Ein Versuch, die Reichen aus der letzten Bürgerumfrage herauszufiltern

Für alle LeserArmutsberichte gibt es ja so einige in Deutschland. Auch wenn sie meist nur auf der Oberfläche bleiben und manchmal (wie der Armutsbericht der Bundesregierung) noch einmal retuschiert werden. Darf man ja nicht so laut sagen, dass die Reichen Einfluss auf die Politik haben und die Armen gar nicht. Und dann fällt auf: Na ja, über die Reichen weiß man eigentlich auch nichts.

Claudia Scholz versucht das Thema im neuen Quartalsbericht der Stadt erstmals zu beleuchten, obwohl sie auf einen Aspekt natürlich keinen Zugriff hat: die tatsächlichen Vermögensverhältnisse. Darüber gibt es in Deutschland keine Statistiken. Deswegen müssen Statistiker immer versuchen, irgendwie über die amtlichen Einkommensstatistiken und Umfragen an Daten zu kommen.

Auch wenn diese Daten unvollständig sind. Darüber stöhnen selbst die Bundesstatistiker. Die Daten der wirklich Reichen bekommt man einfach nicht. Und selbst der Finanzminister tut sich schwer, auch nur die Zahl der Einkommensmillionäre zu benennen. 30 davon gibt es in Leipzig. So ungefähr. Was Genaues weiß man nicht …

Der Beitrag, in dem wir diese Zahlen mal aufbereiteten, setzte dann auch für die Reichen ein etwas anderes Einkommensniveau an, als es jetzt Claudia Scholz tut, die an der Uni Leipzig Soziologie studiert und die „Bürgerumfrage 2015“ als Datengrundlage hatte.

Da fangen die Schwierigkeiten schon an – denn in unserem Beitrag konnten wir uns auf Angaben des sächsischen Finanzministers stützen, der freilich Zahlen zum Bruttomonatseinkommen herausgab. Da sind dann natürlich alle Sozialausgaben usw. noch dabei. Die Grenze für hohe Einkommen lag da bei 53.000 Euro im Jahr. Und immerhin 14,6 Prozent der sächsischen Erwerbstätigen kamen auf solche Einkommen.

Leipziger Verhältnisse

Claudia Scholz kommt nun für „ihre Reichen“ auf wesentlich niedrigere Werte. Was natürlich auch an der Art ihrer Rechnung liegt: Sie rechnet mit dem Nettoäquivalenzeinkommen. Da sind nicht nur die Sozialabgaben und der ganze Rest abgezogen – der Wert ist dann auch noch auf die Lebensverhältnisse im Haushalt (Partnerschaft, Kinder) heruntergebrochen.

Da bleibt dann ein Wert von 2.686 Euro Nettoäquivalenzeinkommen, ab dem ein Leipziger aufgrund der lokalen Einkommensverteilung bereits als „reich“ bezeichnet werden kann. Ein Wert, der nicht unbedingt überrascht. In Deutschland gelten laut Mikrozensus Menschen als reich, wenn sie ein Nettoäquivalenzeinkommen von mindestens 3.140 Euro im Monat haben.

Spannender wird es bei einem anderen Wert. Denn auf einmal schrumpft die Gruppe der Hochverdiener drastisch zusammen – sind es nur noch 7 Prozent. In den Vorjahren schien die Zahl sogar anzusteigen, kommentiert Ruth Schmidt, die Leiterin des Amtes für Statistik und Wahlen. 2013 und 2014 waren es schon mal 9 Prozent.

Dass die Leute ihr Einkommen eingebüßt haben sollten, erscheint zweifelhaft. Es deutet eher darauf hin, dass Gutverdiener sich auch bei solchen Umfragen lieber zurückhalten, Auskünfte über ihr Einkommen zu geben.

Nicht unbedingt nach dem Motto „Über Geld spricht man nicht“. Sondern auch aus Scham. Denn wenn das Gefühl um sich greift, dass es in Deutschland mit den Einkommen ungerecht zugeht (und laut Bürgerumfrage sind über die Hälfte der Leipziger arm, denn sie müssen mit 1.000 Euro und weniger zurande kommen), dann hält man sich auch mit Aussagen über sichtlich hohe Gehälter lieber zurück. Auch wenn die Bezieher selbst für diese Schieflage gar nichts können – zum Beispiel weil sie Angestellte im höheren Staatsdienst sind. Wo nun einmal ganz andere Verdienststeigerungen möglich sind als in den vielen kleinen Betrieben, die für Leipzigs Wirtschaft so typisch sind.

60 Prozent unter 1.500 Euro

Eine Analyse nach Berufen und Tätigkeitsfeldern hat Claudia Scholz freilich nicht gemacht, das ließe sich eher nur sehr grob vornehmen. Ein Ergebnis der Analyse ist zum Beispiel, dass 60 Prozent der Leipziger mit Einkommen unter 1.500 Euro im Grunde alle zur einkommensmäßigen Unterklasse gehören.

