Leipzigs Sozialreport 2013: Nach wie vor ist ein Drittel der Leipziger einfach nur arm

Am Mittwoch, 15. Oktober, gab das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule die Veröffentlichung des neuen Sozialreports der Stadt Leipzig bekannt. 2013 steht drauf. Das Datenmaterial betrifft vor allem das Jahr 2012. Ein historisches Werk also. Für eine Zustandsbeschreibung des Patienten Leipzig also denkbar ungeeignet. Man lernt trotzdem was draus.

Seit nunmehr neun Jahren präsentiert der von Bürgermeister Thomas Fabian (SPD) vorgelegte Sozialreport ausgewählte Daten zu Lebenslagen der Leipziger Bevölkerung sowie zu kommunalen Leistungen der Stadt im Bereich der Sozialpolitik.

Im Sozialreport 2013 werde der Wandel Leipzigs deutlich, betont das Sozialdezernat – Leipzig verjüngt sich weiter. 2012 gab es noch mehr Geburten und der Zuzug insbesondere jüngerer Altersgruppen nach Leipzig hat sich weiter erhöht. Damit werde die Altersstruktur der Leipziger Bevölkerung immer ausgeglichener. Der Anteil der Menschen, die von Leistungen der sozialen Mindestsicherung leben, ging 2012 noch weiter zurück. Auch wurde 2012 die niedrigste Arbeitslosenquote seit 2001 gemessen. Diese Entwicklung verringere auch die Kinderarmut. 2012 lebten 27 Prozent der Kinder unter 15 Jahre von Sozialgeld, 2006 waren es noch 38 Prozent gewesen. Und Leipzigs Bevölkerung wird vielfältiger. Der Anteil der Leipzigerinnen und Leipziger mit Migrationshintergrund hat sich 2012 weiter auf 9,3 Prozent erhöht.

Bürgermeister Thomas Fabian zeigt sich erfreut: „Der Geburtenzuwachs ist wunderschön für Leipzig. Es erfordert viel Kraft, um die entsprechenden Leistungen für Eltern und ihre Kinder zeitnah bereit zu stellen: beim Elterngeld, bei der Kindertagesbetreuung, bei den Schulbauten, bei der Erziehungsberatung und -unterstützung. Gleichzeitig tun wir derzeit viel für die zunehmend älter werdenden Menschen in unserer Stadt, die Seniorenbüros werden gut angenommen. Und generationsübergreifende Angebote werden immer wichtiger. Mit einem neuen Teilhabeplan werden wir den Weg zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen beschreiben.“

Der Sozialreport zeigt auch, in welchen Bereichen die Sozialverwaltung ihre Leistungserbringung steigern konnte. Mehr Bürgerinnen und Bürger nutzen Leistungen des Familieninfobüros. Wieder mehr Kinder nutzten den Ferienpass.

Trotz dieser positiven Entwicklung zeigt auch der Sozialreport 2013, dass noch viel zu tun bleibt. Also nun doch mal zu den Fiebersymptomen der Stadt.

Denn Bevölkerungswachstum ist das eine. Aber werden die zuwachsenden Bevölkerungsgruppen auch ins Leben der Stadt integriert?

Die Probleme sind durchaus mehrschichtig.So wurden 2012 im zweiten Jahr in Folge wieder mehr Bewerber als Berufsausbildungsstellen verzeichnet, hebt das Sozialdezernat hervor. Auf Seite 67 ist das in einer Grafik deutlich zu sehen: Nicht nur die Bewerberzahlen in der Berufsausbildung sind ab 2010 regelrecht eingebrochen – auch die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze ist eingebrochen. Die Leipziger Wirtschaft ruft zwar ziemlich laut nach qualifiziertem Nachwuchs – bietet aber nicht einmal mehr halb so viele Ausbildungsplätze wie vor fünf Jahren an. Was auch Gründe hat im sächsischen Bildungssystem. Gesucht werden vor allem junge Leute, die auch das Zeug für eine echte Fachausbildung haben.

