Wenn Leipziger/-innen träumen

Niemanden alleinlassen – Kultur kann Brücken bauen

Für alle LeserDas Jahr 2019 geht dem Ende entgegen. Was hat es gebracht und was wird das neue Jahr für uns alle bringen? Als Privatperson möchte ich an dieser Stelle keineswegs über das Große und Ganze resümieren. Was aber jeder Einzelne von uns tun kann, damit es in diesem Land für immer mehr Menschen wieder und wieder ein bisschen besser wird, darüber will ich sprechen und Ihnen sagen, wovon ich träume.

Stellen Sie sich doch einmal vor, wie es wäre, wenn Ihnen jemand erzählt, dass er selbst (und vielleicht auch noch mit seinen Kindern) sehr gern Kultur- oder Sportveranstaltungen besuchen möchte, aber einfach nicht genügend Geld hat, um sich die Eintrittskarten dafür kaufen zu können? Die meisten von uns würden sich fragen: Kann das denn sein? Obwohl – wir wissen alle, dass Eintrittskarten teilweise wirklich teuer sein können. Und trotzdem können sich viele von uns nicht vorstellen, Kultur „abwählen“ zu müssen, nur weil das Geld dafür fehlt.

Aber es gibt sie – Menschen, die trotz einer Arbeit monatlich weniger als 900 Euro zur Verfügung haben und davon Miete, Verpflegung, Kleidung, Fahrtkosten et cetera müssen.

Ich träume davon, dass wir diesen Menschen helfen, damit sie sich den Besuch von Kultur- oder Sportveranstaltungen leisten können! Daher freue ich mich, dass ich mich seit über drei Jahren für die Initiative KulturLeben Leipzig & Region engagiere, die kostenlos Eintrittskarten an bedürftige Menschen vermittelt.

Das Titelblatt der letzten LZ für 2019. Leipziger Träume zum Jahresschluss. Foto: Screen LZ

Das Titelblatt der letzten LZ für 2019. Leipziger Träume zum Jahresschluss. Foto: Screen LZ

Sie werden sich jetzt fragen, wie wir das wohl machen. Nun, wir kontaktieren Kultur- und Sportveranstalter und schauen, ob es irgendwo in Leipzig oder in der Region unverkauft gebliebene Eintrittskarten gibt. Diese vermitteln wir an Menschen mit geringem Einkommen weiter.

Derzeit sind etwa 1.000 Gäste (so nennen wir sie) bei uns angemeldet und können nach einem IT-gesteuerten Algorithmus auf Karten hoffen, die für sie kostenlos sind. Dabei weiß ich, dass es in Leipzig und in der Region viel mehr als diese 1.000 Menschen gibt, die ein ziemlich geringes Einkommen haben. Aber diese sind aus den verschiedensten Gründen nicht unsere Gäste, vielleicht weil sie KulturLeben Leipzig & Region (noch) nicht kennen oder weil sie sich nicht trauen.

Dabei müssten doch auch sie wissen, wie viel Freude und Erfüllung es bringt, einfach mal wieder etwas Schönes zu erleben. Wie gut wäre es, wenn sich weitere Menschen bei uns anmelden würden. Dass das im nächsten Jahr geschehen möge – davon träume ich!

Schauen Sie doch einfach mal bei uns vorbei – im Soziokulturellen Zentrum „Die VILLA“, Lessingstr. 7, 04109 Leipzig oder per Mail (kontakt(at)kulturleben-leipzig.de). Natürlich können Sie sich auch auf unserer Internetseite umschauen.

Die neue Leipziger Zeitung ist da: Wenn Leipziger/-innen träumen

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

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Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

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