Die offizielle Schwelle zur „Armutsgefährdung“ liegt in Leipzig übrigens bei 806 Euro. Was schlicht Quatsch ist. Wer in Leipzig mit so wenig Geld auskommen muss, der ist wirklich schon arm. Es liegt nur an der Berechnung dieses Wertes, der sich mit 60 Prozent am Median der Leipziger Einkommen ausrichtet. Und der liegt bei 1.343 Euro.

Je genauer man den Beitrag liest, ums deutlicher wird, dass man über die wirklich Reichen in Leipzig eigentlich nichts erfährt. Nur über die Gruppe der Gutverdienenden (nicht mal die der Besserverdienenden).

Und die sind – was zu erwarten war – zum größeren Teil männlich (59 Prozent), haben einen Hochschulabschluss (60 Prozent), sind seltener Single (14 Prozent). Aber der nächste Wert sagt schon einiges darüber, in welche Welt man da kommt: 62 Prozent dieser Gutverdienenden leben in Partnerschaft – aber ohne Kinder. Man hat also zwei erwachsene Menschen, die sich entweder beide ganz und gar aufs Geldverdienen konzentrieren können – oder wo eine einem den Rücken frei hält, damit der seinen gut bezahlten Job machen kann.

Und über einen Punkt staunte Dr. Ruth Schmidt besonders: Eigentlich erwartet man ja unter den Gutverdienenden vor allem Personen im gestandenen Alter, die schon eine ordentliche Karriere hinter sich haben. Was auf 51 Prozent dieser Gruppe auch so zutrifft.

Aber erstaunlicherweise machen die 18- bis 35-Jährigen auch schon 26 Prozent an dieser Gruppe der Gutverdienenden  aus.

Und wie lebt es sich mit mehr Geld?

Da fehlen jetzt natürlich die Vergleichsdaten zu Vorjahren. Denn dass so viele Schnellstarter in einer Stadt sind, verwundert natürlich. Andererseits wissen wir, wie groß die Nachfrage nach Fachkräften ist. Es ist nur eine Vermutung. Aber wenn bestimmte hochqualifizierte Fachkräfte (auch für Führungspositionen) dringend gesucht werden, eröffnet das natürlich gerade jungen Leuten, die diese Qualifikation mitbringen, eine starke Verhandlungsposition beim Gehalt.

Claudia Scholz hat auch noch eine kleine Grafik beigefügt, die zeigt, dass Gutverdienende und Normalverdiener sich bei der Zahl der Kinder im Haushalt nicht allzu sehr unterscheiden. Was nur scheinbar der oben genannten Paar-Theorie widerspricht.

Denn der eigentliche Unterschied zwischen Gutverdienenden und Geringverdienern ist: Letztere sind doppelt so häufig Single. Das Einkommen reicht also (noch) nicht zur Gründung eines Hausstandes, von Familie noch gar nicht zu reden. Die sächsische Niedriglohnpolitik sorgt ganz augenscheinlich dafür, dass den von all den „flexiblen Arbeitsmarktinstrumenten“ Betroffenen schlicht die Grundlage für ein erfülltes Leben zu zweit, dritt, viert … fehlt.

Und – auch das nur eine Vermutung – die Gutverdienenden müssen gar nicht besser dran sein, wenn der teure Job dann dennoch die Zeit und die Kraft frisst, ein richtiges Familienleben zu führen. Die Vermutung hängt ganz und gar nicht in der Luft. Zum Beispiel mal in die „Bürgerumfrage 2014“ geschaut: Da arbeiteten 31 Prozent der Besserverdienenden (damals noch mit der Grenze 2.000 Euro) 43 Stunden und länger pro Woche.

Was die These bestärkt: Wir haben in vieler Weise ein familienfeindliches Arbeitsumfeld.

Wie sagt man es unter solch einem Artikel? Nun, für 8,25 Euro im Monat Journalisten unterstützen, die sich mit Statistiken kompetent befassen?

ReichtumQuartalsbericht
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das erste Picknick des Schlobachshof e. V. und das Nachdenken über die Zukunft des historischen Geländes
Informationstafeln zur Geschichte von Schlobachshof. Foto: Schlobachshof e.V.

Foto: Schlobachshof e.V.

