Das Thema Sozialer Wohnungsbau wurde bundesweit vergeigt

Nur 1.654 Wohnungen kamen 2017 in Leipzig neu auf den Markt

Für alle LeserSeit wann schreiben wir eigentlich über das Thema Wohnungsbauförderung? Mindestens seit 2012. Seit damals steht das Problem des sich verknappenden Wohnungsmarktes in Leipzig. Seit damals hätten Bund, Stadt und Land wirklich sinnvolle Programme für sozialen Wohnungsbau auflegen müssen. Oder mit den Worten des Verbändebündnisses Wohnen: „Das Verbändebündnis Wohnen fordert daher jetzt den Bund, das Land Sachsen und auch die Kommunen auf, mehr für den Wohnungsbau zu tun. Vor allem für den bezahlbaren Wohnraum.“

Also für Menschen ohne „extra dickes Miet-Portemonnaie“. „Gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden. Ebenso für den Neubau von Wohnungen, bei denen sich die Menschen die Miete auch leisten können“, sagt Mirko Hawighorst (IG BAU) vom Verbändebündnis Wohnen.

Am Donnerstag, 28. Juni, versandte das Verbändebündnis seine Pressemitteilung mit den aktuellen Zahlen. Und die sind für Leipzig beschämend niedrig. Alle wissen, dass Leipzig schon allein aufgrund des Bevölkerungswachstums jedes Jahr 3.000 neue Wohnungen bauen müsste, rund die Hälfte davon im sozial verträglichen Segment. Aber es geschieht nicht. Alle Träume von OBM und Baubürgermeisterin zerplatzen in der Luft.

Natürlich baut niemand Sozialwohnungen, wenn diese nicht in diesem Umfang gefördert werden.

Ergebnis: Vom Single-Apartment bis zum Bungalow – in Leipzig sind im vergangenen Jahr 1.654 Wohnungen entstanden – 337 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. 2017 wurden damit 5 Prozent weniger neue Wohnungen fertig als noch im Vorjahr. Darauf hat das Verbändebündnis Wohnen hingewiesen, in dem sich Baugewerkschaft IG BAU und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Das Bündnis beruft sich bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude vom Statistischen Bundesamt.

Eine Katastrophe für Leipzig

Und Mathias Weber, wohnungspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Stadtrat, zeigt sich entsprechend entsetzt.

„Die Baufertigstellungen verharren in Leipzig mit 1.654 auf dem Vorjahresniveau (1625). Das ist eine mittlere wohnungspolitische Katastrophe“, sagt er. Und eine Katastrophe sind die Zahlen, weil Leipzig seit 2011 sehenden Auges mitten hineingesteuert ist in einen Wohnungsmarkt, der keine Reserven mehr hat und auf dem vor allem all jene gelackmeiert sind, die wenig verdienen oder bezahlbare Wohnungen für Familien suchen.

Weber: „Die aktuellsten Zahlen zum marktaktiven Leerstand sind aus dem Jahre 2015. Damals lag er bereits bei 3 %. Seitdem leben weit über 22.000 Menschen mehr in dieser Stadt, was einem Bedarf von mindestens 13.000 Wohnungen entspricht. Da in diesem Zeitraum nur 3.300 Wohnungen hinzugekommen sind, ist der marktaktive Leerstand definitiv inzwischen abgeschmolzen.

Es ist daher allerhöchste Zeit, das Wohnungsthema in Leipzig zur Chefsache zu machen. Die Zahlenspielereien mit Angebotsmieten, wie sie immer wieder von der Baubürgermeisterin Dubrau vorgebracht werden, helfen niemandem. Leipzig benötigt zwingend eine Bauoffensive, um überhaupt in die Nähe der anvisierten 60.000 neuen Wohnungen bis 2030 zu kommen. Frau Dubrau muss sich endlich darum kümmern, dass wir schleunigst eine schlagfertige Bauverwaltung bekommen. Davon sind wir derzeit meilenweit entfernt!“

Im Indikatoren-Set völlig vergessen: der Wohnungsbau

Im Landtag ist es ebenfalls die Linke, die sich immer wieder mit Anfragen zum Thema bemerkbar macht. Dort war es Enrico Stange, der Sprecher für Bauen und Wohnen, der jüngst die aktuellen Zahlen zum Wohnungsbau in Sachsen abgefragt hat. Die Zahlen differieren doch deutlich zu den Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Das sächsische Landesamt für Statistik gibt für Leipzig nur 1.136 fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2017 an. Da auch der OBM weiß, dass er eigentlich zwingend 3.000 braucht, hätte an der Stelle irgendetwas passieren müssen.