Im Bericht heißt es dazu: „Der Anteil der unversorgten Bewerber/-innen stieg auf 10,1 % (plus 3,5 Prozentpunkte zum Vorjahr). Zu den unversorgten Bewerbern zählen jene Personen, für die weder die Einmündung in eine Berufsausbildung, noch ein weiterer Schulbesuch, eine Teilnahme an einer Fördermaßnahme oder eine andere Alternative zum 30.9. bekannt ist und für die sich um eine Vermittlung bemüht wird.“ Das sind vor allem jene 10 bis 14 Prozent der Schulabgänger, die keinen Abschluss haben und oft auch nicht die Voraussetzungen für eine Berufsqualifikation. Viele von ihnen schaffen dann nach Extra-Mühen (nachgeholter Schulabschluss, geförderte Berufsausbildung) doch noch den Anschluss – der Großteil aber nicht. Zwar ist die Jugendarbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren permanent gesunken. Doch ihr Charakter hat sich geändert: Waren hier bis 2012 vor allem junge Menschen mit Schulabschluss und teilweise auch Berufsabschluss registriert, die nach einem Job suchten, dominieren heute die Jugendlichen, die keinen oder einen völlig ungenügenden Abschluss haben und im Grunde ein Leben in der Warteschleife vor sich haben.

Der Sozialreport zeigt auch recht deutlich, dass diese Entwicklung vor allem sozial bedingt ist. Ab Seite 107, wenn es um Bildungsempfehlung und Schulkarriere geht.Auf Seite 198 heißt es zum Beispiel: „Die meisten Schüler/-innen ohne Abschluss werden von den Förderschulen und Oberschulen entlassen. Seit 2004 stammt mehr als die Hälfte der Schulabgänger/-innen ohne Hauptschulabschluss von Förderschulen. Gymnasien entließen nur vereinzelt Schüler/-innen ohne Schulabschluss. Demografische Effekte bewirken starke Schwankungen der Prozentwerte zwischen 2009 und 2010. Die gesamte Zahl der Abgänger/-innen verringerte sich in einem Jahr um mehr als 20 %, sodass eine geringe Zunahme von lediglich fünf Schulabbrecher/-innen die Schulabbrecherquote von 10,7 % auf 14,0 % steigen ließ.“

Die Gesamtzahl der Abgänger ohne Abschluss sank also, der prozentuale Anteil an den abschmelzenden Schülerjahrgängen aber stieg. Das lässt sich nicht schönreden.

Aber es hängt ganz direkt mit den sozialen Problemlagen in den einzelnen Ortsteilen zusammen. Sowohl in Grünau als auch in Lindenau und dem Leipziger Osten gibt es Oberschulen, in denen mehr als 20 Prozent der Schüler keinen qualifizierten Hauptschulabschluss schaffen. Das sind auch die Ortsteile mit den bekannten sozialen Problemlagen: hohe Arbeitslosenquote, hohe ALG-II-Quote, niedrige Einkommen, aber höhere Migrantenquoten. Hier müssten deutlich mehr schulische Integrationsmodelle greifen – die es aber im sächsischen Sparmodus nicht gibt.

„Räumlich differenziert zeigten sich drei Schwerpunktgebiete, in denen überdurchschnittlich viele Schüler/-innen der Oberschulen ohne Abschluss blieben. Diese sind im Inneren Osten, Westen und Grünau zu verorten“, stellt auch das Sozialdezernat fest. „Hier betrug der Anteil der Schulabgänger/-innen ohne Abschluss jeweils mehr als 20 %. Die maximalen Werte von Oberschüler/-innen ohne Schulabschluss lagen mit 30,5 % in den Ortsteilen Zentrum, Zentrum-Ost und Zentrum-Südost. Niedrige Werte von unter 5 % waren im nordwestlichen Zentrum sowie im Süden, im Südosten und im Nordosten und -westen des Stadtgebiets zu finden.“

Heißt im Klartext: Höhere Bildung und höhere Einkommen im Elternhaus verbessern auch in Leipzig die Bildungschancen drastisch.