Für alle Leser„Am Montag in der Michaeliswoche 1920“ (28.09.1920) wurde Schlobachshof laut Tafel am Wohnhaus als Gutshof in Andenken an Franz Schlobach von seinen Söhnen errichtet. Mehr als 100 Besucher kamen 100 Jahre später zum Picknick anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung von Schlobachshof, das nicht extra in der Presse angekündigt worden war – sonst hätte es wohl einen Ansturm gegeben, mit dem das Hygienekonzept nicht mehr hätte umgesetzt werden können.
Am 25. September auch in Leipzig: Fridays for Future fordert beim Klimastreik eine sozial-ökologische Verkehrswende
Fridays for Future Leipzig in Lebensgefahr? Eher nicht ... Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDer Sommer ist vorbei und damit auch die Ferienzeit, in der einige Schlagzeilen-Cowboys schon meinten, „Fridays for Future“ für erledigt erklären zu können. Aber die Energie der Jugend ist ganz und gar nicht versiegt. Und sie hat sich von der Faulheit der Regierenden, den Kurs endlich zu ändern, auch nicht entmutigen lassen. Am Freitag, 25. September, findet der 5. globale Klimastreik von Fridays for Future statt. Auch in Leipzig.
Grubenrandnotizen: Jurij Kochs Tagebuchnotizen zum Sterben des Dorfes Horno in der Lausitz
Jurij Koch: Grubenrandnotizen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIch glaube nicht daran, dass Menschen tatsächlich so vergesslich sind. Aber wenn es um Macht, Einfluss, Geld und Imponieren geht, dann schmeißen sie alle Moral und alle Bedenken über Bord. Und da ist es egal, in was für einer Gesellschaft sie an die Schalthebel kommen: Sie walzen alles nieder, was ihnen in den Weg kommt. Dörfer und Landschaften. Mühlrose in der Lausitz ist nicht das erste Dorf, das sie mit Finten und Verträgen „devastieren“ wollen. Keiner weiß das besser als der sorbische Schriftsteller Jurij Koch.
Company nimmt nach Premieren-Absage Vorstellungen wieder auf
Semperoper. Foto: Marcus Fischer

Foto: Marcus Fischer

Das Semperoper Ballett gibt bekannt, dass mit der Vorstellung am Freitag, den 25. September 2020, die Serie der Galavorstellungen „Semper Essenz: We will dance!“ stattfindet. „Nachdem die ersten beiden Vorstellungen unserer Ballett-Gala leider abgesagt werden mussten, sind wir endlich zurück auf der Bühne unseres wunderbaren Opernhauses und freuen uns darauf, die Premiere von „Semper Essenz: We will dance!“ unter Mitwirkung der weltberühmten Sächsischen Staatskapelle Dresden zu präsentieren.“
A-cappella-Lebenszeichen: Großes Livekonzert mit 6 Leipziger Vokalensembles am Donnerstag
Quelle: Dreieck Marketing

Quelle: Dreieck Marketing

Das Leipziger Vokalensemble amarcord und sein Internationales Festival „a cappella“ laden am 24. September zu einem großen Livekonzert. Unter dem Titel „Lebenszeichen“ singen sechs Vokalensembles der Stadt gemeinsam einen Abend lang vor Publikum in der Leipziger Peterskirche.
Premiere am 29. September: „Kabale und Liebe“ – Jugendtheaterprojekt ab 13 Jahren
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Das neue Jugendtheaterprojekt des Theatrium hat sich Schillers Drama „Kabale und Liebe“ gegriffen und den Stoff ins Heute übersetzt. Die Liebe zweier junger Frauen wird hier zum Fokus.
Dienstag, der 22. September 2020: Substanzverlust für die Kultur, Substanzgewinn für die Schulen
Auf der einen Seite gibt's Geld für Leipzigs Schulen, auf der anderen Seite eine ungewisse Zukunft für die Kneipenkultur in Reudnitz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenEs war ein Dienstag mit sehr gegensätzlichen Nachrichten in Leipzig. Während einerseits die Kultur- und Gastroszene mit der „Substanz“ im Täubchenweg bereits nächste Woche eine feste Einrichtung verlieren wird, dürfen sich die Schulen über viele Millionen Euro vom Freistaat freuen. Außerdem: Linke und SPD wollen die Pistolendrohung eines Polizisten in Dresden im Landtag thematisieren. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 22. September 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Talsperre Pirk: Azubis sichern Burgruine Stein: Projektwochen zur nachhaltigen Werterhaltung von Anlagen
Montage. L-IZ.de

Montage. L-IZ.de

An der Talsperre Pirk (Vogtlandkreis) finden derzeit Arbeiten an der Burgruine Stein statt. Diese werden durch die Auszubildenden Wasserbauer der Landestalsperrenverwaltung Sachsen ausgeführt. Dabei lernen sie, Schäden an Bruchsteinmauern zu beheben. Die Arbeiten laufen noch bis zum 2. Oktober 2020. Für Besucher ist die Ruine in dieser Zeit gesperrt.
Landesdirektion Sachsen erleichtert über Aufhebung der Quarantäne für Dölzig
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