Und jetzt sind wir einmal ganz frech und schauen nach, ob die Zahl der Wohnungsfertigstellungen in seinem viel gepriesenen Indikatoren-Set zum INSEK steht. Steht sie nicht. Es ist einer der vielen Punkte, an denen sichtbar wird, dass dieses Indikatoren-Set alles Mögliche anzeigen mag, aber nicht die integrierte und nachhaltige Entwicklung der Stadt. Hier ist nichts integriert.

Was mit der neoliberalen Denkweise (und all ihren Denkverboten) zu tun hat, die die deutsche Politik in den vergangenen 20 Jahren deformiert hat. Deren zentraler Glaubenssatz, den längst auch große Teile der SPD verinnerlicht haben, lautet: „Der Markt wird es schon richten.“

Aber ganz sichtlich richtet „der Markt“ gar nichts. Leipzig steht ja nicht allein da mit dem Problem: Es geht allen deutschen Großstädten so. Wenn Kommunen ihre Steuerungsfähigkeit beim sozialen Wohnungsbau einbüßen, dann werden all jene Stadtbewohner zum Verlierer, die nicht im üppig bezahlten Staatsdienst stehen. Staatsdiener vergessen es ja gern, dass ihre Tarifgehälter nichts, aber auch wirklich nichts mit dem wirklichen Einkommensniveau in der Stadt zu tun haben. Nur so ist die Bräsigkeit in Leipziger und Dresdner Amtsstuben zu verstehen, was den sozialen Wohnungsbau betrifft.

Kontrollwut statt echter Förderung

In Sachsen hat sich ja Innenminister Markus Ulbig jahrelang geweigert, das vom Bund für den Sozialwohnungsbau bereitgestellte Geld einfach weiterzureichen an die wachsenden Großstädte. Er hat es lieber den Besserbetuchten zur Wohneigentumsförderung zukommen lassen. Es ist dieselbe Denkweise, die auch heute noch im Bundeskabinett regiert – Stichwort: Baukindergeld. Hier denkt eine gut verdienende Oberschicht immer und zuerst an sich selbst, wenn sie über „Förderung“ nachdenkt.

Ergebnis für Leipzig: Es werden nur so viele Wohnungen gebaut, wie Nachfrage aus der gutverdienenden Oberschicht da ist. Keine einzige mehr.

Ein paar mehr wird es frühestens ab 2019 geben, wenn dann endlich die paar Wohnungen gebaut werden, für die die karge Unterstützung aus Dresden reicht.

Dass das, was wirklich gebaut wird, eng mit der gehobenen Nachfrage in einer Stadt zusammenhängt, zeigen die Dresdner Zahlen. Dort wurden – wie Enrico Stange von Innenminister Roland Wöller (CDU) erfahren konnte – im vergangenen Jahr 2.245 Wohnungen fertiggestellt, doppelt so viele wie in Leipzig. Die Nachfrage nach gehobenerem Standard ist einfach größer.

Aber warum differieren die Zahlen? Der Grund steckt augenscheinlich in der Unterscheidung zwischen wirklichem Neubau und Gesamtfertigstellungen von Wohnungen. Die 1.654 fertiggestellten Wohnungen beinhalten augenscheinlich auch viele durch Sanierung wieder verfügbar gemachten Wohnungen. Wirklich als neu gebaut weist die Leipziger Statistik tatsächlich 1.144 Wohnungen aus – was tatsächlich sogar über 200 mehr sind als im Vorjahr. Die Reserve sanierungsfähiger Altbauten ist weggeschmolzen. Es muss neu gebaut werden. Aber auch so ist nur die Hälfte von dem, was Leipzig braucht, wieder marktfähig geworden.

Insgesamt haben die Bauherren in Leipzig im vergangenen Jahr 560 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert, stellt das Verbändebündnis fest. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn die Wohnraum-Offensive der Bundesregierung klappen soll“, sagt Mirko Hawighorst (IG BAU) vom Verbändebündnis Wohnen.

Viel Wind, wenig Ergebnis

Aber augenscheinlich ist die Wohnraumoffensive wieder falsch gedacht. Sie funktioniert auch anderswo nicht.

Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr lediglich nicht einmal 285.000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition von CDU/CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375.000 pro Jahr.

„Das bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in Sachsen noch bundesweit aus“, sagt Mirko Hawighorst.

