eine Dresdner Erklärung mit Schwerpunkt bei den Dresdner Kulturinstitutionen, was natürlich wieder typisch sächsisch ist. Man eigenbrötelt vor sich hin, bewahrt lieber seine abgehobene Rolle, auch wenn natürlich Dresden in den vergangenen Jahren besonders von ausgrenzenden und fremdenfeindlichen Attitüden geprägt war.

    Dass die Unterzeichner der jetzigen Sächsischen Erklärung nach Chemnitz gingen, hat natürlich mit den Ereignissen im August 2018 in Chemnitz zu tun, als die Rechtsradikalen aller Farben ein Tötungsdelikt mit Beteiligung von Ausländern zum Anlass nahmen, ihre menschen- und kulturfeindliche Haltung auf der Straße zu demonstrieren. Und die damit natürlich auch die jahrelange Arbeit Chemnitzer Kultureinrichtungen torpedierten, die sich ganz genauso wie die in Leipzig als Integrationsmotor begreifen und als eine Bühne für die Entwicklung einer offenen und gesprächsfähigen Gesellschaft.

    Dass besonders Kunstschaffende das grimmige Auftreten der Rechtsradikalen als frustrierend und gefährlich begreifen, hat natürlich damit zu tun, dass Kunst und Kultur von Offenheit und Kommunikation leben. Beides ist unabdingbare Grundlage dafür, dass die verschiedenen Künste in einer Gesellschaft Gespräch und Erkenntnis schaffen können, Menschen bereichern, zusammenbringen und sich anspruchsvoll mit den Herausforderungen unseres Lebens im 21. Jahrhundert beschäftigen.

    Ganz zentral heißt es in der Erklärung: „Heute wird das Motto der Friedlichen Revolution von Rechtspopulist*innen missbraucht, die die Werte Freiheit, Toleranz und Solidarität für ihre Zwecke instrumentalisieren. Der dabei vorhandene verächtliche Umgang mit der Menschenwürde, mit Andersdenkenden und mit engagierten Kulturschaffenden und Wissenschaftler*innen ist nicht zu akzeptieren. Als Kulturschaffende und Wissenschaftler*innen in Sachsen stehen wir nicht über den Dingen, sondern in der Verantwortung gegenüber der deutschen Geschichte und unserer Erinnerungskultur. Wir treten ein für demokratische Werte und die Grundrechte der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit, der Religionsfreiheit sowie des Rechts auf Asyl und wehren jegliche Angriffe auf diese unverzichtbaren Wertegrundlagen unserer Gesellschaft entschieden ab.“

    Die bundesweite Initiative DIE VIELEN e.V. hat einen Diskurs ins öffentliche Bewusstsein gerückt, dem Wissenschaft, Kunst und Kultur bereits seit Jahren ausgesetzt sind: die Bedrohung der im Grundgesetz unter Artikel 5 verankerten Freiheit von Wissenschaft, Kunst und Kultur durch antidemokratische Kräfte. Seit dem 9. November 2018 wurden in ganz Deutschland 21 Erklärungen veröffentlicht, in denen über 2.500 Institutionen gemeinsam für die Wahrung dieser Freiheit, Demokratie und die Verteidigung der universellen Menschenrechte eintreten. Die am Freitag vorgestellte Sächsische Erklärung der Vielen ist somit das 22. Bekenntnis zu diesen Werten und erhöht die Anzahl der Institutionen auf über 2.600.

    Weitere Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen und Privatpersonen können sich der Sächsischen Erklärung der Vielen über die Homepage des Berliner Vereins DIE VIELEN anschließen oder direkt an erklaerung.sachsen@dievielen.de schreiben.

    Die Sächsische Erklärung der Vielen.

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