Logische Folge, wie das Sozialdezernat einschätzt: „Der Anteil von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf nimmt weiter zu.“

Und wie sieht das mit der sozialen Gleichheit aus, für die sich der Freistaat Sachsen so gern rühmt – auch in den diversen Schulvergleichstests? Pustekuchen. Auch Sachsen allgemein und Leipzig im Speziellen weisen starke soziale Gefälle auf. Trotz des im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt niedrigen Einkommensniveaus. Nur 22 Prozent der Haushalte in Leipzig haben Einkommen, die sich mit den Einkommen im Westen der Republik vergleichen können – ab 2.300 Euro im Monat. 46 Prozent der Haushalte befinden sich in jenem wattigen Übergangsbeeich zwischen 1.100 und 2.300 Euro. Und 31 Prozent befinden sich nach wie vor drunter.

Das Leipziger Amt für Statistik und Wahlen berechnet zwar gern die relative Einkommensarmut. Das ist der Anteil der Leipziger, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens im Monat zur Verfügung haben. Aber bei einer Stadt mit eh schon niedrigem Durchschnitt ist das eher ein nicht belastbarer Wert. Im Bericht so zu lesen: „16,4 % der Leipziger/-innen sind relativ einkommensarm (2011: 16,0 %), da ihr Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle (60 % des durchschnittlichen Äquivalenzeinkommens) liegt.“

Tatsächlich liegt in Leipzig die Armutsgefährdungsschwelle deutlich höher als bei diesen 16,4 Prozent.

„Das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen lag 2012 mit 1.503 ? um 89 ? höher als in den beiden Vorjahren. Das durchschnittliche persönliche Nettoeinkommen (Median) betrug im Jahr 2012 insgesamt 1.135 ? und lag damit um 69 ? höher als im Jahr 2011“, heißt es im Bericht. Heißt im Klartext: Die meisten Leipziger lagen eher knapp unter bzw. über dieser Grenze von 1.100 Euro, mit denen man auch als Einzelperson in Leipzig gerade so über die Runden kommt. Das wird spätestens dann deutlich, wenn die scheinbar nicht von Armut Bedrohten dann trotzdem soziale Hilfeleistungen beantragen müssen – die ihnen gesetzlich auch zustehen. Wohngeld, Sozialgeld, Ermäßigungen mit dem Leipzig-Pass usw. Steht alles im Bericht. Eine signifikante Zahl: 27 Prozent der Kinder erhielten 2012 Sozialgeld. Ähnlich hoch ist der Satz der Kinder, die in Leipziger Kindertagesstätten Freiplätze oder ermäßigte Plätze bekommen. Und die Zahl korrespondiert mit der Armutsgefährdungsquote, wenn man sie mit dem Bundesmedian vergleicht: 2012 waren das in Leipzig 25,9 Prozent. Und das waren dann wieder 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr.Was auch daran liegt, dass an den tariflichen Einkommenssteigerungen immer nur ein Teil der Leipziger partizipiert. Was die Lücke zwischen den niedrigen und den hohen Einkommen in Leipzig auch 2012 wachsen ließ: „Die Einkommensunterschiede haben sich im Jahr 2012 etwas erhöht. Während die Einkommen der einkommensschwächsten 20 Prozent um 2,8 % anstiegen, legten die Einkommen der einkommensstärksten 20 Prozent um 4,3 % zu. Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen hat sich um 40 % von 198 ? (2011) auf 278 ? (2012) erhöht“, so steht’s im Bericht.

Und die Tatsache, dass rund ein Drittel der Leipziger tatsächlich zu wenig Einkommen haben, um wirklich über die Runden zu kommen, machen dann die Statistiken zur Beratung in Wohnungsnotfällen (Seite 27, steigende Fallzahlen), zur Sozialhilfe (Seite 36, steigende Fallzahlen) oder zur Grundsicherung im Alter (Seite 40, steigende Fallzahlen) sichtbar. Denn irgendwo tauchen diese Menschen ja alle wieder auf, wenn sie schon so schön aus der Zahl der Leistungsempfänger nach SGB II (Seite 36) herausgerechnet werden. Auch das ist dort zu lesen: Die Zahl der älteren Arbeitnehmer, die in „vorruhestandsähnliche Regelungen“ abgeschoben werden, steigt (Tabelle Seite 35). Und das bei einem Arbeitsmarkt, der nach Fachkräften schreit?

Irgendjemand veräppelt an dieser Stelle die Öffentlichkeit – regelmäßig und systematisch.

Tatsächlich wäre auch Leipzigs Statistik gut beraten, mit der Errechnung einer fiktiven „Armutsgefährdungsquote“ für die Stadt aufzuhören. Denn die gesetzlich geregelten Bedarfe setzen schon bei einem – fiktiven – Leipziger Durchschnittsverdienst von 1.100 Euro an. Da beginnen auch die Kosten für das Leipziger Sozialbudget zu ticken.

Und es sind eben nicht nur ALG-II-Haushalte, die dabei in Schuldenfallen tappen, die sie nicht verschuldet haben. 4.028 Beratungen zu Wohnungsnotfällen 2012 (Vorjahr: 3.678) sind schon eine alarmierende Größe, auch wenn die Stadt mit allen Mitteln versucht, dass diese von Rausschmiss bedrohten Haushalte nicht wirklich auf der Straße landen. Die Statistik zu Stromabschaltungen ist nicht im „Sozialbericht“, gehört aber genauso hinein wie die Schuldnerberatung, die man auf Seite 44 findet. 2.110 Schuldnerberatungen gab es 2012, ein paar weniger als im Vorjahr. „Die Anzahl der Beratungen hat sich von 2007 bis 2011 verdoppelt. 2012 wurden erstmals weniger Beratungen als im Vorjahr durchgeführt“, stellt der Bericht dazu fest. „Im Jahr 2012 sind sowohl die Ausgaben bei Beratungen für Leistungsempfänger/-innen des SGB II als auch die kommunalen Ausgaben gesamt um ca. 10 % gesunken.“ Aber: „Beratungen mit komplexen Schuldenproblematiken steigen.“

Der Bericht bietet auf 126 Seiten so ziemlich alles an Daten, was die Stadt statistisch erfasst zu Senioren und Kindern, Menschen mit Behinderung und Menschen mit Migrationshintergrund, zu Gesundheit, Bildung, Wohnen und Einkommen.

Und ein Stück Demografie steckt auch drin. Die Prognosezahlen zum Beispiel zum Leipziger Bevölkerungswachstum und zu den Geburtenzahlen. Letztere zwar schön hoch in den nächsten Jahren, aber tatsächlich zu niedrig. Statistisch bekommt eine Leipzigerin 1,40 Kinder im Durchschnitt (nur wenig mehr als der Bundesdurchschnitt von 1,38). Um aber die Bevölkerung zu stabilisieren, müssten es 2,1 sein. Bislang profitiert die Stadt vom enormen Wanderungsgewinn. Aber die Fragen, die auch der „Sozialbericht“ andeutet, sind sehr berechtigt. Was passiert so ungefähr ab 2020? Sagen kann das noch keiner.

Aber das ist dann auch die Schwäche eines solchen Berichtes: Er fasst nur zusammen, was die Statistik weiß. Er erklärt nichts. Was an einigen Stellen aber dringend fällig wäre.

