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Sachsen blieb auch 2015 im Osten nur die Nummer 3

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    Das Tempo geben andere im Osten vor. Auch wenn die nicht allzu viel Wind drum machen. Berlin und Brandenburg sind die Tempomacher im Osten. Zumindest, was die Einkommen betrifft. Die wachsen in beiden Ländern sogar stärker als in Sachsen.

    Dabei freuten sich Sachsens Statistiker schon, dass die verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen in Sachen im Jahr 2015 um 2,5 Prozent bzw. 461 Euro anstiegen. Aber wie das so ist mit Durchschnittswerten, sie sagen nichts über die reale Einkommensverteilung.

    18.691 Euro Verfügbares Einkommen standen im Jahr 2015 durchschnittlich pro Einwohner in Sachsen für Konsum und Sparen zur Verfügung. Aber gemessen am Bundesdurchschnittswert in Höhe von 21.583 Euro je Einwohner lag das sächsische Ergebnis weiterhin nur bei 86,6 Prozent bzw. um knapp 2.900 Euro unter diesem. Im Vergleich zu 2014 stieg das Pro-Kopf-Einkommen bundesweit um 2,2 Prozent.

    Der Anstieg in den fünf neuen Ländern lag mit 2,6 Prozent etwas über dem Zuwachs in den alten Ländern, der 2,1 Prozent betrug.

    Im Jahr 2015 umfasste das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in Sachsen ein Volumen von insgesamt 76,1 Milliarden Euro, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Maßgebliche Einflüsse für diese Entwicklung kamen aus dem Anstieg des Primäreinkommens um 3,3 Prozent und aus den ebenfalls um 3,3 Prozent gestiegenen monetären Sozialleistungen, stellen die Statistiker fest.

    Die geleisteten Einkommens- und Vermögenssteuern stiegen sogar um 6,2 Prozent. Was zumindest darauf hindeutet, dass es neben den Tarifsteigerungen bei den höheren Einkommen 2015 auch mehr Sachsen gab, die über ein zu versteuerndes Einkommen verfügten.

    Die Schwäche im Osten sind die Vermögenseinkommen, die im Westen auch 2015 wieder stärker zum Gesamt-Einkommens-Anstieg beigetragen haben.

    Im Bundesdurchschnitt stieg das Verfügbare Einkommen um 3,1 Prozent. In den fünf neuen Ländern erhöhte es sich um drei Prozent, in den alten Ländern entsprach der Zuwachs der Bundesentwicklung.

    Eine ostdeutsche Besonderheit zeigt immer noch die Zusammensetzung des Primäreinkommens. Während der Anteil des Arbeitnehmerentgelts 2015 in Sachsen 77 Prozent und in den fünf neuen Ländern 78 Prozent betrug, lag er in den alten Ländern bei rund 72 Prozent – Ursache hierfür sind die niedrigeren Vermögenseinkommen in den neuen Ländern, betonen denn auch die sächsischen Landesstatistiker. Und das hat Folgen, denn während die Vermögenseinkommen der Sachsen sogar um 0,1 Prozent sanken, stiegen die Vermögenseinkommen im Bundesdurchschnitt sogar um 1,1 Prozent. Man kann es nur vermuten, dass das direkt mit Immobilien- und Aktienbesitz und Einkünften aus solchem zusammenhängt.

    Nur als Vergleich, damit man ein Gefühl dafür bekommt, welche Rolle das kleine Sachsen im gesamtdeutschen Gefüge spielt: Von der Einwohnerzahl her hat es einen Anteil von 5 Prozent. Bei den Einkommen insgesamt hat es nur einen Anteil von 4,3 Prozent. Bei den Vermögenseinkommen beträgt dieser Anteil nur noch 2,8 Prozent.

    Die Sachsen sind also auch im Vermögensvergleich arme Kirchenmäuse. Und da sie aufgrund der über Jahre gepflegten Niedriglohnpolitik auch bei den Arbeitseinkommen hinterherkleckern, wird sich daran in absehbarer Zeit auch nichts ändern.

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