Und er nennt dann ein Thema, das für die meisten Leipziger schlicht utopisch ist, weil sie dafür gar nicht genug verdienen: Auch das Wohneigentum in Leipzig müsse endlich wieder effektiv gefördert werden. „Es müssen sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können – vom Maurer bis zur Industriekauffrau. Handwerker, die Wohnungen bauen, sollten auch in der Lage sein, sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“, so das Bündnis Wohnen.

Wohneigentum sei eine wichtige Altersvorsorge. „Die eigenen vier Wände sind da und haben Bestand – unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt. Sie bieten die Sicherheit eines dauerhaften ‚Daches über dem Kopf‘ – ohne Angst vor Mieterhöhungen oder vor einer Kündigung“, sagt Mirko Hawighorst.

Appell an den Bundestag

An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert das Wohn-Bündnis, dem Wohnungsbau jetzt die „politische Power“ zu geben, die der Bau braucht. „Es kommt darauf 0an, dass die Bundestagsabgeordneten aus Leipzig und ganz Sachsen in Berlin Farbe bekennen. Sie müssen sich für ein deutlich dickeres Baupaket im nächsten Bundeshaushalt stark machen, von dem dann auch die Menschen in Leipzig mehr profitieren“, sagt Mirko Hawighorst von der IG BAU. Die Kanzlerin habe angekündigt, 6 Milliarden Euro für den Wohnungsbau bis 2021 bereitzustellen – also 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Tatsächlich benötigt würden aber mindestens 4 Milliarden Euro jährlich.

„Denn im Wohnungsmangel und in steigenden Mieten steckt sozialer Sprengstoff. Gerade beim Neubau von Sozialwohnungen droht ein Desaster, wenn der Bund hier nicht ordentlich Geld in die Hand nimmt und investiert. Tag für Tag fallen Sozialmietwohnungen aus der Bindung. Der Bestand an Wohnungen für Menschen, die einen Wohnberechtigungsschein haben, schmilzt kontinuierlich ab“, warnt Mirko Hawighorst.

Eine „Goodwill-Wohnungsbaupolitik“ der Länder, bei der die Zahl der Sozialwohnungen von der Kassenlage abhänge, sei fatal. Auch die geplante Förderung für den altersgerechten Umbau lasse „jede Hoffnung auf einen Sanierungsschub für mehr Seniorenwohnungen gegen Null laufen“. Aber gerade altersgerechte Wohnungen brauche auch Leipzig.

Der Bund müsse dem Wohnungsneubau jetzt „Turbo-Impulse“ geben: Dazu gehören, so das Verbändebündnis Wohnen, zusätzliches Fördergeld und mehr steuerliche Anreize. Wirksam sei insbesondere eine bessere steuerliche Abschreibung – konkret die Erhöhung der AfA von 2 auf dauerhaft 3 Prozent. Denn der Bau brauche vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, um Fachkräfte und technische Kapazitäten aufbauen zu können. Ebenso müssten alle engagierten und im Kern guten Punkte, die Union und SPD zum Wohnungsbau im GroKo-Koalitionsvertrag vereinbart haben, schnell angepackt werden.

Im Verbändebündnis Wohnen setzen sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau ein.

Die Dresdner Zahlen aus der Anfrage von Enrico Stange (Linke). Drs. 13511

Die Leipziger Zahlen aus der Anfrage von Enrico Stange (Linke). Drs. 13512

Sachsens Grüne bringen ihr Wohnraumzweckentfremdungsgesetz in den Landtag ein

Sozialer Wohnungsbau
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das Haus an der Lortzingstraße soll jetzt endgültig zu einem modernen Naturkundemuseum werden
Das Naturkundemuseum - hier vom Goerdelerring aus gesehen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einem Monat ist klar: Ein Naturkundemuseum in Halle 7 der Spinnerei wird es nicht geben. Die 37 Millionen Euro, die dieser Umbau kosten würde, kann sich Leipzig einfach nicht leisten. Das ist der Zeitpunkt, an dem eigentlich nach jahrelanger Herumeierei das getan werden könnte, was seit zehn Jahren auf der Tagesordnung steht: Das zentral gelegene Haus einfach zu modernisieren und zu erweitern.
Sachsen schafft im ersten Halbjahr 2,1 Prozent Wirtschaftswachstum
Wichtig ist, was am Ende in der Börse ist. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSo prallen Meldungen aufeinander. „Eine klare Meinung haben die Mittelständler auch zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Demnach rechnen 67 Prozent noch im laufenden Jahr mit einer wirtschaftlichen Abkühlung“, meint die creditshelf Aktiengesellschaft aus Frankfurt am Montag, 24. September. Und gleichzeitig meldet das Sächsische Landesamt für Statistik eine unerwartet hohe Wachstumsrate für Sachsen. Was ist da los?
Tanja Székessys Reise in die unausgesprochene Welt der guten und der nicht so schönen Gefühle
Tanja Székessy: Wie du bist,wenn du so bist. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist ein Buch fast ohne Worte. Und gerade deshalb erzählt es etwas, was für gewöhnlich nicht erzählt wird. Auch, weil es viele gar nicht wahrnehmen. Dabei funktioniert der größte Teil unserer Kommunikation über Gesten und Haltungen. Das lernen schon Kinder. Wenn auch nicht bewusst. Es ist ein Aufmerksamkeitsbuch.
Eintracht Frankfurt vs. RB Leipzig 1:1 – Eine deutliche Steigerung nach der Pause
Die Spieler von RB Leipzig nach dem 1:1 in Frankfurt. Foto: GEPA Pictures

