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For-Future-Bewegung und Leipziger Umweltverbände rufen auch die Leipziger/-innen zum Mitmachen auf

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    Am morgigen Freitag, 24. April, findet der nächste Globale Klimastreik von FridaysForFuture trotz der Coronakrise statt. Aufgrund der derzeitigen Beschränkungen für Großdemonstrationen hat die ForFuture-Bewegung gemeinsam mit zahlreichen Umweltorganisationen dazu aufgerufen, unter den Hashtags #NetzstreikFuersKlima und #FightEveryCrisis die globale Demonstration ins Internet zu verlegen. Und auch die Leipziger Klima- und Umweltgruppen beteiligen sich an dieser Aktion und laden zum Mitmachen ein.

    Zusätzlich finden Aktionen auch in der realen Welt statt. So werden in einer bundesweiten Aktion Plakate aus ganz Deutschland im Berliner Regierungsviertel ausgelegt.

    Auch in Leipzig wird der Protest sichtbar sein: Ein Bündnis aus den Leipziger For Future-Gruppen und weiteren Umwelt- und Klimaschutzorganisationen ruft alle Leipziger/-innen dazu auf, sich am Netzstreik zu beteiligen sowie Plakate und Transparente in der Stadt und am eigenen Fenster aufzuhängen, „Steine des Anstoßes“ zu bemalen oder mit Kreide ihre Forderungen nach Klimagerechtigkeit auf die Straße zu tragen. Die Artists For Future und die Scientists For Future Leipzig liefern mit neuen Videos und Tutorials Hintergrundinfos.

    Annelie Berger von Fridays For Future Leipzig erklärt zu dieser gemeinsamen Aktion: „COVID-19 macht bestehende soziale Ungleichheiten sichtbar, die sich mit den Folgen der Klimakrise noch weiter verstärken werden. Wenn wir für eine klimagerechte Welt kämpfen, müssen wir uns deshalb mit anderen Bewegungen zusammenschließen: für eine andere Wirtschaft, für globale soziale Gerechtigkeit und für die Verteidigung unserer Grundrechte. Unser Ziel ist eine Welt, in der alle Menschen gut leben können. Deswegen demonstrieren wir weiter!“

    Martin Hilbrecht begründet das Engagement des BUND Leipzig bei diesen Aktionen wie folgt: „Der Corona-Shutdown muss uns als Mahnung dienen, zu welch dramatischen Einschnitten es kommen kann, wenn Wirtschaft und Gesellschaft nicht früh genug auf eine mögliche Krisensituation vorbereitet werden. Im Unterschied zum SARS-CoV-2-Virus haben wir beim Klimawandel bereits jetzt umfassende Informationen darüber, welche heftigen Auswirkungen auf uns zukommen werden, wenn wir nicht jetzt Gegenmaßnahmen einleiten.“

    Dr. Christoph Gerhards von den ScientistsForFuture Leipzig ergänzt: „Die Verantwortlichen in Bundes- und Landespolitik sollten den Zeitpunkt nutzen, durch klugen Einsatz der Coronahilfen die gerade am Boden liegende Wirtschaft gezielt sozial und ökologisch umzugestalten. So kann eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaftsweise etabliert werden. Ein kurzfristiger Wiederaufbau der Wirtschaft auf Kosten von Klimaschutz würde mittelfristig die nächste Krise, nämlich die Klimakrise, erheblich verschärfen.“

    Luise Köhler von HealthForFuture Leipzig fügt hinzu: „Bei der Versorgung von Notfällen im Krankenhaus darf man die anderen Patienten nicht vergessen. Genauso müssen wir trotz COVID-19-Pandemie das Klima weiter als kritisch kranken Patienten intensiv therapieren. Es besteht unverändert dringender Handlungsbedarf, die Klimakrise zu stoppen.“

    Die aus dem Klimawandel resultierenden Folgen werden auch in Sachsen immer mehr als Schäden sichtbar. Schon jetzt im Frühjahr 2020 ist der Boden viel zu trocken, gab es viel zu wenige Niederschläge. Dies stellt nicht nur die Forstwirtschaft, sondern auch die Landwirtschaft und damit die Versorgung der Bevölkerung aus regionaler Produktion vor erhebliche Herausforderungen. Dies kann erneut zu deutlichen Ertragseinbußen und Verlusten führen.

    Bettina van Suntum von den ParentsForFuture Leipzig wendet sich daher mit ihrer Forderung direkt an Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Hören Sie nicht nur bei der Coronakrise auf die Wissenschaft, sondern auch bei der Klimakrise. Wenn wir jetzt alle gemeinsam die notwendigen Veränderungen anpacken, können wir zusammen unseren Kindern und Enkeln eine gute Zukunft ermöglichen.“

    Die ForFuture-Bewegung und zahlreiche Umweltverbände rufen bereits zum 5. Globalen Klimastreik auf. Die Bewegung setzt sich für eine Zukunft ein, in der die Klimaerhitzung nicht mehr als 1,5 Grad beträgt, und kämpft für eine Gegenwart, in der unsere Gesellschaft solidarisch mit all jenen Menschen ist, die bereits jetzt unter ganz konkreten Folgen der Klimakrise leiden. Sie steht für ein sofortiges Ende der fossilen Subventionen, für das sofortige Abschalten von einem Viertel der Kohlekraftwerke und einen Kohleausstieg bis 2030, für die schnelle Einführung einer CO2-Steuer von 180 Euro pro Tonne, für einhundert Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035 und für Nettonull-Treibhausgasemissionen bis 2035.

    Ein breites Bündnis unterstützt Fridays for Future an diesem Freitag beim #NetzstreikFürsKlima

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