In der Landesdirektion Sachsen ist das Ergebnis der Corona-Testreihe für die Aufnahmeeinrichtung in Dölzig und die damit verbundene Aufhebung der Quarantäne mit großer Erleichterung zur Kenntnis genommen worden.
Beltretter-Aktion zum Prozessauftakt in Leipzig: Dieser monströse Tunnel darf auf keinen Fall gebaut werden!
Beltretter-Aktion vor der Kongresshalle am 22. September. Foto: Beltretter

Foto: Beltretter

Für alle LeserSchon am 9. September machte der Beltretter e. V., mit einer großen Lichtprojektion am Bundesverwaltungsgericht auf den jetzt endlich beginnenden Prozess um den Ostseetunnel unterm Fehmarnbelt aufmerksam. Am Dienstag, 22. September, begann der Prozess tatsächlich. Und die Hoffnung ist groß, dass dieses derzeit größte Umweltrechtsverfahren auch endlich einmal im Sinne eines unersetzlichen Lebensraumes ausfällt.
Leipziger Wohnungsgenossenschaften befürchten Überversorgung auf dem Leipziger Wohnungsmarkt
Wolf-Rüdiger Kliebes (Vorsitzender des Vorstandes der VLW Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG), Mirjam Luserke (Vorstand VSWG Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V.) und Jörg Keim (Vorstandsvorsitzender der Wohnungsbau-Genossenschaft Kontakt eG). Foto: IMMOCOM

Foto: IMMOCOM

Für alle LeserAuch bei der letzten Auswertung 2019 hatten die Leipziger Wohnungsgenossenschaften schon gemahnt: Man darf die Lage am Leipziger Wohnungsmarkt nicht überspitzen und dramatisieren. In ihren Wohnungsbeständen gäbe es jedenfalls noch genug freie Wohnungen. 2020 haben sich die Rahmenbedingungen noch weiter verändert. Die Bevölkerungszahl stagniert seit einem halben Jahr – auch durch Corona bedingt. „Leipzig verfügt über einen bezahlbaren Wohnungsmarkt ohne Anspannung“, meldeten die Wohnungsgenossenschaften am Montag.
Das Amt für Umweltschutz plant tatsächlich neue Schilder im Naturschutzgebiet Elster-Pleiße-Auwald
Die Paußnitz im südlichen Auwald. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn diesem Jahr haben viele Leipziger/-innen nicht nur coronabedingt ihren Urlaub daheim verbracht, sie nutzten die sommerlichen Tage auch zum Aufenthalt im Auenwald. Und sie sahen einen Wald, dem es sichtlich schlecht geht. Nicht nur durch die anhaltende Trockenheit, auch durch die Rücksichtslosigkeit vieler Zeitgenossen, die den Wald zertrampeln und zerfahren. Was Stadtrat Marcus Weiss (Die PARTEI) ja dazu bewegte, einen entsprechenden Antrag zu stellen.
Erster Schritt zu einer neuen Straßenbahntrasse: Studie soll mögliche Straßenbahntangente Südsehne untersuchen
Heute bedienen noch die Buslinien 70 und 74 die mögliche künftige Straßenbahntrasse. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm 16. September wurde zwar die Beschlussfassung im Stadtrat aus Zeitgründen vertagt. Aber das Planungsdezernat macht jetzt tatsächlich ernst mit seinen Vorschlägen zu den Erweiterungen im Netz der Leipziger Straßenbahn. Eine der priorisierten Netzerweiterungen ist ja die sogenannte Südsehne. Und zu der ist jetzt eine Machbarkeitsstudie beauftragt.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #45
Überlandleitung. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserWenn die Historiker eines Tages ein Resümee dieser Präsidentschaft ziehen und mit ihren Worten die großen Linien aufs Papier malen, wird es in puncto Umwelt- und Klimaschutz so aussehen, als habe die Trump-Regierung eine Rückwärtsrolle nach der anderen gemacht. Und doch finden sich unter dem ganzen Rückwärtsgekuller hier und da vorsichtige Kriechbewegungen in die andere Richtung.
Ein kontemplatives Erlebnis frei nach „Maria Stuart“: MARIANNE hat Premiere im WERK 2
MARIANNE. Foto: Cammerspiele, Mim Schneider

Foto: Cammerspiele, Mim Schneider

Für alle LeserZu einer recht ausgefallenen Inszenierung laden die Cammerspiele Leipzig am heutigen 22. September ein. Das Jahr 2020 steht ganz im Zeichen der Industriekultur in Leipzig. In diesem Rahmen rückt der Leipziger Künstler Sven Glatzmaier die Halle A der WERK 2 – Kulturfabrik in ein ganz neues Licht. In Anlehnung an Motive des Gefangenseins und der Freiheit aus Schillers Drama „Maria Stuart“ entsteht mit der interdisziplinären Messe MARIANNE ein kontemplatives Erlebnis.