Foto: GEPA Pictures

Für alle LeserSchlechter als gegen Salzburg hätte RB Leipzig kaum spielen können, doch zumindest in der ersten Halbzeit gegen Eintracht Frankfurt sah es nicht viel besser aus. Passend dazu gingen die Rasenballer mit einem Rückstand in die Pause. Anschließend zeigten die Rot-Weißen aber zumindest eine kämpferische Leistung und verdienten sich das Unentschieden. Forsberg traf per Handelfmeter zum Ausgleich.
Leipzigs Baudezernat hat nicht vor, Gated Communities entstehen zu lassen
In Möckern entstehen auf einstigem Kasernengelände neue Wohneinheiten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserUte Elisabeth Gabelmann, die Stadträtin der Piraten, trieb vor der letzten Ratsversammlung am 19. September eine nicht ganz unwichtige Frage um. Wenn sich jetzt einige Leipziger Ortsteile zusehend entmischen, Besserbetuchte also immer öfter unter sich bleiben – ist da der Weg nicht weit, dass in Leipzig auch wie andernorts abgeschlossene Wohnquartiere, sogenannte „Gated Communities“ entstehen?
LWB plant keine ausgelagerte soziokulturelle Nutzung im einstigen Schösserhaus
Das Schösserhaus am Kantatenweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas wird nun eigentlich aus dem alten Gutsgelände in Kleinzschocher? Was wird aus dem letzten erhaltenen Originalgebäude aus dem einstigen Schloss-Ensemble? Das wollten einige Aktivisten aus Kleinzschocher in der Ratsversammlung am 22. August schon wissen. Doch nicht nur sie waren mit den lapidaren Antworten der Stadtverwaltung nicht zufrieden. Auch acht Mitglieder aus drei Stadtratsfraktionen wurden durch die Antworten erst recht zum Fragen animiert.
Sachsen braucht eine Strategie für eine richtige Kreislaufwirtschaft
Ein bisschen Plastik-Müll. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLegionen von Anfragen haben die Landtagsfraktionen schon gestellt zu den Wegen des Mülls in Sachsen, unregulärem Deponiebetrieb und brennenden Abfallbehandlungsanlagen. Eigentlich hätte Deutschland längst funktionierende Kreislaufsysteme haben müssen, die einen Müllim- und -export erst gar nicht notwendig machen. Aber das ist noch lange nicht so. Die Grünen wollen jetzt, dass Sachsen endlich alles selbst recycelt, was an Abfall anfällt.
Ein Europa-Manifest, das unbedingt Beachtung finden sollte
Ein bisschen Wind für die Europa-Flagge. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNach einem Jahr Pause kann man die Serie „Warum ein Europa-Projekt auch eine Vision für alle braucht“ durchaus wieder aufgreifen. Vermisst hat sie eh niemand. Kein Schwein interessiert sich mehr für die EU. Was Gründe hat. Und was viel mit dem heutigen Zustand unserer Demokratie zu tun hat. Und was der Politikwissenschaftler Yascha Mounk im Interview mit „Le Figaro“ auf die Formel bringt: „Wir leben in einem System, in dem viele das Gefühl haben, dass ihre Stimme nicht mehr zählt.“ Der rasende Populismus hat eine Wurzel.
„Detmold an einem Tag“ – Im braven Residenzstädtchen Detmold über Hermann nachdenken und ein paar rebellischen Dichtern begegnen
Steffi Böttger: Detmold an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan läuft zwar auch in anderen Teilen Deutschlands über richtig historischen Grund – in Mitteldeutschland zum Beispiel. Dazu muss man nicht ins kleine Land Lippe fahren. Kann man aber. Etwa wenn man nahebei den Teutoburger Wald, die Externsteine und das Hermannsdenkmal auf der Grotenburg sehen will. Und natürlich das Städtchen Detmold, dessen Name älter ist als die Stadt.
SC DHfK Leipzig vs. Wetzlar 21:25 – Zweiter Sieg dringend gesucht
Eine vergeigte Schlussviertelstunde kostete den DHfK-Handballern ihren zweiten Heimsieg. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer zweite Saisonsieg wollte den Handballern des SC DHfK auch am sechsten Bundesliga-Spieltag nicht gelingen. Gegen die HSG Wetzlar reichte am Sonntag vor 3.500 Zuschauern eine 13:12-Halbzeitführung nicht aus. Eine Torflaute - vor allem in der Schlussviertelstunde - brachte die Leipziger auf die Verliererstraße. "Acht Tore in der zweiten Halbzeit sind für ein Bundesligaspiel natürlich zu wenig", war auch Co-Trainer André Haber klar.
Leipzig plant Untersuchungen zur Sozialen Erhaltungssatzung für vier Stadtgebiete
Relevanz für eine Soziale Erhaltungssatzung. Karte: Stadt Leipzig

Karte: Stadt Leipzig

Für alle LeserWenn Städte so wie Leipzig wachsen, werden sie natürlich auch zum Spekulationsobjekt. Denn wo die Nachfrage nach Wohnraum steigt, bekommen zumindest einige Investoren und Eigentümer Dollarzeichen in den Augen und versuchen, ihre Renditen drastisch zu erhöhen. Was Leipzigs Verwaltung jetzt dazu bringt, für vier Stadträume die Einführung einer sozialen Erhaltungssatzung zu prüfen. Das soll die Auswüchse zumindest dämpfen.
Schon 2025 soll jeder zweite Porsche-Neuwagen elektrisch fahren
Porsche Mission E Cross Turismo, 2018. Foto: Porsche AG

Foto: Porsche AG

Für alle LeserDer „Diesel“-Streit geht weiter. Die Bundesregierung hat sich nach gefühlten 100 Jahren endlich dazu durchgerungen, die Hersteller zur Nachrüstung älterer Diesel zu verpflichten – die prompt behaupten, das sei ein Ding der Unmöglichkeit. Aber ein Autobauer erklärt für sich jetzt schon mal das Ende des Diesel-Zeitalters: Porsche. Die Zukunft gehöre den Hybrid- und Elektro-Fahrzeugen.
CDU fordert Hilfe vom Bund, Grüne mahnen einen Umbau der wetteranfälligen sächsischen Landwirtschaft an
Abgeerntetes Feld bei Wiederau. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAm Freitag, 21. September, hat der Landwirtschaftsausschuss des Sächsischen Landtages auf Antrag der Koalitionsfraktionen CDU und SPD Experten zu den Dürrefolgen in Sachsen angehört. Und wie das so ist, wenn ein Land noch immer keinen Strukturplan zur nachhaltigen Stabilisierung der wertvollen landwirtschaftlichen Flächen hat, gehen die Einschätzungen zu dieser Sitzung diametral auseinander.
Heiko Scholz und Rüdiger Hoppe beurlaubt – Joppe und Krug Interimstrainer
Beim 1. FC Lok ist der Trainerstuhl frei geworden. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle Leser Nach fünf Jahren sucht der 1. FC Lok wieder einen neuen Trainer. Am Sonntagvormittag verkündete der Verein die Beurlaubung von Heiko Scholz und Rüdiger Hoppe. Nach acht Punkten aus neun Spielen und fünf Spielen in Folge ohne Sieg, handelte der Verein. Björn Joppe - eigentlich Nachwuchschef - und Kapitän Markus Krug werden die Mannschaft bis auf Weiteres betreuen.
Seit 2015 wurden deutlich mehr Kinder und Jugendliche Opfer rechter Gewalt
Monika Lazar ist 1967 in Leipzig geboren und gelernte Bäckerin & Betriebswirtin. Seit 2004 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Foto: B90/Die Grünen

Foto: B90/Die Grünen

Für alle LeserWenn die Erwachsenen durchdrehen, macht das auch vor Kindern nicht Halt. Die öffentliche aggressive Stimmung schwappt auch auf Schulhöfe über oder tobt sich gar mit Gewalt an Kindern aus. Eine Bundestagsanfrage von Monika Lazar (Grüne) macht das jetzt recht deutlich. Denn 41 Kinder unter 13 Jahren und 168 Jugendliche zwischen 14 und 18 wurden 2017 Opfer rechter Gewalt.