Der Sozialreport richtet sich an Politik, Verwaltung, Fachleute und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Mit seinem jährlich aktualisierten Datenmaterial hilft er, kommunale Entwicklungsverläufe und sozialen Handlungsbedarf zu erkennen und liefert Impulse für die sozialpolitische Diskussion.

Der Sozialreport 2013 kann unter www.leipzig.de/sozialreport heruntergeladen werden.

Leipziger OstenBildungspolitikSchulabschluss
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Dessau ist nicht nur Bauhaus-Stadt: Vor 20 Jahren ermordeten Neonazis den Mosambikaner Alberto Adriano
Einige Menschen aus der Dessauer Black Community gedenken am 11. Juni 2020 am Tatort im Stadtpark dem ermordeten Alberto Adriano. Der Dritte von rechts ist Amadi Indjai, Imam der Islamischen Gemeinde Dessau. Foto: Luise Mosig

Foto: Luise Mosig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit Freitag, 26. Juni im HandelZwischen zwei Bäumen im Dessauer Stadtpark flattert ein Plakat mit 182 Namen. Einer von ihnen ist Alberto Adriano, elfte Zeile, vierter von links. Das Plakat trägt die Überschrift „Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt, 1990–2011“. Alberto Adriano wurde vor 20 Jahren, in der Nacht auf den 11. Juni 2000, von drei Neonazis brutal zusammengeschlagen. Drei Tage später verstarb er im Krankenhaus. Der aus Mosambik stammende Fleischermeister war als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen, hinterließ eine Ehefrau und drei Kinder.
Ticketverlosung zur Doppel-Lesung im Schillerhausgarten: Leipziger Dichterlese I+II
Schillerhaus in Gohlis. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

VerlosungLieder, Gedichte, Gitarrenmusik erklingen zur „Leipziger Dichterlese I+II“ am Sonntag, dem 26. Juli, im Schillerhausgarten. Zehn Lyrikerinnen und Lyriker aus unserer Stadt tragen an diesem einzigartigen Ort eigene Songs und Gedichte vor und trotzen damit der viermonatigen Zwangspause. Freikäufer haben die Möglichkeit, je 1 x 2 Freikarten zu gewinnen.
Einige Tipps vom ADFC Leipzig für das richtige Verhalten von Radfahrer/-innen im Zusammenhang mit Lkw an Kreuzungen
Auch wenn es sich ungewöhnlich anfühlt: Wird der geradeausfahrende Radverkehr links neben dem rechtsabbiegenden Kfz-Verkehr geführt, erhöht sich die Sicherheit für den Radverkehr deutlich. Foto: ADFC Leipzig

Foto: ADFC Leipzig

Für alle LeserAm Montag, 22. Juni, wurde in Leipzig wieder eine Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Das Thema tödliche Fahrradunfälle in Zusammenhang mit Lkw ist leider nicht neu, stellt der ADFC Leipzig fest. Bereits im Februar dieses Jahres haben der ADFC Bundesverband und der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) e. V. in einem Positionspapier Forderungen an die Politik gestellt, um die Abbiegesituation an Kreuzungen zu verbessern und den Konflikt LKW – Radfahrende zu entschärfen.
Omas for Future und Parents for Future wollen OBM Burkhard Jung 1.000 Klimawünsche übergeben
Klimawunschzettel-Aktion in der Leipziger Petersstraße. Foto: Parents for Future Leipzig

Foto: Parents for Future Leipzig

Für alle LeserAm Mittwoch, 8. Juli, wird der Stadtrat über das Sofortmaßnahmenprogramm des OBM zum Klimanotstand abstimmen. Tags drauf, am 9. Juli, gibt es in der Kongresshalle die klimapolitische Stunde, in der sich der Stadtrat zwei Stunden lang mit den akuten Problemen des Klimawandels für Leipzig beschäftigen wird. Und die Leipziger „Parents for Future“ sowie die „Omas for Future“ wollen dem Oberbürgermeister bei der Gelegenheit ihre ganz besonderen Wünsche übergeben.
Grüne sehen gute Chancen für ihre Antragsliste zum Klimanotstands-Sofortmaßnahmen-Programm des OBM
Transparent vorm Neuen Rathaus 2019. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas so mancher befürchtet hatte, passiert gerade: Nachdem Leipzig mit einer großen Kraftanstrengung seine Soforthilfeprogramme für den hiesigen Mittelstand aufgelegt hat, der coronabedingt in die Krise rauschte, drohen jetzt harte Verhandlungen um den Leipziger Doppelhaushalt 2021/2022. Und auch für den Klimaschutz droht das Geld knapp zu werden, obwohl Leipzig mitten im Klimanotstand steckt.
Das Sofortprogramm des OBM zum Klimanotstand reicht bei weitem noch nicht aus
Der Physiker und „Scientist for Future“ Dr. Christoph Gerhards erklärte am 20. Mai 2019, wann es kippt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist zwar ein echtes Novum, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung ein Sofortprogramm zum Klimanotstand der Stadt Leipzig vorlegt, das der Stadtrat nun beschließen soll. Aber auch aus Sicht der Leipziger „Scientists for Future“ schafft es das Programm nicht ansatzweise, Leipzig auf den Kurs zu bringen, seine Klimaziele für das Jahr 2026 zu erreichen. Dann hat Leipzig nämlich sein Co2-Budget rechnerisch völlig aufgebraucht, ohne dass die Emissionen tatsächlich spürbar gesunken sind.
Linke beantragt eine transparente Berichterstattung zum sozialen Wohnungsbau in Leipzig
Entwicklung der Bodenpreise und der Grundstücksverkäufe in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserÜberhaupt nicht zufrieden mit der im Mai vorgelegten „Wohnungsbauförderkonzeption 2020“ des Dezernats Stadtentwicklung und Bau zeigt sich jetzt die Linksfraktion. Wenn die Fraktionen Schulnoten verteilen dürften, wäre dieser Änderungsantrag wohl so etwas wie ein „ungenügend“. Denn so wie die bisherige Förderung gestrickt war, entsteht nicht einmal ein Drittel der benötigten „Sozialwohnungen“ pro Jahr.
Prekäre Arbeitsplätze passen nicht zu einem Wohnungsmarkt mit steigenden Mieten
Die Befürchtungen zu den negativen Entwicklungen der nächsten zehn Jahre. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserSo eine Leipziger Bürgerumfrage macht vieles sichtbar, was mit einiger politischen Klugheit geändert werden könnte. Aber Politik ist nicht immer klug. Oft genug ist sie interessengesteuert. Und wenn es um richtig viel Geld geht, wird sie geradezu undurchschaubar. Das spüren auch die Leipziger/-innen, auch wenn sie ziemlich ratlos den steigenden Mieten gegenüberstehen und immer mehr das dumme Gefühl haben, dass sie sich Wohnen in Leipzig vielleicht bald nicht mehr leisten können.
Während der Corona-Zeit fit bleiben: So gelingt es

Foto: Pixabay

Die vergangenen Wochen waren ohne Frage keine einfache Zeit. Insbesondere in Bezug auf die eigene Fitness macht die außergewöhnliche Corona-Lage einem das Leben schwer. Inzwischen sind zwar die ersten Fitnessstudios wieder geöffnet, doch mit den strengen Hygiene- und Abstandregelungen sind die Workouts dort nur in eingeschränktem Maße möglich. Auch Sportvereine können ihre Angebote derzeit noch nicht wieder anbieten. Höchste Zeit also, sich auch anderweitig fit zu halten. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Montag, der 6. Juli 2020: Verfassungsschutz und AfD bleiben Thema für die Sommerpause
Dirk-Martin Christian, Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Foto: SMI / Isabelle Starruß

Foto: SMI / Isabelle Starruß

Für alle Leser/-innenDie Parlamentarische Kontrollkommission des sächsischen Landtags hat sich heute mit der Frage beschäftigt, ob der Verfassungsschutz rechtswidrig Daten von AfD-Abgeordneten gespeichert hat. Eine Antwort darauf wird es wohl erst nach der Sommerpause geben. Rechte Umtriebe gab es am Wochenende in Liebertwolkwitz, wo die Polizei eine Gartenparty auflöste. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Wachauer Festival-Nächte 2020 – Corona bedingtes Alternativprogramm
Die Kirchenruine in Wachau. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Corona bedingt können die Wachauer Festival-Nächte 2020 nicht wie geplant stattfinden. Gemeinsam mit der Stadt Markkleeberg und dem Landkreis Leipzig konnte jedoch kurzfristig eine Alternativ-Variante erarbeitet werden, um das beliebte, alljährlich in der Kirchenruine Wachau stattfindende, Festival nicht ausfallen lassen zu müssen.
KulturKino zwenkau: Braunkohlenbergbau in Film und Literatur
Abschiedsdisco © DEFA-Stiftung Rigo Dommel

© DEFA-Stiftung Rigo Dommel

Im sächsischen Jahr der Industriekultur 2020 haben sich der Bergbau-Technik-Park e.V., das Soziokulturelle Zentrum KuHstall e.V. und das KulturKino zwenkau zusammengeschlossen, um im Landkreis Leipzig eine Veranstaltungsreihe zum Thema Braunkohlenbergbau in Film und Literatur zu veranstalten. An sehr unterschiedlichen Orten wird es Gelegenheit geben, Spielfilme, Dokumentationen, Kurzfilme und Literatur der letzten 40 Jahre zu diesem Thema zu erleben.
Linksfraktion beantragt die Entwidmung der Beethovenstraße direkt vor der Unibibliothek
Die Beethovenstraße kurz vor der Bibliotheca Albertina. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einem Jahr ist die Beethovenstraße offiziell Fahrradstraße. Aber viele Radfahrer/-innen haben nicht das Gefühl, dass die blauen Schilder irgendetwas geändert hätten. Noch immer drängen sich hier die Kraftfahrzeuge durch, als müssten sie auf Radfahrer und Fußgänger keine Rücksicht nehmen. Die Linksfraktion sieht da nur einen logischen Folgeschritt: Der Straßenraum vor der Bibliotheca Albertina muss entwidmet werden.
Piktogramm und Umsetzungskonzept für Fahrradstraßen sollen bald kommen
Ausweisung für eine Fahrradstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDa waren wir nicht die Einzigen, die einige wichtige Zusagen der Verwaltung im Ohr hatten. Zum Beispiel die zur Vorstellung eines Piktogramms für Fahrradstraßen. So um Ostern herum sollte es eigentlich vorgestellt werden. Aber um Ostern herum kämpfte sich Leipzig gerade aus dem strengen Corona-Shutdown heraus. Was die SPD-Fraktion nicht davon abhielt, zwei etwas ungeduldige Stadtratsanfragen zu stellen.
Linke beantragen ein Artenschutzkonzept für den Wilhelm-Leuschner-Platz
Gerade rechts und links der Markthallenstraße sind dichte Gehölze herangewachsen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn der Ratsversammlung am Mittwoch, 8. Juli, wird wahrscheinlich der Bebauungsplan Nr. 392 „Wilhelm-Leuschner-Platz“ auf der Tagesordnung stehen, zu dem es ganz bestimmt heftige Diskussionen geben wird. Nicht nur, was all die von der Stadt geplanten Ansiedlungen betrifft (was die Freibeuter thematisieren) oder den Verkauf städtischer Grundstücke (was der Stadtbezirksbeirat Mitte kritisiert), sondern auch die Artenvielfalt auf dem Platz, der ja im Grunde eine Nachkriegsbrache ist.