Heute wird auch in Leipzig gegen Rassismus demonstriert. Die Gruppe „Series Be:“ ruft für den 6. Juni unter dem Titel ‚STAND UP, SPEAK UP, SHOW UP‘ zu einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt auf. Um 14 Uhr startet die Auftaktkundgebung am Augustusplatz, die Route verläuft über den Leipziger Innenstadtring, durch die Südvorstadt vorbei am Amerikanischen Konsulat und dem Bundesverwaltungsgericht bis zum geplanten Ende am Wilhelm-Leuschner-Platz. Die nächste Demo gibt es am Sonntag, 7. Juni.

Der Aufruf zur Demonstration am 6. Juni:

‚STAND UP, SPEAK UP, SHOW UP‘ – Solidaritätsdemonstration mit den Black Lives Matter Protesten und dem notwendigen, globalen Kampf gegen Rassismus.

Egal, ob Minnesota oder Leipzig – Rassismus hat System und betrifft uns alle. Wir wollen gemeinsam, offen und bunt auf die Straße gehen, um gegen Rassismus, strukturelle Unterdrückung und Polizeigewalt zu demonstrieren. Es ist Zeit, das System zu ändern! „Wir müssen systemisch institutionalisierten Rassismus aufdecken“, sagt Luke Oliver Francis, Sprecher der Demonstration. „Polizeigewalt muss enden. Wir wollen Gerechtigkeit für die zahllosen verlorenen Leben.“

„Series Be:“ ist eine Gruppe, initiiert von Luke Oliver Francis, die Veranstaltungen und Räume für LGBTQI+ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Queere und Intersexuelle Personen) in Leipzig organisiert. Das unabhängige Kollektiv queerer POC (People of Colour) ist an keine Institution oder Gruppe gebunden.

Selbstverständlich findet die Veranstaltung unter den geltenden Covid-19 Sicherheitsmaßnahmen statt. Auf Mindestabstand und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird geachtet. ‚STAND UP, SPEAK UP, SHOW UP‘ ist eine Anti-Rassismus Demonstration und keine antifaschistische Demonstration. Das gesamte Wochenende über finden verschiedene Demonstrationen statt. Wir solidarisieren uns mit den anderen Protesten.

Series Be:“ auf Facebook.

Am selben Tag gibt es eine Musik-Demo im Rabet.

Die Musik-Demo in Erinnerung an George Floyd am 6. Juni 15 bis 18 Uhr im Rabet.

Die BlackLivesMatter-Demo am 7. Juni in der Leipziger Innenstadt

In Leipzig wird für Sonntag, 7. Juni, auch eine bereits aus den USA bekannte #BlackLivesMatter-Demonstration organisiert. Das Bündnis aus verschiedenen Organisationen will mit der Demonstration auf den Anti-Schwarzen-Rassismus und den globalen institutionellen Rassismus aufmerksam machen.

Die Demonstration wird um 13 Uhr am kleinen Willy-Brandt-Platz starten und verläuft über das Hallische Tor – Reichsstraße – Neumarkt – den Ring entlang bis hin zum Simsonplatz.

Dazu erklärt eine der Organisator/-innen: „George Floyd wurde von Polizisten ermordet. Seine Geschichte ist kein Einzelfall. Er ist einer von vielen. Institutioneller Rassismus ist aber nicht nur ein US-amerikanisches Problem. Die Deutschen zeigen mit dem Finger über den Ozean nach Minneapolis, Louisville und New York, aber realisieren nicht wie die Polizei im eigenen Land BiPoC terrorisieren. Keine 100 Kilometer von Leipzig entfernt wurde 2005 Oury Jalloh, ein Asylsuchender aus Sierra Leone, in seiner Zelle von einem Polizisten ermordet. Ein internationales Problem, verlangt eine internationale Antwort.“

Der Kebekus-Brennpunkt zum Thema „Rassismus“

Die Meldung des Ordnungsamtes zu den Verkehrseinschränkungen rund um die Demos am Wochenende

Für das Wochenende vom 6./7. Juni ist rund um folgende Demonstrationen mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen.

Samstag, 6. Juni

14 bis 19 Uhr, Aufzug unter dem Motto „Black lives matter: Stand up, speak up, show up“, ca. 350 Teilnehmer: Augustusplatz -> Roßplatz -> Wilhelm-Leuschner-Platz -> Martin-Luther-Ring -> Karl-Tauchnitz-Straße -> Grassistraße -> Beethovenstraße -> Harkortstraße -> Martin-Luther-Ring -> Wilhelm-Leuschner-Platz.

16 bis 18:15 Uhr, Aufzug unter dem Motto „Versammlung für die Freiheit“, ca. 350 Teilnehmer: Markt -> Katharinenstraße -> Brühl -> Goethestraße -> Augustusplatz.

Im Rabet ist von 15 bis 18 Uhr eine Kundgebung unter dem Motto „Antiracism listening session ft. music of George Floyd“ mit 50 Teilnehmern angezeigt und beschieden.

Eine für den Markt für 14 bis 20 Uhr angemeldete Kundgebung wurde einvernehmlich in den Clara-Zetkin-Park verlegt, da alle innerstädtischen Flächen belegt sind. Das Motto ist „Silent-Protest gegen Rassismus Leipzig“. Seitens des Veranstalters werden 100 Personen erwartet.

Sonntag, 7. Juni

13 bis 17 Uhr, Aufzug unter dem Motto „Black lives matter – no justice, no peace“, ca. 1.000 Teilnehmer: Willy-Brandt-Platz -> Richard-Wagner-Straße -> Am Hallischen Tor -> Reichsstraße -> Neumarkt -> Schillerstraße -> Martin-Luther-Ring -> Harkortstraße -> Simsonplatz.

Die Versammlung ab 16 Uhr im Volkspark Kleinzschocher unter dem Motto „Tanzdemo – Tanz der Freiheit – Für das Leben“ ist mit 50 Teilnehmern angezeigt und beschieden.

Die Versammlung auf dem Jahrtausendfeld unter dem Motto „Wir sind zurück“ von 16 bis 22 Uhr mit 50–70 Personen auf dem Jahrtausendfeld wurde ebenfalls beschieden.

Gutachten: Oury Jalloh wurde vor seinem Tod schwer misshandelt

Gutachten: Oury Jalloh wurde vor seinem Tod schwer misshandelt

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Natürlich werden auch die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG in den kommenden Tagen und Wochen von den anstehenden Entwicklungen nicht unberührt bleiben. Ausfälle wegen Erkrankungen, Werbekunden, die keine Anzeigen mehr schalten, allgemeine Unsicherheiten bis hin zu Steuerlasten bei zurückgehenden Einnahmen sind auch bei unseren Zeitungen L-IZ.de und LZ zu befürchten.

Doch Aufgeben oder Bangemachen gilt nicht 😉 Selbstverständlich werden wir weiter für Sie berichten. Und wir haben bereits vor Tagen unser gesamtes Archiv für alle Leser geöffnet – es gibt also derzeit auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

 

 

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Redaktion über einen freien Förderbetrag senden.
oder

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar